100 Solleder Lettenbauer
Emanuele Confortin | Alessandro Baù, Alessandro Beber, Emanuele Confortin | Italien 54 Min. | italienisch/UT deutsch
„100 Solleder Lettenbauer“ ist ein Dokumentarfilm, der die legendäre Erstbegehung der Nordwestwand des Monte Civetta durch die Münchner Alpinisten Emil Solleder und Gustav Lettenbauer im Jahr 1925 nachzeichnet. Der Film beleuchtet die historische Bedeutung der Route, die als Meilenstein des Alpinismus und als eine der ersten alpinen Wege im VI. Schwierigkeitsgrad gilt. Der Fokus liegt zum einen auf Archivmaterial. Zum anderen kommen heutige Alpinisten zu Wort, die die Geschichte der Wand und ihre Entwicklung bis in die Gegenwart einordnen.
1910 – The Uncovering
1910 – Die Enthüllung
Chad Townsend | Chad Townsend, Skogen Studios | Kanada | 27 Min. | englisch, japanisch/UT deutsch
Viele Jahre lang war eine Eisenbahnstrecke die einzige Verbindung quer durch Kanada – ein schmales Stahlband durch hohe und wilde Bergregionen. 1910 kamen bei einem tragischen Ereignis 58 Eisenbahnarbeiter aus Europa und Japan ums Leben: Während sie die Gleise von den Überresten einer Lawine befreiten, ging mitten in der Nacht eine weitere Lawine ab. Die Dokumentation beleuchtet das Leben zweier ungewöhnlicher Freunde, die durch das Lawinenunglück verbunden sind – eines Geschäftsmannes aus der Stadt und eines Skiführers aus den Bergen. Sie eint das Bedürfnis nach Sinn und Heilung sowie der Wille, die mit dem Unglück verbundenen Geheimnisse und Ungerechtigkeiten aufzuklären.
2000 jours au paradis
2000 Tage im Paradies
Véronique, Anne und Erik Lapied | Lapiedfilm | Frankreich 69 Min. französisch/UT deutsch
Über 2.000 Tage begleitet der Film Vater, Mutter und Tochter Lapied auf der Suche nach den scheuen Bewohnern der Bergwelt: Bereits seit 18 Jahren beobachten die Lapieds die Wildtiere des Gran-Paradiso-Massivs. Fernab aller Wege erforschen sie ihre Spuren und Verhaltensweisen. Véronique, Anne und Erik üben sich lange in Geduld, erleben Rückschläge und freuen sich über jene seltenen Augenblicke, in denen die ersehnte Begegnung mit einem Tier Wirklichkeit wird. Eindrucksvolle Naturaufnahmen, poetische Bilder und Reflexionen über das Verhältnis von Mensch und Natur gewähren einen intensiven Einblick in die Arbeit der Tierfilmer. Anne und Erik Lapied konnten 2011 und 2018 den „Großen Preis der Stadt Tegernsee“ gewinnen – eine gebührende Anerkennung für ihre großartige Arbeit.
Archaic
Mathieu Le Lay | Mathieu Le Lay Productions, Sony Europe | Frankreich | 14 Min. | rumänisch/UT deutsch
Ein ehemaliger rumänischer Bühnenschauspieler lässt die Welt des Theaters hinter sich und kehrt mit der Fotokamera in ein abgelegenes Tal in den Karpaten zurück. Auf der Suche nach Spuren einer verschwindenden Lebensweise begegnet er Menschen, Ritualen und Landschaften, die von jahrhundertealten Traditionen geprägt sind. Zwischen dokumentarischer Beobachtung und persönlicher Reise entsteht das Porträt einer archaischen Welt, deren Schönheit und Zerbrechlichkeit im Wandel der Zeit sichtbar werden. Regisseur Mathieu Le Lay erhielt 2022 für seinen Film „Yukon“ den Preis „Bester Film – Kategorie Naturraum Berg“ beim Bergfilm-Festival Tegernsee.
Arche-Höfe in den Alpen
Brigitte Kornberger, Angelika Vogel | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 44 Min. | deutsch
Alte Nutztierrassen, die über Jahrhunderte hinweg die alpine Kulturlandschaft prägten, sind vom Aussterben bedroht, weil sie von Hochleistungsrassen verdrängt werden. Der Film porträtiert Tobias Riedelsperger aus dem Salzburger Land und Angelina Pucher, die in Kals am Fuß des Großglockners lebt und arbeitet. Auf ihren Arche-Höfen züchten die beiden seltene Rassen wie Pustertaler Sprinzen, Braune Bergschafe oder Tauernschecken-Ziegen. Sie sind überzeugt: Alte Rassen sind gesünder, widerstandsfähiger und für das Ökosystem unersetzbar. Der Film begleitet Tobias und Angelina bei ihrem leidenschaftlichen Einsatz für ihre Tiere über den Zeitraum eines Jahres.
Argentinien – Feuerland und Patagonien
Alexandra Hardorf | Alexandra Hardorf, Christiane Schwarz, Chamäleonfilm | Deutschland | 43 Min. | deutsch
Mit einer Fläche von 630 Quadratkilometern beherbergt der Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland) die südlichsten Wälder der Welt, weitläufige Gletscherflächen, sturmumtoste Gipfel sowie tiefe Fjorde, die das argentinische Festland zerklüften. In Patagonien prägen die endlos weite Pampa, kristallblaue Seen, immergrüne Wälder und wilde Granitspitzen die Landschaft. Von Ushuaia bis El Chaltén leben Menschen eng verbunden mit der Natur: Königskrabbenfischerin Liz Consentino, Gaucho Miguel Burgos, Puma-Experte Emiliano Donadio und die Kletterer am Fitz Roy. Ein Blick in eine extreme Region voller Naturwunder und Geschichten.
Ätna – Tanz auf dem Vulkan
Michael Düchs | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 28 Min. | deutsch
Ein Tanz auf dem Vulkan: Mountainbiken am Ätna – ist das überhaupt möglich? Spektakuläre Lavafontänen und rauchende Krater bringen den Ätna regelmäßig in die Schlagzeilen. Mit dem Mountainbike erkundet ein Filmteam den höchsten aktiven Vulkan Europas und taucht ein in eine faszinierende Landschaft aus Lavafeldern, Wäldern und weiten Panoramen. Zwischen schweißtreibenden Anstiegen, grandiosen Abfahrten und dem Genuss sizilianischer Gastfreundschaft entsteht ein Abenteuer voller Kontraste. Höhepunkt der Reise ist der Versuch, den rund 3.400 Meter hohen Gipfel zu erreichen – ein Vorhaben, das von Wind, Wetter und den Launen des Vulkans abhängt. Wird „Mama Ätna“ den Aufstieg erlauben?
Better Up There
Mathis Dumas | Frankreich | 40 Min. | französisch/UT deutsch
Der Franzose Léo Slemett ist einer der hoffnungsvollsten Newcomer in der Welt des Freeride-Skifahrens. Unermüdlich kämpft er gegen Widrigkeiten, um seine Träume verwirklichen und die Grenzen seiner Fähigkeiten erweitern zu können. Doch das Schicksal ist nicht auf seiner Seite: Immer wieder hat Slemett mit Rückschlägen zu kämpfen, und der Verlust zweier Lebenspartnerinnen bringt ihn völlig aus dem Gleichgewicht. In dem Bewusstsein, dass die Berge ihm vieles genommen, aber alles gegeben haben, versucht er, nach und nach ins Leben zurückzufinden.
„Better Up There“ wird zusammen mit „Fathom“ im Rahmen des DAV-Abends zum Thema „Lawinen und Risiken“ gezeigt.
Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde
Antonia Simm | Bayerischer Rundfunk, megaherz Film | Deutschland | 93 Min. | deutsch
Checker Tobi stößt beim Entrümpeln seines Kellers auf eine alte Videoaufnahme. Darin stellt sein achtjähriges Ich die erste Checker-Frage: Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich? Die Suche nach der vergessenen Antwort wird zu seinem bislang größten Abenteuer. Sie führt in die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars, nach Spitzbergen zum arktischen Saatgut-Tresor und auf den Spuren der Maya in die verwinkelten Höhlensysteme Mexikos. Zwischen Hundeschlittenfahrten und Kletterpartien erwächst in Tobi die Erkenntnis, welche Verantwortung wir für unsere Erde haben. Der dritte Kinofilm von Checker Tobi strotzt vor Abenteuerlust, Humor und Neugierde – ein Muss für junge Filmfans!
Chimères Patagones
Guillaume Broust | Fastprod | Frankreich | 35 Min. | französisch/UT deutsch
Im Februar 2024 gelingt Lise Billon, Fanny Schmutz und Maud Vanpoulle die erste reine Frauenbegehung der legendären „Kompressor-Route“ am Cerro Torre in Patagonien. Seit ihrer Erstbegehung 1971 durch den Italiener Cesare Maestri ist diese Linie berühmt und berüchtigt. Ebenso humorvoll wie hintergründig erzählt Billon aus ihrer Sicht, wie die drei Alpinistinnen gegen technische Herausforderungen in Fels und Eis, ihre eigenen Dämonen und traditionelle Rollenbilder im Alpinismus ankämpfen. Guillaume Broust erhielt 2025 eine Lobende Erwähnung der Jury für „The Future of Climbing“ und 2019 den Preis „Bester Film – Erlebnisraum Berg“ für „The Pathan Project“.
Coexistencia
Thomas Julienne | Frankreich | 59 Min. | französisch, spanisch/UT deutsch
Thomas Julienne bereist Patagonien mit dem Fahrrad, um die Koexistenz von Viehzüchtern und einem Wildtier, von Schafen und Pumas, zu erforschen. Im Verlauf seiner langen Reise dokumentiert der junge Biologe vielversprechende Lösungen für den Konflikt zwischen Mensch und Raubtier. Das Ergebnis ist ein faszinierender Abenteuerfilm, der das persönliche Erleben des Protagonisten mit spannenden Einblicken in eine faszinierende Wildnis und archaische kulturelle Praktiken verbindet. Julienne, der selbst die Kamera führte und für den Ton verantwortlich zeichnet, ist mit diesem Film eine außergewöhnliche und hervorragende Dokumentation gelungen.
