Aktuelles

Bergfilm-Festival Tegernsee 2024 – Wechsel bei der Festivalleitung

NL/Pressemeldung – 2024-01-24

  1. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 16. bis 20. Oktober 2024

Wechsel beim Bergfilm-Festival Tegernsee:
Michael Pause übergibt an Tom Dauer

Der langjährige Leiter des Bergfilm-Festivals Tegernsee, Michael Pause, übergibt seine Aufgabe im Lauf des Jahres an den Valleyer Filmemacher und Autor Tom Dauer. Das gab Bürgermeister Johannes Hagn beim Neujahrsempfang der Stadt Tegernsee bekannt.

Der Wechsel erfolgt auf Michael Pauses eigenen Wunsch. Pause hatte das von Otto Guggenbichler und dem ehemaligen Bürgermeister Peter Janßen gegründete Festival von Beginn an mit aufgebaut und geleitet. Pause: „Diese Veranstaltung mehr als 20 Jahre lang mit einem begeisterungsfähigen Team zu entwickeln, war mir eine Freude und Ehre zugleich. Dank dem großen Engagement von Profis und freiwilligen Helfern ist es uns gelungen, ein in der Bergfilm-Szene weltweit angesehenes Festival auf die Beine zu stellen. Nach dem 20-Jahre-Jubiläum im vergangenen Herbst habe ich mich entschieden, mich aus der Seilschaft auszubinden und das ‚scharfe Seilende‘ an Tom Dauer abzugeben. Ich könnte mir keinen besseren Nachfolger wünschen.“

Pause und Dauer werden das 21. Bergfilm-Festival gemeinsam vorbereiten, und Dauer wird die Veranstaltung am 16. Oktober 2024 als neuer Direktor eröffnen. Auf Wunsch von Bürgermeister Johannes Hagn wird Pause dem Festival als Schirmherr verbunden bleiben.

Selbst ein begeisterter und hervorragender Bergsteiger und Kletterer, kennt Tom Dauer das Bergfilm-Festival von der ersten Veranstaltung an. Bereits beim zweiten Festival 2004 erhielt er zusammen mit Malte Roeper einen Preis für den besten Landschaftsfilm. Berge stehen stets im Mittelpunkt seiner Tätigkeiten als Filmemacher – etwa für die Sendung Bergauf-Bergab des Bayerischen Rundfunks – und als Autor. Der Dokumentarfilm „Streif – One Hell of a Ride“, an dem Dauer als Drehbuchautor und Co-Regisseur mitwirkte, wurde mit dem Österreichischen Filmpreis ROMY ausgezeichnet. Dauer ist zudem als Kurator für das ebenfalls im Landkreis Miesbach ansässige Alpen Film Festival tätig. Dauer: „Ich arbeite seit 25 Jahren mit Micki Pause zusammen und freue mich sehr darauf, diese anspruchsvolle Aufgabe von ihm zu übernehmen. Die Einzigartigkeit des Bergfilm-Festivals Tegernsee zu bewahren und sein Profil weiter zu schärfen, ist eine große Herausforderung – und genau so mag ich es.“

Tom Dauer, geboren 1969, wuchs in Mexico City und München auf. Seine Eltern weckten bei ihm die Freude an den Bergen. Als Alpinist und Kletterer besuchte er die patagonischen Anden, den Himalaya und das Karakorum. Der Literaturwissenschaftler und Absolvent der Deutschen Journalistenschule arbeitet am liebsten in den Gebirgen der Welt, weil er dort Leidenschaft und Beruf verbinden kann. Er schreibt Bücher zum Thema Berge, Alpinismus und Abenteuer, darunter Titel wie „Cerro Torre – Mythos Patagonien“ sowie die Biografien „Reinhard Karl – Ein Leben ohne Wenn und Aber“ und „Kurt Albert – frei klettern, frei denken, frei sein“. Seit 15 Jahren verfasst er eine Kolumne für das Magazin ALPIN. Als Drehbuchautor und Regisseur verantwortet Tom Dauer Dokumentarfilme, etwa über „Sechs große Nordwände der Alpen“, eine „Skitour ins Ungewisse“ oder die „Marmolata – Königin der Dolomiten“. Tom Dauer lebt mit seiner Familie auf einem Einödhof zwischen München und Alpenrand.

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,
Tel. +49(0)8022-1801-37 od. -53,
bergfilm@tegernsee.de, www.bergfilm-tegernsee.de

Bildbeschreibung: Fotograf Christoph Schempershofe;
von links: Bürgermeister Johannes Hagn, Claudia Mach, Tom Dauer, Manuela Brandl, Renate Miller, Birgit Halmbacher, Caro Machl, Michael Pause.

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2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee, 18.-22. Oktober – Preisverleihung – Schlussfeier

Pressetext/Preisverleihung                                     

Bergfilm Tegernsee, 20. Internationales Festival vom 18. – 22. Oktober 2023

„Kumari“ erhält den Großen Preis der Stadt Tegernsee 
Der Siegerfilm des 20. Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee steht fest: Der mit 3000 Euro dotierte Große Preis der Stadt Tegernsee geht dieses Jahr an Sean O‘Connors Film „Kumari – A Father’s Dream“ (Der Traum eines Vaters). Den DAV-Preis für den besten Alpinfilm der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ erhält Alessandro Beltrame für seine Doku „Pionieri“. In den Kategorien „Naturraum Berg“, „Lebensraum Berg“ und beim „Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis“ gewinnen „Bis zum letzten Tropfen“, „Aufnahmen einer Wetterkamera“ und „The last Skiers“ je 1000 Euro.  

Sean O’Connor ist der große Gewinner des 20. Bergfilm-Festivals Tegernsee. Sein Film „Kumari – A Father’s Dream“ (USA, Nepal) setzt sich gegen rund 65 internationale Produktionen durch und gewinnt den mit 3000 Euro dotierten Großen Preis der Stadt Tegernsee. In „Kumari“ verspricht Jagat Lama in einem entlegenen Bergdorf Nepals seinem sterbenden Vater, medizinische Hilfe in ihre Heimat Kumari zu bringen. Dank seines Könnens und seiner Willenskraft wird er Trekkingführer und Gründer einer Genossenschaft von Himalaya-Guides. Jagat vergisst sein Versprechen nicht und führt eine Gruppe von Freunden an, die ihre Ressourcen und Energien in die Entwicklung der Grundbedürfnisse von Kumari stecken: zunächst Elektrizität, dann ein Frauenausbildungszentrum, eine Schule, eine Gemeinschaftsfarm und ein Krankenhaus. Doch 2015 erschüttert ein starkes Erdbeben Nepal und zerstört die geleistete Arbeit. „Kumari“ ist laut Ansicht der Jury „eine bewegende Geschichte über die Stärke und Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes in Konfrontation mit der Macht der Natur“. „Der Regisseur und die Crew kehren an die Drehorte zurück und vollenden mit ihren Bildern die immense Rekonstruktionsarbeit“, so die Jury-Begründung.

Eine Reise zu den Wurzeln des Alpinismus
Am 10. August 2021 wagt der Bergführer Peter Moser eine kühne Tour: Er möchte sechs Hauptgipfel der Pale di San Martino an einem einzigen Tag überschreiten. Inspiriert von den Pionieren des Alpinismus, unternimmt Peter in Alessandro Beltrames Doku „Pionieri“ (Pioniere) diese Soloüberquerung entlang historischer Routen. Die Jury überzeugt die Herangehensweise: Der Protagonist möchte „dem Berg auf Augenhöhe begegnen, schnell, aber ohne Eile, auf einer intimen Reise zu den Wurzeln seiner eigenen Bergsteigernatur“. Er sei auf der Suche nach derselben Begeisterung, die die ersten Entdecker einst antrieb. Der Film erhält den DAV-Preis für den besten Alpinfilm in der Kategorie „Erlebnisraum Berg“.

Ein leiser und unaufgeregter Film, der Alternativen aufzeigt
„Bis zum letzten Tropfen“ zeigt in einfachen und gerade deswegen so eindrucksvollen Bildern, was auf dem Spiel steht, wenn wir für Strom aus Wasserkraft hochsensiblen, ökologisch wertvollen Lebensraum blind zerstören. „Ein leiser und unaufgeregter Film, der Alternativen aufzeigt“, urteilt die Jury. „Dem Zuschauer führt er eindringlich vor Augen, wie vielfältig die Suche nach einer bestmöglichen Lösung sein könnte. Dem Österreicher Harry Putz ist ein sehr nachdenklicher Film gelungen, der auch uns nicht aus der Verantwortung entlässt.“ „Bis zum letzten Tropfen“ erhält den diesjährigen Preis als bester Film der Kategorie „Lebensraum Berg“.

 Kuriose und allzu menschliche Geschichten
Aufnahmen einer Wetterkamera sind uns allen bekannt. Bernhard Wenger und Alexandra Brodski entdecken in ihrer deutsch-österreichische Koproduktion „neben den banalen Kameraschwenks kuriose und allzu menschliche Geschichten. Ein witzig-originell gestalteter Film, der überrascht“, urteilt die Jury und zeichnet „Aufnahmen einer Wetterkamera“ mit dem Preis für den besten Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“ aus.

Nachwuchspreis, beste Kamera, besonderer Film und lobende Erwähnung
Über den Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 2023 darf sich die junge italienische Regisseurin Veronica Ciceri freuen. Ihr dokumentarischer Kurzfilm „The last Skiers“ (Die letzten Skifahrer) zeigt, was wir alle kennen: den Klimawandel in den Alpen. „Doch er tut dies auf so poetische Weise wie wir das Thema sonst kaum je zu sehen bekommen“, betont die Jury. „The Last Skiers“ ist ein kleines Meisterwerk, das uns in elf Minuten zeigt, was in einem Dokumentarfilm möglich ist.“ Den Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung bekommt Anil Budha Magar aus Nepal für „The Iron Digger“ (Der Eisenhauer). Der Preis für den besonderen Film geht dieses Jahr an „Märzengrund“ des Österreichers Adrian Goiginger. Zudem erhielten drei Filme eine lobende Erwähnung der Jury: „Avenâl“ (Avenâl – Kreuzweg der Nationen und Völker am Predilpass) der Italienerin Anna Sandrini. „Legenda o Zlatorogu“ (Die Sage vom Goldhorn) der Slowenen Lea Vučko und Damir Grbanovic. Sowie „The Way Home“ (Der Weg nach Hause) des Taiwanesen Joe Lee.

Stolz auf das Geleistete: Veranstalter ziehen positive Bilanz
Viele Stunden hat die Jury, Caroline Fink (Schweiz), Josef „Sepp“ Wörmann (Deutschland), Dr. Thomas Gayda (Österreich), Julia Poplawska (Polen) und Linda Cottino (Italien), im dunklen Vorführsaal und in Videokonferenzen verbracht, um Stärken und Schwächen der 65 Filme aus rund 30 Nationen zu analysieren. Bei der abschließenden Preisverleihung am Samstag, bei der die Gewinner des Wettbewerbs geehrt wurden und die Siegerfilme in Ausschnitten zu sehen waren, sind zahlreiche Sieger angereist, um den Preis persönlich entgegenzunehmen. Andere haben eine Videobotschaft geschickt. Die Preisverleihung ist immer auch Anlass zum gemeinsamen Feiern aller Beteiligten – Filmer, Jury, Unterstützer und Organisatoren. „Mich persönlich haben in den vergangenen Tagen besonders die vielen schönen Begegnungen mit der treuen Bergfilm-Community begeistert“, sagt Festival-Leiter Michael Pause. Johannes Hagn, Bürgermeister der Stadt Tegernsee, zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Wir können extrem stolz sein, was wir im Jubiläumsjahr mit unserem kleinen Orga-Team und den vielen freiwilligen Helfern auf die Beine gestellt haben. Wir hatten volle Säle, wurden von den Medien gefeiert und bekamen sehr viel Lob und Zuspruch seitens der Besucher. Schon allein deshalb hat sich die ganze Arbeit gelohnt.“ Tipp: Die Preisverleihung kann man sich ab Sonntag ab 17 Uhr in der Mediathek ansehen: www.ardmediathek.de/br/berge-und-wandern

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. – 22. Oktober – Preisträger 2023

  1. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee

                      Preisträger 2023

Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3000,-)
Kumari – A Father’s Dream
Sean O‘Connor  |  Story Gorge  |  USA, Nepal

Preis des DAV für den besten Alpinfilm („Erlebnisraum Berg“)(€ 1.000,-)
Pionieri 
Alessandro Beltrame   |  AGB studio video  |  Italien

Bester Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“ (€ 1.000,-)
Aufnahmen einer Wetterkamera
Bernhard Wenger, Alexandra Brodski  |  Filmakademie Wien  |  Österreich, Deutschland

Bester Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ (€ 1.000,-)
Bis zum letzten Tropfen
Harry Putz  |  Freiluftdoku, Verein Wildwasser erhalten Tirol  |  Österreich

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (€ 1.000,-)
The last Skiers (Die letzten Skifahrer)
Veronica Ciceri  |  Italien

Preis für „bemerkenswerte Kameraleistung“ (1.000,-)
The Iron Digger (Der Eisenhauer)
Anil Budha Magar  |  ABM Cinema Production  |  Nepal

Preis für den „Besonderen Film“ (€ 1.000,-)
Märzengrund
Adrian Goiginger  |  Metafilm  |  Österreich

Lobende Erwähnungen  (je € 500,-)
AVENȂL –  Kreuzweg der Nationen und Völker am Predilpass
Anna Sandrini  |  Paolo Muran  |  Italien

The Way Home
Joe Lee  |  Indigenous Peoples Cultural Foundation  |  Taiwan

Legenda o Zlatorogu (Die Sage von Goldhorn)
Lea Vučko, Damir Grbanovic  |  OCTOPIC‘S  |  Slowenien

Bayern 2 – Publikumspreis  (€  1.000,-)
Todesfalle Haute Route
Frank Senn  |  SRF, SRG SSR, Servus TV, arte  |  Schweiz

2023 – Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee, 18.-22. Oktober – Siegerehrung – Jury-Begründungen

Gewinner 2023                                                                  

Jury-Begründungen – 21. Oktober 2023

Großer Preis der Stadt Tegernsee
„Kumari – A Father’s Dream“ (Der Traum eines Vaters)
Sean O’Connor, USA, Nepal
 

In einem entlegenen Bergdorf Nepals verspricht Jagat Lama seinem sterbenden Vater, medizinische Versorgung in ihre Heimat Kumari zu bringen. Dank seines Könnens und seiner Willenskraft wird er Höhenführer und Gründer einer Genossenschaft von Himalaya-Führern. Jagat vergisst das Versprechen nicht und führt eine Gruppe von Freunden an, die ihre Ressourcen und Energien in die Entwicklung von Kumaris Infrastruktur investieren: zuerst Elektrizität, dann ein Frauenkompetenzzentrum, eine Schule, eine Gemeinschaftsfarm und schließlich ein Krankenhaus. Doch zwei Jahre später erschüttert ein starkes Erdbeben Nepal und zerstört die geleistete Arbeit. Tief deprimiert zweifelt Jagat daran, das dem Vater gegebene Versprechen halten zu können. Doch die gesamte Gemeinde nimmt zusammen mit ihm die Herausforderung an. Der Regisseur und die Crew kehren an die Drehorte zurück und vollenden mit ihren Bildern die immense Rekonstruktionsarbeit. „Kumari“ ist eine bewegende Geschichte über die Stärke und Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes in Konfrontation mit der Macht der Natur.