Courma et Courmayeur
Elettra Gallone | Emerald Mountain Films | Italien | 79 Min. | italienisch/UT deutsch
Am Fuße des Mont Blanc liegt Courmayeur, ein Bergdorf mit rund 3.000 Einwohnern, geprägt von Natur, Sport und einem engen Gemeinschaftsleben. Doch an Wochenenden und in den Winterferien verwandelt sich der Ort in „Courma“: eine mondäne Tourismusdestination voller Luxus, Nachtleben und urbanem Trubel. Mit aufmerksamem Blick begleitet Elettra Gallone Bewohner und Gäste, die in zwei unterschiedlichen Welten zu leben scheinen. Dabei zeichnet die Regisseurin das Porträt eines Ortes, der zwischen Tradition und Overtourism seine Identität sucht. Ein atmosphärischer Dokumentarfilm, der das fragile Gleichgewicht zwischen Heimatliebe und touristischer Inszenierung einfängt.
Das Karwendel
Berge, Jöcher, Täler zwischen Bayern und Tirol
Otto Guggenbichler | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 43 Min. | deutsch
Das Karwendel war neben den vornehmlich sanften Gipfeln des Mangfallgebirges die Bergheimat des Tegernseers Otto Guggenbichler. Immer wieder war er dort mit seinen Kamerateams unterwegs. So enthält der in den 1970er-Jahren produzierte Film über dieses schroffe Kalkmassiv zwischen Inn und Isar zahlreiche historische Bilder – beispielsweise vom Bau des Sylvensteinspeichers, bei dessen Flutung das alte Dorf Fall im Isarwasser unterging. Natürlich spielt in dem Film die traditionsreiche Jagd eine Rolle, ebenso wie der aufkommende Tourismus. Ein historisches Dokument, das nicht nur mit fantastischen Aufnahmen brilliert, sondern dank Guggenbichlers persönlichen und augenzwinkernden Kommentaren die Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln bringt.
Der hängende Stein
Ivetta Urozhaeva | BARDAK.Media | Deutschland, Russland | 2 Min. | deutsch
Dieser Film ist eine poetische Reise zu den Wurzeln und Wundern einer Kindheit in Sibirien – zum hängenden Stein, der zu sprechen scheint: Ich liege hier schon lange. Seit der Himmel riss und die Berge begannen, sich zu erinnern. Einst flüsterte man an den Feuern von mir. Wenn ich erwache, gerät alles aus dem Gleichgewicht. Doch ich schlafe nicht aus Zorn. Ich schlafe, damit die Welt bestehen bleibt. Meine Ruhe ruht auf einem einzigen Stein. Er hängt über einem Abgrund von Jahrtausenden. Wie Erinnerung. Wie Stille. Wie das Letzte, was noch hält. Manchmal spüre ich: Die Waage hat gezuckt. Wegen einer Kleinigkeit. Was am Ende passiert, entscheiden jene, die über die Erde gehen.
Der Letzte seiner Art
Markus Schindler, Theresa Weidmann | Markus Schindler, Frieda Film | Deutschland | 29 Min. | deutsch
„Der Letzte seiner Art“ begleitet den Naturfilmer Jürgen Eichinger, der seit mehr als vier Jahrzehnten konsequent auf analogem 16-mm-Filmmaterial arbeitet. Mit Geduld, handwerklicher Präzision und großer Kenntnis alpiner Lebensräume entstehen Aufnahmen von Wildtieren, Bergen und Landschaften. Das Porträt blickt hinter die Kamera eines Filmemachers, dessen Arbeitsweise von langen Aufenthalten im Gebirge, dem Warten auf den richtigen Moment und der Hingabe an das analoge Medium geprägt ist. Eine Hommage an das Naturfilmen – ein entschleunigtes Handwerk, das von filmischer Beobachtungsgabe lebt.
Die Regisseure Markus Schindler und Theresa Weidmann sowie Jürgen Eichinger sind anwesend.
Der verkaufte Fichtelberg
Dirk Schneider | Mitteldeutscher Rundfunk | Deutschland | 44 Min. | deutsch
Der höchste Berg der DDR wurde einst als „St. Moritz des Ostens“ gefeiert. Am einzigen adäquaten Alpinski-Berg des Landes wurde die damalige Skisportelite trainiert. Der Film erzählt vom Ringen mit der Privatisierung des Berges – seit Herbst 2025 sind das Plateau, das Fichtelberghaus, Lifte, Schneekanonen und die gesamte Infrastruktur in Unternehmerhand. Porträtiert werden Menschen wie der Abenteurer Lutz Heinrich, der vom Fichtelberg aus die Welt eroberte und in der Heimat beinahe zerbrach. Jens Weißflog, Skisprung-Legende, Olympiasieger, später Hotelier und Unternehmer, der sich unverschuldet im Zentrum eines Tourismusskandals wiederfand. Und Investor Rainer Gläss, der als junger Mann den Fichtelberg kennenlernte und nicht mehr von ihm loskam.
Der Weg ist das Ziel - Die Eiger-Nordwand-Tragödie von 1936
Gerhard Baur | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 50 Min. | deutsch
„Der Weg ist das Ziel“ ist ein Meisterwerk des Allgäuer Filmemachers Gerhard Baur. Er rekonstruiert die dramatischen Ereignisse in der Eiger-Nordwand 1936. Der Besteigungsversuch von Toni Kurz, Andreas Hinterstoisser, Edi Rainer und Willy Angerer endete in einer Tragödie. Der Film rekonstruiert die Umstände, die zu einer der dramatischsten Rettungsversuche in der Alpingeschichte führten. Darüber hinaus zeichnet er das Sittenbild einer Zeit, in der auch das Bergsteigen von Eroberungsgedanken und Heroismus geprägt war.
Der Zeit ihre Steine
Hanna Carmen Schneider, Paul Schweller | Deutschland | 18 Min. | deutsch
Filmemacherin Hanna Carmen Schneider und Filmemacher Paul Schweller wurden 2025 mit dem „LOWA Young Talents Award“ des Bergfilm-Festivals Tegernsee ausgezeichnet. Im Rahmen der diesjährigen Schlussfeier präsentieren sie ihr gefördertes Werk „Der Zeit ihre Steine“. Der Film begleitet die Suche des jungen Schweizer Strahlers Nino. Wie viele seiner Vorgänger, führt ihn diese in die Fels- und Grasflanken der Graubündner Berge. Der mühsame Prozess seines Strebens entwickelt sich zu einer poetischen Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Mensch und Berg. Zeit, Ziel und Mensch beginnen, ineinander zu verfließen.
Die Regisseure Hanna Carmen Schneider und Paul Schweller sind anwesend.
Die Eiche – Mein Zuhause
Laurent Charbonnier, Michel Seydoux | Winds, Camera One, Gaumont | Frankreich | 80 Min. | ohne Sprache
Es war einmal eine alte Eiche… Die Jahreszeiten ändern sich, aber ihre Bewohner bleiben die gleichen: das flinke Eichhörnchen, die farbigen Rüsselkäfer, die lauten Eichelhäher, die unermüdlichen Ameisen und viele andere Lebewesen. Sie alle finden Zuflucht, Unterschlupf und ein Zuhause in diesem majestätischen Baum. Die Eiche wirkt wie ein Mietshaus der Natur, in dem die Nachbarn miteinander zanken und feiern. Es gibt tierische Konzerte, dramatische Naturkatastrophen und action-geladene Verfolgungsjagden. Der Film ist eine sinnliche Reise in eine wunderbar vibrierende Welt – ein Naturfilm, der ohne jeglichen Begleitkommentar die Großartigkeit einer alten Eiche, und damit aller Bäume, feiert.
Die Höchsten ihrer Art - Berufe in den Bergen im Winter
Peter Künzel | BR Fernsehen | Deutschland | 42 Min. | deutsch
Schichtbeginn auf knapp 3.000 Metern: Der Film begleitet Menschen, die im Winter hoch oben in den Alpen arbeiten – auf einer Schutzhütte in Südtirol, mit der Pistenraupe auf dem Zugspitzplatt, als Bergführerin auf den Graten über den Ötztaler Gletschern. Tief verschneite Berge und Gletscherwelten sind für die meisten Menschen ein spektakuläres Fotomotiv oder eine Urlaubserinnerung – für Bergführer, Pistenraupenfahrer oder Hüttenwirte sind sie der Arbeitsplatz. Regisseur Peter Künzel zeigt, wie Menschen im Winter in den unterschiedlichsten Berufen im Hochgebirge arbeiten. Trotz aller Härten wissen alle ihren unvergleichlichen Arbeitsplatz in eisigen Höhen zu schätzen, freuen sich und staunen immer wieder aufs Neue über die Landschaften und die Lichtstimmungen im winterlichen Hochgebirge.
Eigerman – Robert Jasper und die Nordwand
Malte Roeper | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 29 Min. | deutsch
Der Ausnahmebergsteiger Robert Jasper ist in der Szene als „Eigerman“ weltberühmt, der breiten Öffentlichkeit jedoch kaum bekannt. Der Schwarzwälder hat rund 30 Routen in der Eiger-Nordwand durchstiegen, darunter die legendäre „Odyssee“, und insgesamt über ein Jahr in der Wand verbracht. Seine Eisklettereien haben eine ganze Generation inspiriert. 2025 kehrt er in „seine“ Wand zurück. Dabei nähert er sich dem Berg erstmals mit dem Fahrrad, um die Route „Porte du Chaos“ im Alleingang zu versuchen. Der Film zeichnet das Bild seines berggeprägten Lebens.
Regisseur Malte Roeper und Robert Jasper sind anwesend.
Ein ganz normales Leben
Jakob Schweighofer, Hermann Erber | Filmfarm | Deutschland, Österreich | 45 Min. | deutsch
Das Rezept für eine lange, gute Beziehung? Gemeinsam klettern und Abenteuer erleben. Während ihre Altersgenossen in den Ruhestand gehen, planen Ilse und Fritz fröhlich ihre nächsten Kletterreisen. Seit gut 60 Jahren geht das abenteuerlustige Ehepaar unbeirrt wilde Wege. Während einer Klettertour im Mühlviertel entfaltet sich ein Jahrhundertpanorama zwischen Alpen, Wüsten und Himalaya, das den Zuseher staunen und schmunzeln lässt. Doch welche Spuren hinterlässt ein solches Leben in den eigenen Kindern? Vor dem Hintergrund zweier spannender Biografien entspinnt sich eine berührende Reflexion darüber, wie individuelle Freiheit, gegenseitige Verantwortung und gelebte Werte in Einklang gebracht werden können.