 

Preis des DAV für den besten Alpinfilm
„Pionieri“ (Pioniere)
Alessandro Beltrame, Italien 

Am 10. August 2021 verbindet der Bergführer Peter Moser an einem einzigen Tag sechs der Hauptgipfel der Palagruppe. Inspiriert von den Pionieren des Alpinismus unternimmt Peter diese Solo-Überquerung entlang der historischen Routen. Er möchte sich dem Berg auf Augenhöhe stellen, schnell, aber ohne Eile, auf einer intimen Reise zu den Wurzeln seiner eigenen Bergsteigernatur. Er ist auf der Suche nach derselben Begeisterung, die die ersten Entdecker antrieb. Die Aufnahmen zeigen die Erhabenheit dieses überwältigenden und majestätischen Gesteins, die Einzigartigkeit und Strenge der Palagruppe. Es ist eine innwendige Dokumentation entlang eines roten Fadens, der sich von den 3.000 m des Cimon della Pala über Gipfel und Täler bis zur südlichsten Bergspitze, dem Piz de Sagron schlängelt. Neben der vertikalen Reise von Peter Moser inszeniert der Film eine historische Besteigung. Gepaart mit den Kommentaren des Apinismus-Historikers Luciano Gadenz sowie des Top-Bergsteigers Maurizio Zanolla „Manolo“ aus der Pala-Gegend vermittelt der Film die Aura eines zeitlosen Gebirges, das für Abenteuer und Freiheit steht.

 

Bester Film in der Kategorie Lebensraum Berg
„Aufnahmen einer Wetterkamera“
Bernhard Wenger, Alexandra Brodski, Deutschland, Österreich
 

Aufnahmen einer Wetterkamera sind uns allen bekannt. Bernhard Wenger und Alexandra Brodski entdecken neben den banalen Kameraschwenks kuriose und allzu menschliche Geschichten. Ein witzig-originell gestalteter Film, der überrascht.

 

Bester Film in der Kategorie Naturraum Berg
„Bis zum letzten Tropfen“
Harry Putz, Österreich 
 

Bis zum letzten Tropfen zeigt in einfachen und gerade deswegen so eindrucksvollen Bildern, was auf dem Spiel steht, wenn wir für Strom aus Wasserkraft hochsensiblen, ökologisch wertvollen Lebensraum blind zerstören. Ein leiser und unaufgeregter Film, der Alternativen aufzeigt. Dem Zuschauer führt er eindringlich vor Augen, wie vielfältig die Suche nach einer bestmöglichen Lösung sein könnte. Harry Putz ist ein sehr nachdenklicher Film gelungen, der auch uns nicht aus der Verantwortung entlässt.

 

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 
„The last Skiers” (Die letzten Skifahrer)
Veronica Ciceri, Italien
 

Der Film „The Last Skiers“ von Veronica Ciceri zeigt etwas, das wir alle kennen: den Klimawandel in den Alpen. Doch er tut dies auf so poetische Weise wie wir das Thema sonst kaum je zu sehen bekommen. Dies gelingt einerseits, weil er den Klimawandel über Protagonisten fassbar macht. Anderseits, weil jede Ebene des Films in puristischer Weise ein Ziel verfolgt: das unwiederbringliche Gestern mit dem Heute zu verbinden, und in aller Stille Fragen zur Zukunft aufzuwerfen. Ganz nebenbei tauchen wir ein in die Kultur und Geschichte der Bergregion zwischen Lecco und Como; erfahren, dass Skifahren weit mehr als ein Sport ist; erleben Traditionen; bekommen mit, wie wenig nachhaltig die Produktion von Kunstschnee ist. Am stärksten getragen wird „The Last Skiers“ jedoch durch Protagonisten, die uns in kurzen Sequenzen tief in ihre Leben blicken lassen. Gleichzeitig integriert Archivmaterial die Zeitebene des Vergangenen auf originelle Weise ins Heute. Und nicht zuletzt liegt die Stärke des Films in einer konsistenten und konsequenten Bildsprache, bei der jede Einstellung für sich selbst spricht. Kurz: „The Last Skiers“ ist ein kleines Meisterwerk, das uns in elf Minuten zeigt, was in einem Dokumentarfilm möglich ist.

 

Preis für die Bemerkenswerteste Kameraleistung
 „The Iron Digger“ (Der Eisenhauer)
Anil Budha Magar, Nepal
 

Der Film „The Iron Digger“, für den Narayan GC Kamera geführt hat, schenkt uns vor allem eines: Zeit. Er schenkt uns Zeit zu schauen und Zeit einzutauchen. Dies hat allem voran mit dem Kameramann zu tun, der sich genau diese Zeit auch nimmt: In aller Ruhe dokumentiert er das Dorf Jelbang im südlichen Teil des nepalesischen Jaljala-Gebirges und gewinnt das Vertrauen des Protagonisten. Was ihm einerseits ermöglichte, ergreifend schöne Lichtstimmungen und Atmosphären einzufangen, anderseits an der Lebensgeschichte des 86 Jahre alten Protagonisten teilzuhaben. Neben dem eigentlichen Thema – der traditionellen Herstellung von Eisen aus Eisenerz – erfahren wir durch seine Bilder vom Glück und Leid des einst stolzen Eisengräbers, der sein Wissen nun an eine jüngere Generation weitergibt. Technisch raffinierte Aufnahmen von Feuer, Glut und flüssigem Eisen runden die Kameraleistung ab. Dabei behält die Kamera immer einen ruhenden Fokus auf das Wesentliche und das Ästhetische und erlaubt uns damit eine filmische Reise in das einstige Eisen-Dorf und zu dessen Bewohnern.

 

Preis für den Besonderen Film
„Märzengrund“
Adrian Goiginger, Österreich
Die Berge als Rückzugsort und Sicherheit, wenn einem im Tal das Atmen schwerfällt. Adrian Goigingers filmische Umsetzung von Felix Mitterers gleichnamigem Theaterstück beeindruckt durch starke Bilder abseits landläufiger Heimatfilmklischees. Der Zuschauer taucht ein in die raue Bergbauernwelt, deren Atmosphäre durch ein herausragendes Schauspielerensemble noch verstärkt wird. Mit besonderem Feingefühl und Liebe zum Detail zeichnet Goiginger die knorrigen Charaktere und deren Zerstörungskraft, wie auch die beiden Zeitebenen: die späten 60er Jahre und die Gegenwart. Ein forderndes Bergfilmdrama, das den Zuschauer keinen Augenblick lang unberührt lässt. 


Lobende Erwähnung der Jury
„Avenâl“ (Avenâl – Kreuzweg der Nationen und Völker am Predilpass)
Anna Sandrini, Italien

Dieser Film von Anna Sandrini bietet eine filmische Reise durch die Geschichte der Stadt Cave del Perdil, einem in den Wäldern der Julischen Alpen versteckten Grenzland. Der Film handelt von der turbulenten Geschichte dieser Gegend. Die symbolische Reise durch die unterirdischen Stollen des verlassenen Bergwerks gibt Anlass zur Reflexion über die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die natürliche Bergwelt. Der Film verbindet auf symbolische Weise unterschiedliche menschliche Geschichten von unter Tage sowie von der Oberfläche. Er präsentiert eine Welt, die heute zwar verlassen ist, jedoch immer noch fasziniert. Er richtet sich an alle, deren Neugier sie dazu antreibt, die tiefere Bedeutung verborgener unterirdischer Schätze aus der Vergangenheit zu entdecken. 

Lobende Erwähnung der Jury
„Legenda o Zlatorogu“ (Die Sage vom Goldhorn)
Lea Vučko, Damir Grbanovic, Slowenien
Dieser kurze Trickfilm vermittelt den Fortbestand des künstlerischen Handwerks der Bild für Bild digital gezeichneten Animation. Der Titel „Goldhorn“ ist Symbol für die Unsterblichkeit der Natur selbst. Der Film schickt uns auf eine faszinierende Reise durch die Bedeutung von Mythen und Symbolen. Die Animation ist zudem die visuelle Interpretation eines slowenischen Volksmärchens. Sie spielt im Winter in den Julischen Alpen in einer Zeit, als sich das Übernatürliche noch mit dem Alltag vermischte. Es ist eine tragische Liebesgeschichte über unsere Werte und unsere Beziehung zur Natur. Die universelle Symbolik der Geschichte wurde in ein spezielles Farbschema übertragen, das den Expressionismus zitiert. Auch die durch die Musik erzeugte Atmosphäre macht diesen Animationsfilm außergewöhnlich.

Lobende Erwähnung der Jury
„The Way Home“ (Der Weg nach Hause)
Joe Lee, Taiwan
Der Kurzfilm „The Way Home“ zeigt die Berge Taiwans in Bildern von höchster Intensität. Die Kameraführung ist meditativ. Der gesamte Film ist eine stille, spirituelle Bergreise sowie eine Flucht aus dem Chaos des Alltags. Ein Bunun-Träger namens A-Song findet während einer Such- und Rettungsaktion die Leiche eines vermissten Wanderers. Die symbolische Verbindung zwischen den beiden betont den transzendenten Prozess von Leben und Tod. Diese Erzählung, die sich unter anderen traditionelle Geschichten und Erzählungen einordnen lässt, bringt uns das Wissen über diese wunderschöne Region der taiwanesischen Bergwelt näher.

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 18.-22. Oktober – Eröffnung

Pressetext/Eröffnung                                             

Bergfilm Tegernsee, 20. Internationales Festival vom 18. – 22. Oktober 2023

Von Seilschaften und filmischen Grenzgängen

Das Internationale Bergfilm-Festival ist eröffnet: Es präsentiert sich in seiner 20. Ausgabe hochaktuell. Der Auftakt im Barocksaal des Tegernseer Schlosses zeigt, dass wir in den Bergen großen Menschheitsthemen nicht entkommen können. Extrembergsteiger und Eiskletterer Robert Jasper schildert auf der Bühne und mit seinem Film eindrücklich die Folgen der Gletscherschmelze in den Patagonischen Anden.  Mit „Chronoception“ aus Frankreich sowie „Queen“ aus der Schweiz heben die Festivalmacher zudem das breite Spektrum des modernen Bergfilms ins Programm.

Den Anfang macht kein Film, sondern eine Aktion. Lukas Irmler, vielfacher Slackline-Rekordhalter aus Miesbach, dessen Film „7 Summits oft the Alps“ beim diesjährigen Bergfilm-Festival im Programm läuft, steht in Tegernsee auf der Bühne und demonstriert sein Können. Da es keine Verankerung gibt, ist es eine „human powered slackline“, d.h. vier bis fünf Leute auf jeder Seite halten das Seil und Irmler läuft drüber. Die Seilhalter sind keine Geringeren als u.a. Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn, Altbürgermeister Peter Janssen, Bayern 2-Programmchef Stefan Maier und Birgit Halmbacher, Büroleiterin des Festivals. „Ein Bergfilm-Festival funktioniert nur im Team. Da braucht es Seilhalter wie diese“, sagt Festivalleiter Michael Pause. Irmler pflichtet ihm bei: „Die müssen alle an einem Strang ziehen. Jeder hat eine andere Rolle.“ Viele dieser „Seilhalter“ sitzen an diesem Abend im übervollen Barocksaal. Michael Pause ist sichtlich erfreut. „20 Jahre – man kann’s kaum glauben! Ich freu mich riesig, dass sich die Bergfilm-Szene zusammengefunden hat.“ Einige im Saal waren 2003 bereits mit von der Partie.

Filmisch startet das wie immer für spannende Themen und Mischungen bekannte Festival mit dem Thema Klimawandel in seine 20. Ausgabe. Der 28-Minüter „Abenteuer Patagonien – Klimaforschung in der Eiswüste“, der auf die Slackline-Aktion folgt, behandelt ein eigentlich seit 50 Jahren aktuelles Thema. Das ZDF hat dazu den Wissenschaftler Tobias Sauter mit den Bergführern Robert Jasper und Jörn Heller und dem Redakteur Andreas Ewels zu den Eisfeldern Patagoniens geschickt. Drei von ihnen sowie Regisseur und Kameramann Jochen Schmoll stehen am Mittwochabend auf der Bühne. Für Robert Jasper, seit vielen Jahren einer der profiliertesten deutschen Bergsteiger und Spitzenkletterer, ist es der erste Besuch in Tegernsee. Jasper, der nach eigenen Aussagen schon über 15-mal in Patagonien auf Expedition war, wolle mit dem Film „aufmerksam machen“ auf die „wirklich globalen Probleme“. Denn auch er bekomme zu spüren, wie Bergsteigen und Klimawandel ein immer engeres Thema werde, ungewollt.

Auch sonst zeigt sich Festivalleiter Michael Pause in seiner Auswahl an diesem Abend nah am Puls der Zeit. Eine schöne Entdeckung ist Guillaume Broust. Für „The Pathan Project“ erhielt der französische Filmemacher 2019 den DAV-Preis „Bester Film der Kategorie Erlebnisraum Berg“. Von ihm zu sehen ist diesmal „Chronoception“. Der Film verdeutlicht eindrücklich, wie bei einer Bergreise in entlegenste Winkel Kirgistans am Ende nicht die sportliche Leistungsbilanz zählt, sondern das Erlebnis und die Wahrnehmung des Zeitenflusses. „Das Thema ist Geduld und Warten“, erzählt Léa Klaué, eine Hauptdarstellerin des Filmes. Die Snowboarderin und Sozialanthropologin, die nach zehnstündiger Anreise aus dem Wallis auf der Bühne in Tegernsee steht, berichtet dem Publikum von den teils extrem schwierigen Drehbedingungen. Und schwärmt von der Regieleistung: „Guillaume ist für mich ein Zauberer. Ton, Schnitt, im Stil: einzigartig.“ Im dritten, letzten und kürzesten Film des Abends geht es um den Wolf in den Bergen – und um eine interessante fiktionale Geschichte. Hauptdarstellerin ist – neben dem Wolf – die im Ensemble des Münchner Residenztheaters tätige, Schweizer Schauspielerin Liliane Amuat.