Embers
Glut
Trixie Pacis | Sasha Galitzki, Trixie Pacis | Kanada | 24 Min. | englisch/UT deutsch
Am 24. Juli 2024 zerstörte ein Waldbrand in Jasper, Alberta, das Zuhause der Luftakrobatin Sasha Galitzki. „Embers“ verbindet den Verlust ihrer Heimat mit dem Gletscherschwund, den sie seit Jahren beobachtet – zwei Folgen derselben Ursache, des Klimawandels. Ein Jahr nach dem Brand begleitet der Film Galitzki beim Wiederaufbau ihres Lebens und bei der Auseinandersetzung mit den Veränderungen, die Natur und Gemeinschaft prägen. Im Austausch mit Expertinnen sucht sie nach Antworten und findet über ihre Kunst zurück zur Hoffnung. Mit eindrucksvollen Luftakrobatik-Performances wird „Embers“ zu einer bewegenden Botschaft für den Umweltschutz.
Emil & Karl – Kleine Reifen, große Berge
Holger Wimmer | schau ma mal film | Deutschland | 23 Min. | deutsch
Zwei Väter brechen mit ihren kleinen Söhnen Emil und Karl zu einer sechstägigen Mountainbike-Tour durch die Schweizer Alpen auf. Mit schwerem Gepäck und Kinderanhängern bewältigen sie 180 Kilometer und 6.000 Höhenmeter rund um den Schweizerischen Nationalpark im Kanton Graubünden. Zwischen steilen Anstiegen, Wetterumschwüngen und kindlichen Bedürfnissen wird die Reise zur täglichen Herausforderung, aber auch zu einem intensiven Familienabenteuer. Während die Kinder die Natur staunend entdecken, lernen die Väter, Tempo und Erwartungen anzupassen. So entsteht während der anstrengenden Tour eine besondere Vater-Kind-Bindung inmitten einer beeindruckenden Berglandschaft.
Fathom
Matthias und Jakob Weger | Weger Brothers | Italien | 10 Min. | englisch/UT deutsch
„To fathom“ bedeutet, etwas zu ergründen, einer Sache nachzugehen, die Ursachen zu erforschen. Der Kurzfilm des Brüderpaars Jakob und Matthias Weger trägt diesen Titel nicht umsonst. Während des Aufstiegs in einer steilen und schmalen Rinne in den Dolomiten werden die beiden Südtiroler von einem Schneebrett erfasst und in die Tiefe gerissen. Und die Brüder stehen vor der Frage, ob sie weiterhin nur Heldengeschichten, oder auch die oft bittere Realität des extremen Freeridens zeigen und aus der Auseinandersetzung mit eigenen Fehlern lernen wollen.
Fifty-Fifty
Angela Perceival | Arc‘teryx Presents | Kanada | 10 Min. | englisch/UT deutsch
Sich zu einer Seilschaft zusammenzuschließen, bedeutet mehr, als eine Zweckgemeinschaft einzugehen. Schließlich geht es nicht nur darum, ein paar Längen zu meistern. Nein, eine Seilschaft ist nicht nur durch das Kletterseil, sondern auch durch ein unsichtbares Band des Vertrauens und Verständnisses verbunden. In diesem Sinne bilden die Alpinistinnen Ines Papert und Sarah Huenekin ein perfektes Paar. Gemeinsam beweisen die beiden Ü-50-Jährigen, dass Alter nur eine Frage der Perspektive ist – und dass sie in der Lage sind, ihr Potenzial dann gänzlich auszuschöpfen, wenn sie sich als Kletterpartnerinnen gegenseitig unterstützen.
Forever Young
Moritz Attenberger | Stefan Glowacz | Deutschland | 17 Min. | deutsch
Die erfahrenen Abenteurer Stefan Glowacz und Christian Schlesener reisen mit dem deutlich jüngeren Brüderpaar Moritz und Philipp Hans nach Bolivien. Locals haben ihnen vom sagenumwobenen Valle de las Rocas erzählt, wo auf 4.000 Metern unerschlossene Boulder und Felswände herumstehen sollen. Schamanen, Flussdurchfahrten, Götter und eine Yogastunde mit Doña Gilda bereichern die Anreise. Während die Hans-Brüder bouldern und ihr Footage auf Instagram posten, bohren Stefan und Christian Sportkletterrouten ein – und scheuen sich nicht, analoge Weisheiten von sich zu geben. Einig aber sind sich alle: Das Valle de las Rocas ist ein Klettergebiet auf Weltniveau.
Regisseur Moritz Attenberger, Stefan Glowacz und Philipp Hans sind anwesend.
Forward
Nic Collar | Ryan Scott Productions | Kanada | 66 Min. | englisch/UT deutsch
Clay, der 45 Tage vor seinen beiden Drillingsgeschwistern mit einer zerebralen Lähmung geboren wurde, lässt sich nicht einschränken. Geprägt von „Super-Mama“ Joanne, die sich weigert, Behinderung mit Ausgrenzung gleichzusetzen, wachsen die Brüder in festem Glauben an die Kraft von Abenteuern und Zugehörigkeit auf. Clay und sein Drillingsbruder Tanner fokussieren sich auf Skitourengehen und Big-Wave-Surfen. Gemeinsam mit einer bunten Truppe von Weltklasse-Para-Sportlern hinterfragen sie Grenzen und Inklusion in der Natur. Aus der persönlichen Reise entsteht mehr: eine größere Bewegung, Verbundenheit und neue Möglichkeiten – Outdoor-Abenteuer für alle.
Fossa Santa
Das Heilige Grab
Paolo Vinati | Italien | 15 Min. | ladinisch/UT deutsch
In der Kirche von Kolfuschg (ladinisch Calfosch) im Gadertal bauen Gemeindemitglieder zu Ostern jährlich das Heilige Grab („Fossa Santa“) auf – eine Installation aus dem 19. Jahrhundert von großem historischen und künstlerischen Wert. Die eindrucksvolle Passionsdarstellung zeigt verschiedene Szenen aus der Passion Jesu Christi und ist Teil einer bis heute gepflegten regionalen Tradition der Kar- und Osterliturgie im Alpenraum. Der Dokumentarfilm von Paolo Vinati beleuchtet diese besondere Tradition und ihre kulturelle Bedeutung für das Gadertal und darüber hinaus.
Frozen Atlantis – Seeking Wonder in Shifting Lands
Bernhard Schirg | Schweden, Deutschland | 62 Min. | englisch/UT deutsch
Zu Fuß, im Kajak und auf Ski erkundet Regisseur Bernhard Schirg Berg-, Fluss- und Gletscherlandschaften Nordschwedens, die von Wasserkraftwerken, schwindendem Eis und Rohstoffabbau geprägt sind. Auf seinen Erkundungen folgt er Spuren des Gelehrten Olof Rudbeck aus dem 17. Jahrhundert. Auf dessen Expedition entstanden frühe kartografische Bergpanoramen, während er Mythen wie Atlantis und Elysium mit den Landschaften Skandinaviens verband. „Frozen Atlantis“ dringt in die Bedeutungsebenen hinter den heutigen Landschaften vor und untersucht, wie Geschichten unsere Beziehung zur Welt prägen und wie Mythen in sich wandelnden Landschaften bis heute Orientierung bieten.
Gletscherarchäologie
Spurensuche in eisigen Höhen
Sebastian Kirschner | Bayerischer Rundfunk | Schweiz, Italien, Deutschland | 29 Min. | deutsch
Der Klimawandel lässt die Gletscher schmelzen und fördert im Eis eingeschlossene Relikte vergangener Jahrtausende zutage. Eine Fundgrube für Archäologen – und ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn die Gletscherflächen sind verhältnismäßig groß und das jährliche Zeitfenster für Exkursionen sehr kurz. Angesichts des rasanten Klimawandels sind die kommenden 20 Jahre entscheidend. Danach sind Schnee und Eis zu weit abgeschmolzen, um Kulturgüter retten und erforschen zu können. Der Film begleitet die Suche nach historischen Spuren in eisigen Höhlen- und Gletscherlandschaften und zeigt, wie Archäologinnen und Archäologen Zeugnisse früherer Zeiten sichern und untersuchen.
Gletscherkonzert Chiara Schmidt
Klettern, Klima und Klavier · Chiara Schmidt
Elena Blume | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 12 Min. | deutsch
Bergsport und Umweltschutz sind für Chiara Schmidt kein Widerspruch. Die Pianistin aus Salzburg ist begeisterte Kletterin und engagiert sich für den Klimaschutz, indem sie ihre Musik in die Berge bringt. Mit Konzerten auf Gipfeln und im Hochgebirge will sie auf die dramatischen Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Unterstützt von Freundinnen und Bergkameraden transportiert sie ihr Keyboard und die Ausrüstung zu entlegenen Spielorten in beeindruckender Kulisse. Der Film begleitet sie beim Klettern am Plombergstein und bei einem Gletscherkonzert in den Hohen Tauern – und zeigt dabei die Verbindung von Musik und Naturerlebnis.
Hof in neuen Händen
Bernhard Wohlfahrter | BR Redaktion Heimat | Deutschland | 43 Min. | deutsch
Einen Bauernhof zu übernehmen bedeutet, ein Lebenswerk fortzuführen – meist innerhalb der Familie. Doch was geschieht, wenn sich kein Hoferbe findet? Filmautor Bernhard Wohlfahrter begleitet für die BR-Redaktion Heimat junge Frauen und Männer, die ihren Traum vom eigenen Bauernhof und einem Leben in größtmöglicher Autarkie auf unterschiedlichen Wegen verwirklichen. Sie übernehmen leerstehende oder außerfamiliär vermittelte Betriebe und führen diese mit viel Einsatz und Hingabe weiter. Dabei entstehen neue Formen von Landwirtschaft – zwischen Tradition, Gemeinschaft und ökologischer Zukunftsgestaltung.
Ice Women
Jens Becker, Dorothea Braun | Dorothea Braun | Deutschland, Österreich | 90 Min. | englisch, deutsch, inuktun, iñupiaq/UT deutsch
Der Film erzählt die Geschichte der Arktis neu – aus der Perspektive von Frauen. Drei außergewöhnliche Pionierinnen, die unter extremen Bedingungen reisten, forschten und überlebten, treten aus dem Schatten einer männlich geprägten Expeditionsgeschichte. Ihre Erfahrungen spiegeln sich in heutigen Wissenschaftlerinnen und Inuit- Frauen, die im Spannungsfeld von Klimawandel, Forschung und Erinnerung stehen. Der Film verbindet selten gezeigtes Archivmaterial mit Stimmen aus der Gegenwart und eröffnet einen vielschichtigen Blick auf Natur, Wissen und weibliche Selbstermächtigung in einer der fragilsten Regionen der Erde.
Ils furbazs da Cavaione
Die „Furbi“ von Cavaione
Romana Costa | Radiotelevisiun Svizra Rumantscha RTR | Schweiz | 26 Min. | rätoromanisch, italienisch/UT deutsch
Die Bewohner des abgelegenen Dorfes Cavaione oberhalb des Puschlavs nahe der Grenze zum Veltlin wechselten jahrhundertelang geschickt zwischen Schweizer und italienischer Identität, um Steuern und Militärdienst zu umgehen. Erst 1875 erhielten sie die Schweizer Staatsbürgerschaft, der Weiler und 108 Menschen wurden der Gemeinde Brusio zugeteilt. Heute leben nur noch acht Menschen ganzjährig in Cavaione. Zum 150‑jährigen Jubiläum strömte das ganze Tal herbei und erinnerte an das Dorf, das als letztes der Eidgenossenschaft beitrat. Seine Geschichte steht für Überlebenskunst, das Überwinden und Akzeptieren von Grenzen sowie regionale Identität in den Bündner Alpen.
Inner Fight
Núria Castán Barón | Spanien, Österreich | 21 Min. | katalanisch, spanisch/UT deutsch
Die autobiografische Dokumentation von Núria Castán Barón begleitet die Zweitplatzierte der Freeride World Tour 2024 auf ihrem Weg vom Beginn ihrer Snowboard-Karriere bis zu einem einschneidenden Erlebnis: Am 4. April 2023 überlebt sie eine Lawine, deren Folgen ihre psychische Gesundheit stark beeinträchtigen. Aus Leidenschaft wird Angst und Schmerz. Dann folgt der Heilungsprozess, in dem die junge Frau lernt, ihre Vergangenheit anzunehmen und die Kontrolle über ihre Gedanken zurückzugewinnen. In ästhetisch gestalteten Bildern beschreibt Núria ihren Kampf und ihr Comeback in den Freeride-Sport – eine Geschichte über Resilienz, mentale Gesundheit und innere Stärke.
Izarren Zaunka
Das Bellen der Sterne
Nagore Eceiza Mujica | El Santo Films | Spanien | 12 Min. | baskisch/UT deutsch
Hinfallen und wieder aufstehen. Hinfallen und wieder aufstehen, jeden Tag. Das ist der Kern und der Ausgangspunkt des Films. Ein Mann ist aus gesundheitlichen Gründen niedergeschlagen, lebt in der Stadt und leidet unter Schlaflosigkeit. Von dort aus begibt er sich an einem ganz normalen Tag auf den Weg in die Natur, zum Klettern, und findet so vom inneren Chaos zum seelischen Frieden. Der Film weist Elemente einer poetischen Erzählung auf. Der Titel „Izarren Zaunka – Das Bellen der Sterne“ dient als poetische Metapher für die innere, nächtliche Unruhe, die im Verlauf des Films in eine stille Verbindung zur Natur mündet.
K2 – Chasing Shadows
Hugo Clouzeau, David Arnaud | Movio Sarl | USA, Frankreich, Schweiz | 66 Min. | französisch, englisch/UT deutsch
Alpinist Benjamin Védrines zählt zu den stärksten Höhenbergsteigern seiner Generation. Er ist für sein enormes technisches Können ebenso bekannt wie für seine Speed-Besteigungen in den Alpen und im Himalaya. Sein großes Ziel: den K2 (8.611 m) ohne zusätzlichen Sauerstoff in Rekordzeit zu besteigen. Doch der Film begleitet ihn nicht nur bei dieser extremen Herausforderung, sondern auch auf einer persönlichen Suche nach Sinn und Orientierung. Er erzählt von den körperlichen und mentalen Grenzen, die auch für einen Ausnahmeathleten gelten. Dies zu akzeptieren, erfordert von Védrines eine Reise, die weit über den Gipfel hinausführt. Hugo Clouzeau erhielt 2024 den Preis des Deutschen Alpenvereins (DAV) in der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ für „Nuptse“.
K2 – Mon Amour
Mathieu Rivoire | Mathieu Rivoire Films | Frankreich | 40 Min. | französisch, englisch/UT deutsch
Im Sommer 2024 brechen die Alpinistin Liv Sansoz und der Bergsteiger Zeb Roche zum K2 (8.611 m) auf. Ihr ehrgeiziges Ziel ist, den zweithöchsten Berg der Erde ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen und anschließend im Tandem-Gleitschirm vom Gipfel zu starten. Mit spektakulären, bislang ungesehenen Aufnahmen ist der Film weit mehr als die Dokumentation eines außergewöhnlichen Gipfelversuchs. Er begleitet das Paar durch Zweifel, Entbehrungen und entscheidende Momente einer Expedition und wird zu einer poetischen Liebeserklärung an die wilde, raue und zugleich faszinierende Schönheit des K2 und seiner einzigartigen Hochgebirgslandschaft.
Karma: The Line Between
Marcin Tomaszewski | Marcin Tomaszewski, START Foundation | Polen, Spanien | 10 Min. | polnisch/UT deutsch
Manche Ereignisse bleiben in Orten, Erinnerungen und Beziehungen lebendig. „Karma“ führt durch vertraute Räume – ein Zuhause, die Stadt, einen Flughafen und die Berge, die sich nach und nach in eine stille Geschichte über Entscheidungen und ihre Folgen fügen. Inspiriert von eigenen Erfahrungen als Alpinist und Big-Wall-Kletterer greift Marcin Tomaszewski Momente auf, in denen Menschen an einer Weggabelung stehen. Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen, während Stimmen nahestehender Menschen wie ferne Echos zurückkehren. Ein poetischer Film über Übergänge, Erinnerung und den Mut, einen eigenen Weg zu gehen.
Klettern am Salbitschijen
Malte Roeper | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 27 Min. | deutsch
Steil, spektakulär und traditionsreich: Der Salbitschijen (2.985 m) im Schweizer Kanton Uri zählt zu den bekanntesten Granit-Kletterbergen der Alpen. Malte Roeper erkundet das Massiv auf mehreren Routen mit verschiedenen Seilpartnern. Mit Rita Christen klettert er am Westgrat, später führt ihn Dan Loutrel über den Südgrat Richtung Gipfel. Salbitbrücke, Salbithütte und ein Biwak auf 2.400 Metern gehören zu den Höhepunkten. Begegnungen mit prägenden Persönlichkeiten wie Moses Gamma runden die Tour ab. Malte Roeper erhielt gemeinsam mit Tom Dauer 2004 den Preis für den besten Landschaftsfilm für „Die Alpen – Eine Reise durch Bayrisch-Afrika“.
Kongo – Of Mud and Blood
Kongo – Im Rausch der Hoffnung
Jean-Gabriel Leynaud | PallasFilm GmbH | Frankreich, Deutschland | 90 Min. | französisch, swahili, kinyarwanda/UT deutsch
Ein ebenso wichtiger wie beeindruckender Film. Aus der Perspektive seiner Protagonisten und Protagonistinnen erzählt er vom Leben in Numbi, einer kleinen Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Unmittelbar führt er in den Alltag der Menschen, die das Erz Coltan unter extremen Bedingungen abbauen – ein Rohstoff, der für nahezu alle modernen elektronischen Geräte unverzichtbar ist. Mit seinem beobachtenden, nie urteilenden Blick schafft es Filmemacher Jean-Gabriel Leynaud, die grausame Härte eines Lebens zwischen Staub und Schlamm, zwischen Rausch und Entbehrung zu zeigen. Ohne erhobenen Zeigefinger dokumentiert er, welche Folgen die Globalisierung zeitigt und wer die Kosten der Digitalisierung trägt. Ein Film, der uns alle angeht.
Kronoshock
Ignasi López Fàbregas | Spanien | 10 Min.
In einem abgelegenen Tal, umgeben von Wiesen und Flüssen, erhebt sich eine gewaltige Wand aus Fels und Schnee. Der abenteuerlustige Lord Cliffrider will als Erster den mythischen Gipfel erreichen. Doch während er dem Ruf des Berges folgt, dehnt sich die Zeit und sein Ziel entgleitet. „Kronoshock“ ist ein Stop-Motion-Film über Wandel im Alpinismus und die Frage nach Fortschritt. Mit poetischen Bildern verbindet er Epochen des Bergsteigens zu einer Reflexion über Ehrgeiz, Vergänglichkeit und Mensch-Natur-Beziehungen. Ignasi López Fàbregas erhielt 2021 den „Preis für den besonderen Film“ für „El Gran Hito“.
La Cimota – Mein innerer Berg
Johannes Aitzetmüller | fancy tree films | Österreich | 6 Min. | deutsch
Der künstlerisch-poetische Kurzfilm beschreibt das Freeski-Leben von Matthias Haunholder. „La Cimota“ ist für ihn eine innere Landschaft, sein innerer Berg – eine Lebensweise und Philosophie zwischen Skifahren, Leistungssport, Expeditionen und der Suche nach Sinn, Erfüllung und Gleichgewicht. Regisseur Johannes Aitzetmüller übersetzt diese Biografie in einen atmosphärisch dichten, visuell starken Filmraum zwischen Erinnerung, Traum und Zeitdehnung. Er erzählt von einer Reise, in deren Mittelpunkt zunächst sportlicher Erfolg, jetzt aber existenzielle Fragen nach Bewusstsein und Identität stehen. „La Cimota“ ist schließlich kein Ort, sondern ein Zustand.
La Pietà
Pepe Andreu, Rafa Molés | Suicafilms, Axfilms, Studio Nominum | Spanien, Island, Litauen | 82 Min. | isländisch/UT deutsch
Vor mehr als einem Jahrhundert zogen sich Flosi Björnsson und seine sieben Geschwister an den Fuß des Vatnajökull, Islands größtem Gletscher, zurück. Keiner von ihnen heiratete oder bekam Kinder. Sie widmeten ihr Leben in radikaler Isolation dem Gletscher, lange bevor von dessen Schmelzen die Rede war. Wie ein Walskelett am Ufer blieb ihr abgelegener Hof neugierigen Blicken verschlossen – bis heute. Der Fotograf Ragnar Axelsson kehrt an den Ort seiner Kindheitssommer zurück, öffnet die Türen, und Flosis Stimme klingt erneut durch das Haus. Aus fotografischem Archivmaterial, vor dem Zerfall geretteten Objekten und neuen Aufnahmen entsteht ein poetischer Dokumentarfilm über das Zusammenspiel von Erinnerung und Verlust inmitten einer schwindenden Gletscherwelt.