Gäste gibt es beim Bergfilm-Festival Tegernsee im Jubiläumsjahr wieder reichlich. Weit über 70 Ehrengäste sind allein zur Eröffnung gekommen, darunter Barbara Guggenbichler, die Tochter des Festival-Gründers. Zudem zahlreiche FilmemacherInnen und BergsteigerInnen, Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Sponsoren, Unterstützer und Bergbegeisterte. Und weil „20 Jahre ein guter Anlass sind, zurückzublicken“, wie Festivalleiter Pause in seiner Rede betont, und für all jene, die mehr wissen möchten über die Anfänge des Festivals, gibt es das Bergfilm-Festival Tegernsee nun auch zwischen Buchdeckeln in Form einer Festschrift. Offiziell präsentiert wurde sie am Eröffnungsabend von Festivalleiter Pause. Das erste Exemplar bekam der Regierungspräsident von Oberbayern, Dr. Konrad Schober, überreicht. Für 15€ gibt’s die Festschrift in limitierter Auflage im Forum des Rathauses zu kaufen. Der Erlös geht an die Vereinsjugend der DAV-Sektion Tegernsee.

Landrat Olaf von Löwis spendet am Ende des Abends spontan noch 1000 € für den Kategoriepreis Naturraum Berg zusätzlich. Und Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn, der heuer zum zehnten Mal das Bergfilm-Festival eröffnen durfte, freut sich eingangs in seiner Begrüßungsrede, dass die Auszeichnung „Lobende Erwähnung der Jury“ dieses Jahr erstmals mit 500€ dotiert sein wird. Ob einer der Eröffnungsfilme im Barocksaal am Ende einen der begehrten Preise erhält? Darüber entscheidet derzeit eine international besetzte Jury. Die Auswahl ist groß. Insgesamt 65 verschiedene Filme werden bis zur Preisverleihung am Samstagabend (ab 19 Uhr im Barocksaal Tegernsee oder ab Sonntag, 17 Uhr in der ARD Mediathek  https://ard-mediathek.de/br/berge-und-wandern) in vier Sälen (Barocksaal, Schalthaus, Ludwig-Thoma-Saal und Medius) und im eigens fürs Jubiläumsjahr aufgestellten Festzelt an der Point gezeigt. Zu fast allen Vorstellungen sind noch Restkarten erhältlich.

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben.

Kartenvorverkauf in der Tourist-Information Tegernsee, Tel. +49(0)8022-92738 – 62; tegernsee@tegernsee.com; im Internet: www.bergfilm-tegernsee.de oder www.muenchenticket.de.

2023 – 20. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee – 18.-22. Oktober – Programm erschienen – Kartenvorverkauf startet

Pressemeldung – 07.09.2023   – Programm erschienen – Kartenvorverkauf startet

20. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

Gipfeltreffen am Tegernsee 

Vom 18. bis 22. Oktober werden beim Internationalen Bergfilm-Festival in Tegernsee, das dort zum 20. Mal stattfindet, insgesamt 65 Filme aus 28 Ländern gezeigt. Mal laut und spektakulär, mal leise und ganz behutsam: Vielfältig und immer einzigartig sind diese Auseinandersetzungen mit dem Thema Berg. Was den Zuschauer genau an Dokumentationen, Porträts und Reportagen im Jubiläumsjahr erwartet, verrät das soeben erschienene Programmheft. Der Kartenvorverkauf startet am 15. September. Neben zahlreichen Filmemachern und Protagonistinnen werden auch die deutschen Ausnahmebergsteiger Robert Jasper und David Göttler sowie Bergfilm-Legende Gerhard Baur zum Festival kommen.  

Kaum eine Kulisse wäre für ein Filmfest, bei dem sich alles um Berge dreht, besser geeignet als der Tegernsee. Inmitten der bayerischen Voralpen findet vom 18. bis 22. Oktober bereits zum 20. Mal das Internationale Bergfilm-Festival statt. Neben einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm abseits der Leinwand mit Wanderungen im Tegernseer Tal und Sonderausstellungen gibt es täglich mehr als 30 Filme zu sehen, darunter Produktionen aus aller Welt. Festival-Direktor Michael Pause verspricht ein hochklassiges Programm: „Wir haben dieses Jahr wieder viele hervorragende Filme und manche Überraschung im Wettbewerb.“ Dazu kommen prominente Gäste aus der deutschen Bergsteigerszene wie Robert Jasper und David Göttler zu Besuch. David Göttler zählt zu den aktuell besten deutschen Höhenbergsteigern (er bestieg 2022 den Everest ohne Sauerstoff). Auch Filmemacher Gerhard Baur, der bedeutendste deutsche Bergfilmer der letzten 50 Jahre, der 2005 in Tegernsee mit dem Großen Preis ausgezeichnet wurde. Der Nanga-Parbat-Experte wird seinen Siegerfilm zeigen und im Gespräch zu der besonderen Festival-Atmosphäre beitragen.

Der Eröffnungsabend am Mittwoch lockt die Gäste mit starken Filmen in die vier Säle und das eigens für das Jubiläumsjahr aufgestellte Festivalzelt. Beim Bayern2-Abend am Donnerstag geht es dieses Jahr um das Thema „Großes Ego, große Leistung?“ Rita Christen, Präsidentin des Schweizer Bergführerverbands, sowie Katharina Kestler vom BR Podcast Bergfreundinnen diskutieren, warum der Mensch so viel riskiert, nur um ganz oben zu stehen. Ob Umkehren auch glücklich machen kann oder ob die große Leistung vielleicht darin besteht, das große Ego zu überwinden. Zudem steht am Donnerstag eine Bergfilmer-Retrospektive auf dem Programm, in der auch ein Porträt von Dr. Arnold Fanck zu sehen ist, der das Genre vor mehr als 100 Jahren gegründet hat. Um bergsportliche Sternstunden geht es auch im Ludwig-Thomas-Saal bei den 70-Jahre-Jubiläen von Mount Everest und Nanga Parbat – beide Achttausender wurden 1953 erstmals erstiegen. Zu Letzterem hat sich auch – mit Bezug zum aktuellen Geschehen – David Göttler angekündigt, der im vergangenen Frühjahr einen Versuch am Nanga Parbat abbrechen musste. Immer ein besonderes Programm gibt es beim DAV-Abend am Freitag im Festivalzelt. Am Samstag beginnt die Schlussstrecke beim Bergfilm-Marathon bereits um 10 Uhr vormittags im Schalthaus in Tegernsee mit hochwertigen Filmen für alle, die an den ersten drei Tagen nicht kommen konnten. Und generell ist das Medius der Mittelpunkt für jene, die junge und actionreiche Filme schätzen. Übrigens: Ein tolles Angebot für ganz junge Zuschauerinnen und Zuschauer bietet das Kinderkino im Festivalzelt, von Mittwoch bis Freitag ab 9.30 Uhr.