Lange Tage
Moritz Grötsch | Rémi Königswenger | Deutschland | 22 Min. | deutsch
Der Dokumentarfilm „Lange Tage“ von Moritz Grötsch begleitet Bernhard Kämmerer auf seinem Weg zum Transcontinental Race 2025, einem der härtesten selbstunterstützten Ultra-Radrennen Europas: 4676 Kilometer von der spanischen Atlantikküste bis ans Schwarze Meer. So ungeheuerlich dieses Vorhaben klingt, so akribisch bereitet sich Kämmerer auf sein Abenteuer vor. Dabei nimmt er den Zuseher mit auf seine Trainingstouren, lässt ihn teilhaben an Zweifeln, Sorgen und Ängsten. Ob der Ausdauersportler letzten Endes am Ziel ankommt, wird dabei zweitrangig. Denn das Wichtigste ist, das macht der Film deutlich, überhaupt aufzubrechen.
Le tracce del Lupo
Die Spuren des Wolfes
Alessandro Ingaria, Álvaro Congosto | Italien | 23 Min. | italienisch/UT deutsch
„Die Spuren des Wolfes“ erzählt die Geschichte von Erik, einem Parkranger, der an Leukämie erkrankt und dank einer Stammzelltransplantation überlebt – die Spende stammt von einem Baby aus Spanien. Während sich sein Körper radikal verändert, kehrt Erik in die Berge der italienischen Alpen zurück, wo er Wölfe beobachtet und verfolgt. Basierend auf seinem Krankheitstagebuch entsteht ein filmisches Protokoll von Behandlung und Rückkehr ins Feld. Aus Notizen und Beobachtungen wird eine parallele Landkarte von Angst, Ausdauer und Genesung. Die Spurensuche im Schnee spiegelt den Heilungsprozess – und der Wolf wird zum Symbol für Widerstandskraft und Lebenswille.
Loving Karma
Johnny Burke, Andrew Hinton | Andrew Hinton | Indien | 80 Min. | hindi, tibetisch, englisch/UT deutsch
„Loving Karma“ von Johnny Burke und Andrew Hinton ist die Fortsetzung des Emmy-prämierten Dokumentarfilms „Tashi and the Monk“. Zwölf Jahre nach ihrem erstem Besuch kehren die Filmemacher nach Jhamtse Gatsal im Himalaya zurück, einer vom ehemaligen buddhistischen Mönch Lobsang Phuntsok gegründeten Gemeinschaft für Kinder mit schweren traumatischen Erfahrungen. Im Zentrum des Films stehen Lobsang selbst, die inzwischen herangewachsene Tashi sowie Kinder, die in jüngerer Vergangenheit in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Ein beeindruckender Film über die Arbeit eines beeindruckenden Mannes, der mit gelebter Liebe, Fürsorge und Geduld Kindern eine zweite Lebenschance verschafft.
Materia Prima
Jens Schanze | Mascha Film GbR | Deutschland | 90 Min. | spanisch, englisch, quechua, aymara/UT deutsch
Das weltweit größte Lithiumvorkommen liegt in und rund um den bolivianischen Cerro Rico. Während sich europäische Akteure den Rohstoff für die Automobilindustrie sichern wollen, verbinden die Menschen vor Ort damit die Hoffnung auf einen Ausweg aus der Armut. Der Film zeigt multiperspektivisch, wie unterschiedlich die Interessen und Wahrnehmungen sind. Unternehmer und Diplomaten üben sich in Verhandlungen, während sich ein Bauer, eine Lamahirtin, eine Minenwächterin, eine Anwältin, ein Bergarbeiter und eine Aktivistin gegen die Ausbeutung der Rohstoffe durch ausländische Unternehmen wappnen. Diese hat in Bolivien eine lange Geschichte: Zitate eines indigenen Chronisten aus dem 16. Jahrhundert zeigen, dass der Wohlstand Europas auf grausamer und gewaltvoller Plünderung der Silberadern im Cerro Rico gründete.
Matinee
Die preisgekrönten Filme 2026
Es hat einen besonderen Reiz, einen ganzen Tag im Kino zu verbringen. Denn wie kaum ein anderes Medium bietet Film die Möglichkeit, in andere Wirklichkeiten einzutauchen, interessante Menschen kennenzulernen, deren Lebenswelten zu verstehen und damit den eigenen Horizont zu erweitern. Alles das also, was das Bergsteigen und Reisen ausmacht – nur ohne sich aus Tegernsee fortbewegen zu müssen. Gezeigt werden der Gewinner des „Großen Preises der Stadt Tegernsee“ sowie die Sieger in den Kategorien „Erlebnisraum Berg“, „Naturraum Berg“ und „Lebensraum Berg“. Außerdem kommen die Träger des „Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreises“ sowie des „Bayern2-Publikumspreises“ auf die große Leinwand. Das Programm der Matinee wird am Samstagabend veröffentlicht. Bei großer Nachfrage werden die Siegerfilme im Kinozelt und im Medius gespielt.
Mont Blanc – Von Chamonix auf das Dach der Alpen
Otto Guggenbichler | Bayerischer Rundfunk | Deutschland | 36 Min. | deutsch
Nach seinen Anfängen im Hörfunk des Bayerischen Rundfunks wechselte der junge Tegernseer Otto Guggenbichler zum noch jüngeren Fernsehen. Dort gelang es ihm früh, seine Leidenschaft für die Berge mit seiner Arbeit als Filmemacher zu verbinden. So reiste er 1957 nach Chamonix, um einen Film über den Ort und seinen Hausberg zu drehen, den Mont Blanc. Für die Aufnahmen von der Besteigung des höchsten Alpengipfels zeichnete der bekannte Kletterer und Kameramann Martin Schließler aus Baden-Baden verantwortlich. Wer das Chamonix von heute mit seinem Touristentrubel kennt, wird sich über die Bilder Schließlers ebenso wundern wie freuen.
Montenegro – Die Schäferin und der Wind des Fortschritts
Galina Breitkreuz | Charles Breitkreuz, B-Picture GbR | Deutschland | 43 Min. | deutsch
170 Schafe und Ziegen besitzt Slavka Adžović. Sie ist die einzige Frau in Montenegro, die als Schäferin arbeitet und die einzige Romni im Land, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdient. Lesen und schreiben lernte sie nie. Doch durch ihre Liebe zu den Tieren fand sie trotzdem einen Weg, sich als selbständige Landwirtin zu behaupten. Neben ihrer Almhütte auf der windausgesetzten Hochebene von Krnovo grasen auch noch vier Kälber und 14 Kühe, deren Milch sie verkauft. In eindrucksvollen Bildern erzählt Regisseurin Galina Breitkreuz von einem selbstbestimmtem Leben zwischen Tradition und Fortschritt.
Monteviasco, Italiens vergessenes Bergdorf
Mirella Pappalardo, Lucia Vannucchi | Spiegel TV GmbH | Deutschland | 30 Min. | deutsch
Monteviasco ist ein abgelegenes Dorf in der Lombardei, weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, ohne Geschäfte und Schule. Seit die Seilbahn, die in das Dorf hinaufführt, vor sieben Jahren den Betrieb eingestellt hat, ist Monteviasco nur noch über einen zweistündigen Fußmarsch oder per Helikopter erreichbar. Fünf verbliebene Bewohnerinnen und Bewohner harren dennoch in dem „vergessenen Bergdorf“ aus. Der Film beobachtet ihren isolierten Alltag inmitten schwindender Infrastruktur. Zugleich dokumentiert er die stille Beharrlichkeit der verbliebenen Bewohner und stellt die Frage, welche Zukunft die Dorfgemeinschaft erwartet.
Move Mountains
Abhishek Tiwari | Abhishek Tiwari, Cinecompass Creations | Indien | 23 Min. | englisch/UT deutsch
In der Welt des Kletterns werden ständig „Berge versetzt“. Das ist mehr als nur eine Metapher – es spiegelt das Streben nach dem Unerreichbaren, dem Unmöglichen wider. In seiner reinsten Form verwirklicht sich dieses Streben beim Bouldern, dem Klettern an Findlingen, ohne Seil und Sicherungsmaterialien. Bernd Zangerl ist ein Pionier und Meister dieser Spielform. In seiner zweiten Heimat im indischen Himalaya hat der Vorarlberger sein persönliches Shangri-La gefunden. Der indische Filmemacher Abhishek Tiwari blickt aus seiner Sicht auf Zangerls Tun – und lernt einen Menschen kennen, für den die granitenen Felsblöcke das Fundament eines konsequenten und spirituellen Lebens bilden.
Muskox
Chris Schmid | Chris Schmid, Stay Wild Studio | Schweiz | 53 Min. | englisch/UT deutsch
Sie sind die stillen und stoischen Meister der arktischen Tundra: Moschusochsen. Seit gut einer Million Jahren bewohnen die Paarhufer die unwirtlichen, kalten, sturmumtosten Regionen weit nördlich des Polarkreises. In atemberaubenden Bildern erzählt der Film vom Leben der stämmigen Tiere, vom Zusammenhalt innerhalb der Herde, von Rudelkämpfen, von der Bedrohung durch Polarwölfe und Eisbären, von gnadenlosen Wintern und von der Intensität und Kraft des Lebens in einer der extremsten Landschaften der Erde. Doch das Leben der Moschusochsen ist bedroht. Die Folgen des Klimawandels und des Rohstoffabbaus schränken ihren Lebensraum immer stärker ein. Kann eine der ältesten Spezies in Zukunft überleben?
Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus
Tom Dauer, Christoph Gripentrog | David Göttler | Deutschland | 49 Min. | englisch/UT deutsch
Mit seinem Vorhaben, den Nanga Parbat im Alpinstil zu besteigen, setzt David Göttler der Absurdität des Lebens seine Leidenschaft entgegen. „Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus“ stellt einen Athleten in den Mittelpunkt, der sich selbst als „Experte im Scheitern“ bezeichnet. Im Verlauf von zwölf Jahren unternimmt er fünf Expeditionen, um den 8.125 Meter hohen Nanga Parbat über die „Schell-Route“ zu besteigen. Seine Vorstöße in die Rupalflanke werden zu einem Lernprozess, der den bergsteigenden Sisyphus als Alpinisten und als Menschen formt.