Wer im Programmheft oder im Internet die kurzen Inhaltsangaben der rund 65 Filme aus fast 30 Ländern studiert, wird unaufhaltsam hineingezogen in die vielfältige und fantastische Welt der Berge. Mit höchst spannenden Themen und Protagonisten wird dem Publikum die Entscheidung schwer gemacht, welchen der Filme es nun in den Tegernseer Kinosälen anschauen soll. Damit niemand etwas verpasst, werden zahlreiche Filme mehrfach gezeigt.

Zu den diesjährigen Favoriten im Filmwettbewerb zählt der Film „Märzengrund“ – eine Verfilmung des Buchs/Theaterstücks von Felix Mitterer, dem berühmten Tiroler Schriftsteller und Dramatiker. Im Film geht es um einen Bauernsohn, der vor gesellschaftlichen Zwängen ins Gebirge (bzw. auf eine Alm) flieht und 40 Jahre nicht zurückkehrt. Mitterer betrachtet dieses Stück als sein vielleicht wichtigstes Werk. Der Spielfilm zählt zur Festival-Kategorie „Lebensraum Berg“. Ebenfalls beeindruckend: „Todesfalle Haute Route“, eine minutiöse Rekonstruktion eines tragischen Unglücks, das sich 2018 in den Walliser Alpen ereignete. Sieben Menschen starben damals in einem Schneesturm, nur 550 Meter von der rettenden Hütte entfernt. Ein Dokudrama erster Klasse: spannend, authentisch, perfektes Storytelling.

Ebenfalls sehenswert: „Chronoception“. Ein Film über eine Expedition, in der sich eine Gruppe von Freeridern und Snowboardern in einen entlegenen Winkel von Kirgistan begibt. Die völlig unterschiedlich angelegten Episoden lassen die Zuschauer und Zuschauerinnen spüren, dass am Ende das sportliche Ziel von Erstbefahrungen unberührter Hänge längst nicht mehr an erster Stelle steht, sondern das Gesamterlebnis zählt. Herrlich skurril der Film „Aufnahmen einer Wetterkamera“: Während die Bildgrenzen einer „Webcam“ roboterhaft hin- und herfahren, werden vor den Kameras Geschichten erzählt, und beiläufig zwischenmenschliche Grenzen überschritten.

Spannend wie die Filme ist auch die Frage, welche Produktionen schließlich bei der feierlichen Schlussfeier im Barocksaal ausgezeichnet werden. Wie immer wird sich die internationale Jury intensiv mit den Filmen auseinandersetzen, um die Besten zu prämieren. Wer unmittelbar dabei sein will, sollte am Samstag zur Preisverleihung kommen: Dort treffen die Gäste auf einige der ausgezeichneten Filmemacher und Filmemacherinnen persönlich und können Ausschnitte aller ausgezeichneten Filme sehen. Im Festivalzelt wird nach einem Gewinner aus den 20 Jahren außerdem der Film vorgeführt, der eine Stunde vorher den Großen Preis der Stadt Tegernsee erhalten hat. Und am Sonntag gibt es die einmalige Gelegenheit, alle prämierten Filme noch einmal in voller Länge zu schauen.

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de,

Kartenvorverkauf (Vorverkauf startet am 15. September) und Programm in der Tourist-Information Tegernsee, Tel. +49(0)8022-92738 – 62; tegernsee@tegernsee.com; im Internet: www.bergfilm-tegernsee.de oder www.muenchenticket.de. Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben.

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 18. – 22. Oktober 2023 – Bilder – Presse – Sponsoren-Interview mit LOWA

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 18. – 22. Okt. 2023 – Sponsoren-Interview mit LOWA

NL/Pressemeldung Sponsoren-Interview mit LOWA    —-        14. August 2023

  1. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

„Die Vorfreude ist bereits sehr groß bei uns!“ 

LOWA, der bekannte und traditionsreiche oberbayerische Hersteller von Wander- und Bergschuhen, feiert in diesem Jahr sein 100. Gründungsjubiläum und das Bergfilm-Festival Tegernsee im Herbst seine 20. Ausgabe. Michael Frank, seit 2016 Head of Marketing bei LOWA, spricht über das neue Engagement des Bergschuhherstellers beim diesjährigen Bergfilm-Festival, über Kulturförderung in Krisenzeiten und dem erhofften positiven Imagetransfer.  

Herr Frank, 2023 hat sich LOWA erstmals als Hauptsponsor mit dem Bergfilm-Festival zusammengetan. Wie kam’s eigentlich zu dieser neuen Kooperation?

Wir hatten das Bergfilm-Festival schon auf dem Radar, viele LOWA-Mitarbeiter sind dort regelmäßig zu Besuch. Und auch in den Filmen waren und sind unsere Schuhe schon lange präsent. Unser langjähriger Mitarbeiter Sepp Krimmer, selbst Dauergast seit Jahren, hat dann den Kontakt hergestellt. Und dann war man sich schnell einig, dass eine Kooperation gut passen würde.

Haben die in der Vergangenheit schon andere Festivals oder kulturelle Events unterstützt?

Ja, wir haben kleinere Events in der Gegend als Sponsor unterstützt, u.a. das Kurzfilmfestival in Schrobenhausen.

Wenn einer Ihrer Kunden Sie fragt, wieso Sie sich für Kultur engagieren, was antworten Sie ihm dann?

Kulturelle Bildung und Kulturarbeit ist ein wichtiger Pfeiler in unserer Gesellschaft. Das ohne ein kulturelles Leben etwas fehlt, hat uns auch die Pandemie sehr schmerzhaft gezeigt. Da wurde einem nochmals deutlich bewusst, als beispielsweise die Theater und Museen geschlossen waren. Als Unternehmen stehen wir hier auch in der Verantwortung, der Gesellschaft etwas zurückzugeben bzw. diese aktiv mitzugestalten. 

Ist Sponsoring durch die gegenwärtige Krise generell in Gefahr?

Es ist nicht in Gefahr, eine gute Sponsoringkooperation hat nach wie vor für beide Seiten einen hohen Nutzen. Die Budgets sind aufgrund der aktuellen Situation noch etwas unsicher, d.h. es wird einfach mehr abgewogen und das führt oft zu weniger Sponsorings.

Gerade für die kleinen, feinen Festivals wie das in Tegernsee ist finanzielle Unterstützung unabdinglich und ein unverzichtbarer Teil der Finanzierung. Was versprechen Sie sich vom Engagement beim Bergfilm-Festival? Und wie profitieren Sie als Outdoor-Hersteller vom Image des Bergfilm-Festivals?

In erster Linie freuen wir uns wie jeder Besucher auf tolle Filme und viele Abenteuer. Unsere Produkte sind immer ein Teil des Erlebnisses, das passende Schuhwerk ist elementar. Bei vielen wird das Filmfestival auch die Lust wecken, selbst noch mehr aktiv und „Outdoor“ zu sein. Und da hoffen wir dann auf den positiven Imagetransfer, welcher unsere Marke weiter stützen soll. 

Wird LOWA mit irgendwelchen Aktionen beim Bergfilm-Festival präsent sein?

Ja, wir werden auf dem Festival präsent sein. Aber die Details will ich noch nicht verraten.

Was kann die Grande Dame LOWA dem gerade erwachsen gewordenen, kleinen Festival in Tegernsee zum Geburtstag mit auf den Weg geben? Sozusagen von Geburtstagskind zu Geburtstagskind …

Als Erstes die Botschaft, dass man Geburtstage natürlich feiern muss. Da läuft vermutlich ein 20ter Geburtstag etwas wilder als ein 100.ster. Unsere LOWA-Geschichte ist dabei in den letzten 100 Jahren auch wie eine Bergtour verlaufen, mit Höhen und Tiefen. Auch wenn es mal nicht so läuft, nur nicht entmutigen lassen.