Protagonist David Göttler und Regisseur Tom Dauer sind anwesend.
Natura Fugit
Natur auf der Flucht
Jesús Mari Lazkano | dibulitoon studio und Art Frame | Spanien | 22 Min. | englisch/UT deutsch
Der animierte Kurzfilm „Natura Fugit“ ist von einem von den Nationalsozialisten beschlagnahmten und verschollen geglaubten Gemälde Caspar David Friedrichs inspiriert, der das Mer de Glace im Mont-Blanc-Massiv zeigt. Auf dem Gletscher stehend entfaltet sich eine Zeitreise durch eine sich wandelnde Bergwelt. Aus der Perspektive des Eises wird die zunehmende Vermenschlichung der Natur ebenso sichtbar wie die Folgen von Klimawandel und globaler Erwärmung. Der über vier Jahre entstandene Film basiert auf fast 3.000 großformatigen Zeichnungen von Jesús Mari Lazkano und verbindet ästhetische und ökologische Aspekte.
Northaway
Leon Buchholz | THV Productions Thelonious Hartmann | Deutschland | 24 Min. | deutsch
Zwei Freundinnen brechen auf zu einer Ski-Expedition über den Jostedalsbreen, den größten Festlandgletscher Europas. Ihr Ansatz ist minimalistisch. Sie reisen mit dem Zug nach Norwegen, bereiten ihr Essen im Voraus selbst zu und reduzieren ihre Ausrüstung auf das Nötigste. Auf der Durchquerung der gewaltigen Eislandschaft geraten sie in extreme Wetterbedingungen, kämpfen sich durch Stürme und Whiteouts und erleben zugleich die überwältigende Schönheit einer sich ständig verändernden Natur. Die bewusste Reduktion der Mittel, das Vertrauen auf das eigene Können und die unmittelbare Erfahrung der Wildnis sind die Ingredienzen eines großen Abenteuers.
Nouveau Regard
Neue Perspektiven
René Grincourt | David Bertschinger Karg, Gregor Betschon | Schweiz | 19 Min. | französisch, englisch/UT deutsch
René Grincourt erzählt von der Neuentdeckung einer alpinen Landschaft. Die Gipfel des Mont-Blanc-Massivs werden zur Kulisse für eine leise Form des Erkundens – dem alpinen Bouldern. Gemeinsam mit Clément Lechaptois, Jim Pope und Ashima Shiraishi erschließt der Franzose in großer Höhe ein neues Bouldergebiet. Im Zentrum steht dabei nicht die sportliche Leistung, sondern eine veränderte Beziehung zu den Bergen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels wird die langsame, achtsame Annäherung zu einer Einladung, der verletzlichen alpinen Welt zuzuhören und eine neue Verbindung zu ihr zu finden.
Ohne Geld durch die Schweiz – Der Selbstversuch
Matthias Rusch | Schweizer Fernsehen SRF | Schweiz | 29 Min. | schweizerdeutsch/UT deutsch
Die Schweiz: eines der reichsten Länder der Welt. Die Bewohnerinnen und Bewohner: meist etwas reserviert. Wie schwierig ist es, ohne Geld durch dieses Land zu reisen? Matthias Rusch, Reporter beim Schweizer Fernsehen SRF, macht die Probe aufs Exempel. In vier Tagen reist er zu Fuß und per Anhalter von Zermatt quer durch die winterliche Schweiz bis an den Bodensee. Ohne Geld, ohne Proviant, nur mit einem Rucksack und einem Mobiltelefon, um den Selbstversuch zu filmen, bei dem er seine Arbeitskraft gegen Kost und Logis eintauscht. Ein Abenteuer vor der Haustür, das zu überraschenden Begegnungen und eindrucksvollen Erfahrungen führt.
Pedro – Ein Leben in den Bergen
Alexander Stratigenas | Timothy Ross, Noah Weyermann, Jona Weyermann; ORISONO GmbH | Schweiz | 30 Min. | schweizerdeutsch/UT deutsch
Pedro Casanellas ist ein leidenschaftlicher Bergführer, Kletterer und Skilehrer, der seit seinem 15. Lebensjahr in der Schweiz lebt. Inmitten der Alpen hat er nicht nur seine Berufung, sondern auch sein Zuhause gefunden. Im Kanton Tessin bewohnt Casanellas ein einfaches Rustico, ohne jeglichen Komfort, aber dafür in unmittelbarer Nähe zur umgebenden Natur. „Pedro – Ein Leben in den Bergen“ ist ein berührender Dokumentarfilm über einen Menschen, der es geschafft hat, sein Denken und Tun in Übereinstimmung zu bringen – ein leiser Film über Freiheit, Naturverbundenheit und ein bewusstes Leben abseits der Moderne.
Persistence – Im Rhythmus der Straße
Lars Goos | Spanien | 30 Min. | englisch/UT deutsch
Dies ist die Geschichte einer vierköpfigen Familie, die in einem selbst ausgebauten Camper lebt. Auf den ersten Blick wirkt dieses Leben frei und einfach: Die Eltern gehen gemeinsam zum Klettern, die Reise führt durch schöne Landschaften, die Kinder wachsen in enger Verbindung zur Natur auf. Doch zwischen stillen Morgenstunden und spektakulären Sonnenuntergängen gibt es auch eine Realität, die von ständiger Anstrengung, Verzicht und Durchhaltevermögen geprägt ist. Regisseur Lars Goos zeigt mit empathischem Blick, wie viel Kraft man braucht, um einen alternativen Lebensentwurf jenseits gesellschaftlicher Konventionen zu leben.
Pionierinnen am Berg
Lisa Röösli | SRF, Schweizer Radio und Fernsehen | Schweiz | 50 Min. | deutsch
Nina Caprez, Nicole Niquille und Rita Christen – drei Frauen, die ihren Leidenschaften folgten und so en passant zu Pionierinnen wurden. Denn auch wenn sie sich das Thema Gleichberechtigung nicht plakativ auf die Fahnen schrieben, schafften sie es doch, sich in einer männlich geprägten Welt zu behaupten. Der Dokumentarfilm wirft einen Blick zurück in die Zeit, die von Vorurteilen gegenüber Bergsteigerinnen geprägt war. Zugleich vermittelt er, dass gerade die Berge Räume öffnen, um ein selbst bestimmtes Leben führen zu können. So wurden die drei Protagonistinnen zu Wegbereiterinnen – und hinterließen Spuren, denen junge Frauen folgen können.
Play-Off
Gaël Truc | Italien | 29 Min. | italienisch/UT deutsch
Die kurze Geschichte einer großen Liebe zwischen einem Bergdorf und dem Eishockey, der in den 1970er-Jahren zum kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde wird. Mit wachsender Leidenschaft widmet sich eine ganze Generation dem Spiel, das bald den Alltag und das Lebensgefühl prägt. Zwischen packenden Matches und langen Abenden entsteht eine eigene kleine Welt aus Emotionen und Zusammenhalt. Doch selbst die intensivsten Liebesgeschichten sind nicht für die Ewigkeit gemacht – und so endet auch diese Ära zwischen Eis, Erinnerungen und Abschied. Gaël Truc erhielt 2022 für seinen Film „Combat“ die Auszeichnung „Bester Film in der Kategorie Lebensraum Berg“.
Preisverleihung
Spannend gestaltet sich die Preisvergabe. Musikalisch umrahmt stellen wir die Siegerfilme in Ausschnitten vor, begrüßen Preisträgerinnen und Preisträger live oder auf der Leinwand und feiern gemeinsam den Abschluss des 23. Internationalen Bergfilm-Festivals 2026.
Retro – An Undiscovered World
Rückwärts ins Abenteuer
Brian Hall, Jess James | Brian Hall | Großbritannien | 13 Min. | englisch/UT deutsch
Wahrscheinlich muss man Brite sein, um auf so eine spleenige Idee zu kommen: das Rückwärtsgehen, das Rückwärtslaufen und ja, sogar das Rückwärts-Bergsteigen. Ausgehend von einem nicht ganz ernst gemeinten, aber spektakulären Rekordversuch in den 1970er-Jahren, begibt sich der Film auf eine unterhaltsame und überraschende Reise durch mehr als zwei Jahrhunderte „Retro“-Geschichte. Dabei begegnet er Menschen, die rückwärts Marathons laufen oder die Welt umrunden wollen, oder die den Kilimandscharo auf ungewöhnliche Weise besteigen – nach unten blickend, wenn sie auf-, und nach oben blickend, wenn sie absteigen. Ein origineller Film über die unschuldige Freude am Perspektivenwechsel.
Run Again
Alexis Berg | Little Hell Production | Frankreich | 67 Min. | englisch/UT deutsch
Dave Pen, Sänger der britischen Rockband Archive, steht nach Jahren des Stillstands an einem Wendepunkt. Während die Pandemie das Tourleben zum Erliegen bringt, sucht der 45-Jährige nach einer erfüllenden Herausforderung. Er findet sie in einer der härtesten Ausdauerprüfungen Großbritanniens: dem winterlichen „Spine Race“ entlang des Pennine Way. Der Film begleitet ihn auf einer körperlich wie mental extremen Reise durch Kälte, Erschöpfung und Zweifel. Im Mix aus Konzertmitschnitten, persönlichen Erinnerungen und endlosen Laufkilometern entsteht das intime Porträt eines Menschen, der Sinn und Identität im Neuanfang sucht.
Shaped by Land
Emily Sullivan | Vast Expanses | USA | 16 Min. | englisch, grönländisch, dänisch/UT deutsch
Adam Kjeldsen gehört in einer Branche, die weitgehend von internationalen Anbietern dominiert wird, zu den wenigen Inuit-Skiführern Grönlands. Der Dokumentarfilm begleitet ihn bei seinem Einsatz für eine Form des Skitourismus, die stärker in der lokalen Gemeinschaft verankert ist und den Menschen vor Ort zugutekommt. Vor der eindrucksvollen Kulisse arktischer Berge und Fjorde entsteht das Porträt eines Mannes, dessen Beziehung zum Land weit über den Sport hinausreicht. Dabei thematisiert der Film Fragen von kultureller Identität, wirtschaftlicher Teilhabe und dem Recht, die eigene Heimat selbst zu gestalten.
Sherpa – Trouble on Everest
Jennifer Peedom | Felix Media, Arrow Media | Australien | 95 Min. | englisch, nepali/UT deutsch
Regisseurin Jennifer Peedom wollte die Spannungen der Everest-Saison 2014, als sich der Ärger über gefährliche Arbeitsbedingungen und wirtschaftliche Ausbeutung in Handgreiflichkeiten entlud, aus der Perspektive der Sherpas dokumentieren. Doch während der Dreharbeiten verändert eine Lawine im Khumbu-Eisbruch, bei der 16 Sherpas ums Leben kommen, den filmischen Ansatz grundlegend. Im Mittelpunkt stehen fortan die Trauer und der Zusammenhalt der Sherpa-Gemeinschaft, die sich nach der Tragödie entschließt, das Geschäft am Berg, den sie Chomolungma nennt, zurückzuerobern.
Jennifer Peedom wurde 2026 mit dem „Grand Prix“ der International Alliance for Mountain Film für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.
Si les glaciers ne revenaient pas
Wenn die Gletscher nicht zurückkehrten
Yves Magat | IDIP Films, Musée valaisan des Bisses | Schweiz | 51 Min. | französisch/UT deutsch
Zum Ende des 21. Jahrhunderts werden die meisten Alpengletscher verschwunden sein. Dies wird auch erhebliche Auswirkungen auf die Walliser „Bisses“ haben, ein traditionelles Bewässerungssystem, das auf dem Transport von Gletscherschmelzwasser basiert. Die Berglandwirtschaft, der Tourismus, die Energieerzeugung und die Ökosysteme sind davon betroffen. Wasser wird weiterhin im Mittelpunkt der Debatte stehen. Aber liegt in den gemeinschaftlich bewirtschafteten „Bisses“ vielleicht sogar ein Lösungsansatz? Der Film begleitet Gaëtan Morard, Direktor des Musée valaisan des Bisses, auf dem Wasserpfad, wo er auf Menschen trifft, die sich heute mit den Problemen von morgen befassen.
Si Vîf – A Life of a Musician
Si vîf – Das Leben eines Musikers
Dorino Minigutti | Agherose s.r.l. | Italien | 58 Min. | friaulisch und italienisch/UT deutsch
„Si Vîf“ bedeutet auf Friaulisch sinngemäß „so ist das Leben“. Der Singer-Songwriter Gigi Maieron ist sein ganzes Künstlerleben lang in den Bergen seiner norditalienischen Heimat verwurzelt. Auf den Gipfeln und in den Tälern Karniens, wo sich raue Natur und stille Weite begegnen, entfaltet sich ein künstlerischer Kosmos, der von Maierons Intuition, seiner Eigenwilligkeit und seiner poetischen Kraft geprägt ist. In einer Mischung aus Alltagsszenen, Bühnenmomenten und Rückblicken entsteht das Porträt eines Musikers, dessen Werk eng mit seiner Herkunft verbunden ist.
Six Days to the Edge – Ein Highline-Abenteuer an den Angel Falls
Valentin Rapp | Deutschland | 61 Min. | deutsch, englisch, spanisch/UT deutsch
Der Filmemacher Valentin Rapp begleitet eine Crew, die eine Highline über den Salto Ángel spannt, einen 800 Meter hohen Wasserfall am Tafelberg Auyan in der venezolanischen Gran Sabana – ein Traum, der über 16 Jahre gereift ist. Die Gruppe erreicht ihr Ziel nach einer spannenden Reise durch wilde Landschaften, gepeinigt von tropischen Regengüssen und schweren Rucksäcken. Doch nicht nur die Highline an sich stellt die Athleten vor Herausforderungen: In Venezuela wird zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits deutlich, dass die US-amerikanische Regierung eine Militäroperation plant.
Regisseur Valentin Rapp aus Rosenheim sowie Lukas Irmler und Antonia Rüede-Passul sind anwesend.
Sustraiak, raíces perdidas
Sustraiak, verlorene Wurzeln
Luis Arrieta Etxeberria | La Docfilms | Spanien, Marokko | 73 Min. | spanisch, arabisch/UT deutsch
Hiba, Bachir und Manan – drei junge Menschen, die als Kinder ohne elterliche Begleitung aus ihren Herkunftsländern in die spanische Provinz Navarra migrierten. In der neuen Umgebung finden sie im Klettern und in den Bergen einen Ort der Freiheit, an dem ihre Sorgen in den Hintergrund treten und sie ein neues Selbstbewusstsein entwickeln können. Die Natur wird zum Raum, in dem die Geflüchteten ankommen, sich stärken und sich ihrer selbst vergewissern können. Doch während sich ihre Lebenswege langsam auseinanderentwickeln, wird auch die Fragilität dieser gemeinsamen Zuflucht deutlich. Zwischen traumatischer Vergangenheit, Gegenwart und unsicherer Zukunft stellt sich die Frage, wie Zugehörigkeit entstehen kann, wenn die eigenen Wurzeln gekappt werden.
The Fast Line
Jochen Schmoll | Red Bull TV | Schweiz, Spanien | 30 Min. | schweizerdeutsch
Der Film begleitet den Schweizer Nicolas Hojac und den Österreicher Philipp Brugger bei dem Versuch, den Geschwindigkeitsrekord für die Durchsteigung der Nordwände von Eiger, Mönch und Jungfrau zu brechen. Ihr Ziel ist, die Triologie in unter 24 Stunden zu schaffen. In Dunkelheit, Eis und steilem Fels kämpfen die beiden Alpinisten unter extremen Bedingungen gegen die Zeit. Nach 15 Stunden und 30 Minuten erreichen sie den Gipfel der Jungfrau – fast zehn Stunden schneller als der vormalige, 2004 von Stephan Siegrist und Ueli Steck aufgestellte Rekord. Regisseur Jochen Schmoll war bereits dreimal Preisträger beim Internationalen Bergfilm Festival Tegernsee.
The Five Treasures of the Snows
Die fünf Schatzkammern des Schnees
John Porter, Dom Bush | Land and Sky Media | Großbritannien | 27 Min. | englisch/UT deutsch
Im Jahr 1955 gelingt einem britischen Expeditionsteam die Erstbesteigung des Kangchendzönga (8.586 m), des dritthöchsten Berges der Erde. Der Film zeichnet diese Unternehmung nach und beleuchtet ihre Bedeutung für die Entwicklung des Himalaya-Bergsteigens. Besonderes Augenmerk gilt dem vollständig integrierten Sherpa-Team, dessen unverzichtbarer Beitrag zum Erfolg lange nicht die verdiente Anerkennung fand. Historische Filmaufnahmen, Fotografien und jüngste Rechercheergebnisse verbinden sich mit Einblicken in die kulturelle und spirituelle Bedeutung des als heilig verehrten Berges. So entsteht das facettenreiche Bild einer Erstbesteigung, die als Meilenstein der Alpingeschichte gilt.
THE Nordstau
Johannes Aitzetmüller | fancy tree films | Österreich | 11 Min. | englisch/UT deutsch
Der Nordstau gilt in Innsbruck als beinahe mythisches Wetterphänomen: Er hüllt die Nordkette des Karwendel in frischen Pulverschnee und löst unter Freeridern einen Wettlauf um die begehrte „First Line“ aus. Im Mittelpunkt der Filmsatire steht Freeski-Weltmeisterin Arianna Tricomi, die dem hektischen Treiben mit bemerkenswerter Gelassenheit begegnet. Während sich ehrgeizige Powder-Junkies mit fiesen Tricks gegenseitig ausspielen und dabei für großes Chaos sorgen, steigert sich die Jagd nach unberührtem Pulverschnee zunehmend ins Absurde. Mit augenzwinkerndem Humor nimmt der Film die Dynamik der Freeride-Szene ebenso liebevoll wie pointiert auf 's Korn.
The Queen Swing
Thibaut Marot | Laura Pineau, Kate Kelleghan, Marine Thevenet | Frankreich | 53 Min. | englisch/UT deutsch
Kate Kelleghan und Laura Pineau haben ein ehrgeiziges Ziel. Als erste Frauenseilschaft wollen sie die legendäre „Triple Crown“ aus drei Big Walls an El Capitan, Half Dome und Mount Watkins in unter 24 Stunden bewältigen. Dafür müssen sie über 3000 Klettermeter und große Distanzen zwischen den Wänden zurückgelegen. Der Film begleitet die beiden Ausnahme-Kletterinnen während intensiver Vorbereitungen über die akribische Planung bis zum entscheidenden Versuch im kalifornischen Yosemite Valley. Das Schöne daran ist: Trotz aller Mühen, Herausforderungen und Risiken verlieren Kelleghan und Pineau weder ihren Humor noch ihre Leichtigkeit, mit der sie dem extremen Tun ein modernes, weibliches Antlitz schenken.
The Thin Air Between
Zwischen Erfolg und Scheitern
Simon Hipkins | Key Pictures | Großbritannien | 27 Min. | englisch/UT deutsch
Der ehemalige Radprofi Joe Petrowski hat 14 Stunden Zeit, um Geschichte zu schreiben: Innerhalb dieses Limits will er 290 Kilometer von der italienischen Riviera nach Chamonix radeln, von dort auf den Mont Blanc steigen und damit 4.810 Höhenmeter überwinden. Sein Ziel? Die Fastest Known Time (FKT), gehalten vom italienischen Triathleten Marcello Ugazio, zu unterbieten. Stürze, Stürme, Gewitter und Gletscherspalten stehen seinem Vorhaben im Weg. In einer schlaflosen Nacht geht Joe bis an seine Grenzen, um herauszufinden, wo genau die Belastbarkeit endet und der Wahnsinn beginnt. Eine atemberaubende, visuell beeindruckende Reise in die dünne Luft zwischen Erfolg und Scheitern.
This Isn‘t Me
Gabriele Giuso, Brando Carasso | Workless Collective | Italien | 29 Min. | italienisch, englisch/UT deutsch
Hamish McArthur zählt zu den talentiertesten Boulderern der Welt. Im italienischen Valle Orco begleitet ihn ein Filmteam beim Versuch, ein ambitioniertes neues Projekt zu realisieren – und dieses Filmteam wiederum wird bei seinen angeblichen Dreharbeiten beobachtet. Schon bald verschwimmen die Grenzen zwischen biografischer Wirklichkeit und medial inszeniertem Rollenspiel. Im humorvollen Dialog zwischen Athlet und fingiertem Regisseur entstehen erzählerische Brüche, die Fragen nach Identität und Authentizität im Dokumentarischen aufwerfen. Und spektakulär geklettert wird natürlich auch.