Werden Sie im Herbst bei den Jubiläumsfeierlichkeiten persönlich vor Ort sein und Filme schauen?

Selbstverständlich werden wir vor Ort sein. Die Vorfreude ist bereits sehr groß bei uns!

Mögen Sie Bergfilme?

Wenn ich Bergfilme nicht mögen würde, wäre mein Job bei LOWA schon sehr zäh. Bei uns dreht sich fast alles um Outdoor und Berge.

Was ist Ihr Lieblingsfilm?

Mein Lieblingsfilm ist „Manaslu – Berg der Seelen“ von Hans Kammerlander.

Vielen Dank für das Gespräch.


UNSERE SPONSOREN und UNTERSTÜTZER 2023:

Wir bedanken uns herzlich bei allen Unterstützern des Bergfilm-Festivals:

LOWA, E-Werk Tegernsee, Der Westerhof, Das Werk, Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, Wallbergbahn, Herzogliches Brauhaus Tegernsee, Hopf Weißbierbrauerei Miesbach, Das Tegernsee, Monte Mare Seesauna, ShowTec München, Markmiller & Partner, Kirinus Alpenpark Klinik, REO Regionalentwicklung Oberland, Rotary Club Tegernsee.

Bayerischer Rundfunk, Bayern 2, Deutscher Alpenverein, Tegernseer Tal Tourismus GmbH;  Medienpartner: Bergsteiger, Münchner Merkur

 
Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,
Tel. +49(0)8022-1801-37 oder -53,
bergfilm@tegernsee.de, www.bergfilm-tegernsee.de

Anlagen – 2 Bilder
Z62_6666_Favorit_©Kerstin Rysavy.jpg  –  Michael Frank – Head of Marketing – LOWA Sportschuhe GmbH

TTT_BFF_Sponsorenabend_2023-2.jpg – Treffen der Sponsoren und Unterstützer des Bergfilm-Festivals Tegernsee im Gasthof Galaun, Riederstein/Tegernsee (© C.Schempershofe/TTT/BFF)

 

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 18. – 22. Oktober 2023 – Interview zum 20. Jubiläum

NL/Pressemeldung Interview zum 20. Jubiläum    –    19.06.2023

Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

„Heldenpathos muss man sich heute nicht mehr antun“ 

Seit zwanzig Jahren ist Michael Pause verantwortlich für das Programm des Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee. Seither verfolgt er konsequent den Weg zwischen Umbruch und Tradition. Im Gespräch zum Jubiläum führt er aus, was er von einem guten Bergfilm erwartet und was für ihn die lustigsten, überraschendsten Beiträge waren – und beinahe der größte Reinfall.  

Michael Pause, welches ist Ihr liebster Bergfilm in der Filmgeschichte?
„Abenteuer im Engadin“ aus dem Jahr 1932 – und mindestens drei Dutzend andere Filme.

Warum?
Es ist ein Schwarzweiß-Skifilm, für den der wohl bedeutendste deutsche Bergfilm-Pionier Arnold Fanck das Drehbuch geschrieben hat. Die simple Geschichte hat zwar einen gewissen Unterhaltungswert und viel Humor, aber beeindruckend sind vor allem die fantastischen Bilder der Skifahrer im Winterwunderland des Engadins.

Haben Sie von den Gewinnerfilmen der vergangenen 20 Jahre einen Favoriten?
Ich nenne zwei besondere Filme: „Der Draht des Lebens“ (2003) und „Olga e il tempo…“ (2009). Beide schildern das archaische Leben in den Bergen – kommentarlos, zeitlos. Wenn man sich als Zuschauer erst einmal darauf eingelassen hat, spürt man, dass man was Außerordentliches zu sehen bekommt. Wahre Doku-Kunstwerke!

 Was war der lustigste Beitrag?
„Schnee in Marrakesch“ – wunderbar ironisch. Eine groteske Geschichte, die sich mit Klischees und Vorurteilen auseinandersetzt. Außerdem die Kurzfilme „Kurt und der Sessellift“ sowie „Simply the worst“. Unbedingt anschauen!

 Was der größte Reinfall?
Kein Reinfall, aber ein Nervenkitzel: Zwei Stunden vor Beginn der Preisverleihung meldete sich der Gewinner des Großen Preises aus Sibiu in Rumänen, weil er wegen einer technischen Panne an einer Lufthansa-Maschine festhänge. Ich ging auf die Bühne und schaltete auf „Entschleunigung“: Wir improvisierten, zeigten längere Filmausschnitte als geplant – und viele Zuschauer merkten es gar nicht. Um halb elf ging die Tür auf und der Sieger marschierte herein. Es war sicher die Preisverleihung mit der größten Spannung – für uns Organisatoren.

 Die größte Überraschung?
„Asiemut“, ein kanadischer Dokumentarfilm, der die 8.000 Kilometer lange Rad- und Philosophiereise eines jungen kanadischen Paares von der Mongolei nach Indien schildert. Die größte Überraschung, weil wir den Beitrag auf einen Tipp aus Banff hin noch nachträglich angefordert hatten. Wir konnten ihn im Vorfeld nicht einmal sichten – am Ende wählte die Jury ihn zum Siegerfilm!

Welche Promis waren in 20 Jahren da?
Der großartige Redner und Denker Heiner Geißler, er war als Schirmherr ein Glücksfall für das Festival – und er hat trotz seiner vielen Verpflichtungen das Festival fast nie verpasst. Er fühlte sich immer pudelwohl in der Bergsteiger-Community. Als besondere Gäste kamen Willy Bogner, Markus Wasmeier, Kurt Diemberger, Alexander Huber, Stefan Glowacz, Gerhard Baur, David Lama, Jörg Auer, Viktoria Rebensburg, Christoph Hainz und viele andere.

Sie wollen zum 20. Jubiläum zurückblicken auf die Anfänge des alpinen Films. Was wird gezeigt?
Ich möchte neben den Wettbewerbs-Beiträgen noch andere Filme zeigen, bei denen die Besucher auch sehen können, welche Typen sich an dieses Genre gewagt haben. Ich finde es hochinteressant, in einem Porträt von Arnold Fanck diesen genialen Film-Pionier kennenzulernen. Wir werden in Sachen „Retrospektive“ auch einen Film von Dr. Otto Guggenbichler, dem Initiator unseres Festivals zeigen. Zudem gibt’s heuer zwei große Jubiläen, denn vor 70 Jahren wurden zunächst der Mount Everest und kurz darauf der Nanga Parbat erstmals bestiegen – auch das werden wir in der Programmplanung berücksichtigen.

Es geht doch heute im Bergfilm nicht mehr nur um Helden, den Kampf in der Natur oder Rekorde. Was hat sich in den letzten Jahren geändert?
Das ganz große Heldenpathos, dem man sich bei den Bergfilmen der ersten Jahrzehnte nicht entziehen konnte, muss man sich heute nicht mehr antun. Aber Helden und Heldinnen begegnet man noch immer, allerdings auf einer ganz anderen Ebene: Es gibt ja auch eher stille Persönlichkeiten, die in den Bergen „Heldenhaftes“ leisten und dabei authentisch bleiben, sich nicht in den Vordergrund drängen und über die sich eben doch eine gute, spannende Geschichte erzählen lässt.