Tod am Matterhorn
Matthias Lüscher | Schweiz | 51 Min. | schweizerdeutsch/UT deutsch
Das Matterhorn (4.478 m) zählt zu den gefährlichsten Bergen der Welt: Seit 1865 starben über 600 Alpinisten bei Besteigungsversuchen. Der Film „Tod am Matterhorn“ untersucht, warum die Risiken vor allem am Hörnligrat, dem Normalweg, so häufig unterschätzt werden. Er begleitet Bergführer Anjan Truffer von der Air Zermatt ins Solvaybiwak, porträtiert Hüttenwartin Edith Lehner auf der Hörnlihütte und folgt Bergführerin Meli Rüfenacht bei ihrer ersten Besteigung, nachdem sie einen tödlichen Unfall miterleben musste. Die Reportage beleuchtet Gefahren, psychische Folgen für Hinterbliebene und Retter sowie den Einfluss sozialer Medien – ein Film, der angesichts der schwierigen Bedingungen am Berg im Sommer 2026 hochaktuell ist.
Triglav: Pot odrešitve
Triglav: Der Weg der Erlösung
Rožle Bregar, Aleš Žemlja | Vizualist d.o.o. | Slowenien | 76 Min. | slowenisch/UT deutsch
Dare kehrt 50 Jahre nach einem tragischen Ereignis auf den Triglav zurück. Damals kamen bei einem Gewitter durch zwei Blitzeinschläge mehrere junge Wanderer ums Leben. Auf der Suche nach Verständnis für die Katastrophe konfrontiert er sich mit seinen Erinnerungen, Schuldgefühlen und der Unveränderlichkeit des Vergangenen. In Gesprächen mit den letzten noch lebenden Zeitzeugen versucht er, das Geschehene einzuordnen und einen Weg zur Versöhnung mit sich selbst zu finden. Der Film beleuchtet die Perspektive der Überlebenden, die in Naturereignissen keine Schuldigen, sondern nur Schicksal sehen. So wird er zum Gedenken an die Opfer und zugleich zur Mahnung für heutige Bergsportler.
Trotz allem am Berg
Nikolaus Mahatsek | TwoNiks Film, Filmfarm | Österreich | 47 Min. | deutsch
Der vierfache Para-Climbing-Weltmeister Angelino Zeller, die mit Beinprothese wandernde und kletternde Christina Wechsel sowie die 94-jährige Kletterin Maria Kittl – Menschen, die nach schweren Unfällen und einschneidenden Schicksalsschlägen ihren Weg zurück in die Berge gefunden haben. Trotz körperlicher Einschränkungen verbindet die ganz unterschiedlichen Sportler und Sportlerinnen ihre Leidenschaft für die Berge. Die Dokumentation verschiebt den Fokus bewusst weg vom erlittenen Unglück hin zu dem, was trotz allem möglich ist. Auf diese Art entsteht ein vielschichtiges Bild von Resilienz, Selbstbestimmung und Bergliebe.
Un día al año
Einmal im Jahr
Alfonso García Franco | Kutunka Films | Spanien | 16 Min. | spanisch/UT deutsch
Seit 1970 trifft sich im Atxarte-Tal in den Pyrenäen eine Gruppe Kletterer. Über die Jahre wachsen die Frauen und Männer zu einer engen Gemeinschaft zusammen. Ein schwerer Unfall markiert einen tiefen Einschnitt. Er führt zur Entstehung einer besonderen Tradition, mit der das Leben gefeiert und der Zusammenhalt der Community gestärkt wird. Doch nach fünf Jahrzehnten steht die jährliche Zusammenkunft unter dem Druck gesellschaftlicher Veränderungen und droht in Vergessenheit zu geraten. Der Film zeichnet das Porträt einer Gemeinschaft im Wandel, die nach Wegen sucht, ihre Identität zu bewahren und den Geist der Freiheit lebendig zu halten.
Unsere Berge im Wandel – Die Alpen
Jürgen Eichinger | Deutschland | 45 Min. | deutsch
Vier Jahre lang begleitet Jürgen Eichinger den tiefgreifenden Wandel der Alpen. Mit eindrucksvollen Vorher-Nachher-Bildvergleichen, großartigen Panoramaaufnahmen und intensiven Tierbeobachtungen folgt der Film den Veränderungen von Gipfeln, Bergwald, Wildfluss und Almflächen. Er zeigt, wie Klimawandel und menschliche Eingriffe Lebensräume umformen und wie sich Wildtiere den neuen Bedingungen anpassen – oder an ihre Grenzen geraten. Eine bildgewaltige Bergnatur-Dokumentation über Dynamik, Vergänglichkeit und die Zukunft des alpinen Lebensraums. Jürgen Eichinger ist ein vielfach ausgezeichneter Filmemacher, der bis heute auf analogem Filmmaterial arbeitet.
Regisseur Jürgen Eichinger ist anwesend.
UR
Der Ursprung
Pablo Casanueva | Freews Producciones | Spanien | 16 Min. | spanisch/UT deutsch
Ein Hirte und ein Adliger durchqueren gemeinsam eine weite Landschaft aus schroffen Kalksteinbergen. In dieser rauen und zugleich geheimnisvollen Umgebung verwischen die Grenzen zwischen zwei sozialen Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Weg ist lang, und nur einer der beiden kennt die Richtung. Während sich die Landschaft zunehmend als eigenständige Kraft zwischen ihnen behauptet, verschiebt sich auch das Verhältnis der Männer zueinander. Aus Distanz entsteht Abhängigkeit, aus Unsicherheit Vertrauen. Der Film entfaltet eine stille, allegorische Reise über Orientierung, Macht und das fragile Gleichgewicht zwischen Wissen, Natur und menschlicher Erfahrung.
Vaddas
Merlin Libicky | Valentin Werner-Tutschku, Mountain Tribe | Österreich | 15 Min. | deutsch, englisch/UT deutsch
Eine Gruppe von Skifahrern reist in den hohen Norden, um auf einer arktischen Insel steile Linien zu befahren. Doch kurz vor der Abreise gerät das Vorhaben ins Wanken: In dem kleinen 500-Seelen-Dorf, das als Ausgangspunkt dienen soll, ist die Tankstelle abgebrannt – ein scheinbar nebensächliches Ereignis, das die gesamte Logistik des Unternehmens verändert. Die Protagonisten sind mit Unsicherheiten und langen Wartezeiten konfrontiert. Gezwungen zu improvisieren, passen sie ihre Ziele der neuen Situation an. Als sich schließlich ein schmales Zeitfenster öffnet, erleben sie eine Abfahrt, die die Erwartungen weit übersteigt.
Vier Steirer am Nanga Parbat
Robert Schauer | Österreich | 30 Min. | deutsch
1976 bricht eine vierköpfige steirische Seilschaft unter der Leitung des Alpinisten Hanns Schell zum Nanga Parbat (8.125 m) auf. Der Film dokumentiert die Expedition in eindrucksvollen Aufnahmen und vermittelt die Herausforderungen einer Besteigung in einer Zeit, als alpine Unternehmungen noch weitgehend ohne moderne Ausrüstung und Kommunikation auskommen mussten. Zugleich bewahrt er ein bedeutendes Zeitdokument österreichischer Expeditionsgeschichte und eröffnet einen authentischen Blick auf Teamgeist, Ausdauer und die Faszination eines der markantesten Achttausender der Welt.
Volat
Zar Bagheri | Orimond Media | Iran | 24 Min. | persisch/UT deutsch
Der 94-jährige Seyfour will 50 Jahre nach seiner Vertreibung in seine überflutete Heimat zurückkehren. Sein einstiges Zuhause ist durch den Bau eines Staudamms unter Wasser verschwunden. Während seine Familie die Reise als sinnlos betrachtet, macht er sich allein auf den Weg, um den letzten verbliebenen Teil seines Landes und das Grab seines Vaters zu schützen. Der Film erzählt von Erinnerung, Verlust und der unauflöslichen Verbindung zwischen Identität und Herkunft. In der Rückkehr eines Einzelnen verdichtet sich eine universelle Geschichte über das Verschwinden von Orten und das Beharren auf Zugehörigkeit.
Walter Bonatti a Bardonecchia
Riccardo Topazio | Riccardo Topazio, Cai Bardonecchia | Italien | 51 Min. | italienisch/UT deutsch
Der Dokumentarfilm zeichnet anhand von Zeitzeugenberichten, Fotografien, Archivaufnahmen und historischen Beiträgen die Jahre nach, die der Alpinist Walter Bonatti in Bardonecchia verbrachte. Nach seinem frühen Ruhm im Zuge der italienischen K2-Expedition 1954 wird er im folgenden Winter von der Gemeinde als Bergführer und Skilehrer engagiert. Zwei Jahre lebt er in dem piemontesischen Ort, der ihn nicht nur aufnimmt, sondern geradezu adoptiert. Für Bonatti war der Aufenthalt in Bardonecchia prägend – eine Übergangsphase zwischen einer großen alpinistischen Karriere und einem Leben als öffentliche Person.
Zahir
Julien Nadiras | Julien Nadiras, Choong Katherine, Le Menestrel Eline | Schweiz | 29 Min. | französisch/UT deutsch
Katherine Choong lädt ihre Freundin Eline Le Menestrel ein, die Mehrseillängenroute „Zahir“ an den Wendenstöcken zu klettern – eine der schwierigsten Linien der Schweizer Alpen. Eline stimmt zu, jedoch unter einer Bedingung: Die gesamte Anreise soll ausschließlich mit dem Fahrrad erfolgen. Das gemeinsame Kletterprojekt wird bald zur Doppelbelastung aus Kletterschwierigkeit und körperlicher Erschöpfung. Zwischen langen Etappen auf dem Rad und den technischen Schwierigkeiten der Wand stellt sich die Frage, ob sich sportlicher Ehrgeiz und ökologische Konsequenz miteinander vereinbaren lassen, und ob das gemeinsame Ziel unter diesen Bedingungen erreichbar bleibt.