Über 150 Einsendungen hat das Festival. Nach welchen Kriterien sichten Sie und wie hat man als Filmer gute Chancen, am Ende einen der begehrten Preise zu gewinnen?
Die Vorauswahl-Jury sichtet alle Einreichungen und beurteilt ganz nüchtern, ob die einzelnen Filme der Ausschreibung des Wettbewerbs entsprechen. Im zweiten Schritt wird in einer Diskussion die Qualität bewertet und benotet. Auf dieser Basis erfolgt die Auswahl jener Filme, die beim Festival vorgeführt werden und schließlich wird noch die Shortlist mit den höchst-bewerteten Filmen der Wettbewerbskategorien zusammengestellt. Eine zeitaufwändige und verantwortungsvolle Arbeit.

Käme ein Film, der in keiner einzigen Sequenz das Thema Berg aufgreift, bei Ihnen überhaupt ins Programm?
Kann ich mir nicht vorstellen (lacht), aber das „Thema Berg“ greift weit aus und lässt viel Interpretations-Spielraum. Wir glauben, dass die Berge immer noch genügend Faszination ausstrahlen und Stoff für außergewöhnliche Filme hergeben. Im Herbst wollen wir’s wieder beweisen.

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,
Tel. +49(0)8022-1801-37 oder -53,
bergfilm@tegernsee.de, www.bergfilm-tegernsee.de

 

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 18.-22. Okt. 2023 – Bergfilm-Festival Tegernsee auf internationaler Bühne

NL/Pressemeldung    –       03.05.2023

  1. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

Bergfilm-Festival Tegernsee auf internationaler Bühne

Die 20. Ausgabe des Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee will gebührend gefeiert und beworben werben. Daher reisen Festival-Direktor Michael Pause und die Leiterin des Festivalbüros, Birgit Halmbacher, diese Woche ins italienische Trient, zum ältesten Bergfilmfestival der Welt, und präsentieren das Jubiläumsprogramm. Zudem besuchen sie ein informelles Frühjahrstreffen der „International Alliance for Mountain Film“ (IAMF). Wichtig für alle Produzenten und Filmemacher: In vier Wochen, am 31. Mai, endet der Einsendeschluss für die neuesten Bergfilme, die im Herbst am Tegernsee auf großer Leinwand gezeigt werden.  

Die Antwort auf die Frage, zum wievielten Male er denn nun zum Trento Film Festival reise, ist erst mal: ein Lachen. Dann sagt Michael Pause: „Über 40 Jahre!“ Zunächst in seiner Funktion als BR-Journalist, später als Leiter des Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee. Denn: „Das 71. Trento Film Festival ist wieder einmal ein Pflichttreffen für das Genre Bergfilmfestival. Bei der Mutter aller Bergfilmfestivals geht’s vor allem ums Thema Netzwerken, um Begegnungen mit ‚der Szene‘“. Es sei tausendmal besser, sich mit den Filmemacherinnen und Produzenten persönlich auszutauschen, als nur zu telefonieren. Zudem ist es für Pause die ideale Gelegenheit, die internationalen Bergfilm-Festival-MacherInnen auf die Jubiläumsausgabe im Herbst am Tegernsee hinzuweisen. Denn, so viel darf bereits verraten werden: „Wir wollen bei der Gelegenheit auch in die 20 Jahre Bergfilm-Festival Tegernsee reinblicken. Und noch weiter zurückspulen, etwa auch an den Erfinder des Genres Bergfilm erinnern. Es ist interessant zu sehen, wo die Anfänge lagen.“

Das 1952 gegründete und größte Bergfilmfestival der Welt läuft im Trentino noch bis 7. Mai. Es ist stets mit vielen neuen Kontakten in der Szene verbunden und mit der Möglichkeit, sich einen Überblick über die Trends im Bergfilm-Genre zu verschaffen. „Der Anmeldeschuss Ende Mai in Tegernsee ist günstig“, verrät Halmbacher, „denn in Trient können wir sichten, was aktuell an Filmen auf dem Markt ist. Und im Zweifel entdecken wir noch Beiträge, bei denen wir sagen: Den hätten wir jetzt verpasst!“ Manchmal, so erinnert sich Pause, habe er dort 50, 60 Filme begutachten können.

Zudem nehmen Pause und Halmbacher in Trient an einem informellen Frühjahrstreffen der „Internationalen Allianz für Bergfilme“ (IAMF) teil. In der IAMF sind die 25 bedeutendsten Bergfilm-Festivals weltweit vereint, darunter Trient, Les Diablerets, Graz, Kathmandu, Kendal, Autrans und eben auch Tegernsee. Der Zusammenschluss von Bergfilmfestivals aus aller Welt hat sich als Informationsplattform zwischen den Veranstaltern bewährt.

Indes laufen am Tegernsee die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine internationale Jury kürt im Herbst die besten Bergfilme des Wettbewerbs mit Preisen. Geboten werden Filme, die das breite Themenspektrum und den besonderen Reiz dieses Genres zeigen. Mit Geschichten jenseits des Mainstreams. Noch bis zum 31. Mai können Produzenten und Filmemacher ihre neuesten Bergfilme einreichen. In den Kategorien „Erlebnisraum“, „Naturraum“ und „Lebensraum“.

Alle Preise, Dotierungen und die Ausschreibung unter: www.bergfilm-tegernsee.de

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,
Tel. +49(0)8022-1801-37 oder -53,
bergfilm@tegernsee.de, www.bergfilm-tegernsee.de

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 18.-22. Oktober 2023 – Bergfilm-Juwelen im Tegernseer Kino

NL/Pressemeldung Kinoprogramm am Tegernsee     —           03.04.2023

  1. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

Bergfilm-Juwelen im Tegernseer Kino

Bis zur 20. Ausgabe des Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee ist es noch gut ein halbes Jahr. Wer sich die Zeit des Wartens auf das Jubiläum verkürzen und großartige Siegerfilme der vergangenen Jahre auf Kinoleinwand bestaunen möchte, hat am 19. und 26. April im „Kino am Tegernsee“ gleich zweimal die Gelegenheit dazu. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Durch den Abend führt Festival-Direktor Michael Pause. 

Am Mittwoch, 19.04.2023 um 19.30 Uhr:

Die Wand der SchattenRegie: Eliza Kubarska; Produktion: Brandmale Films; Herkunftsland: Polen, Deutschland, Schweiz; Länge: 94 Minuten;
Als eine Sherpa-Familie von einer Gruppe Europäer gefragt wird, ob sie eine Tour durch die noch nie durchstiegene Ostwand des imposanten Kumbhakarna begleiten will, ist sie in einem Dilemma. Nicht nur weil der Gipfel eine größere Herausforderung ist als die Besteigung des Mount Everest. Das größere Problem ist, dass diese Berge in ihrer Religion heilig sind und nicht betreten werden dürfen. Doch die Familie benötigt das Geld dringend. Nur so kann der Sohn eine Schule besuchen und Arzt werden. Und so brechen sie auf, um hinaufzusteigen zu den Göttern. Der Film und seine Regisseurin wurden von der International Alliance for Mountain Film mit dem Grande Prize 2023 ausgezeichnet.

Am Mittwoch, 26.04.23 um 19.30 Uhr: 

„Der Wildheuer – Senkrecht über dem Urnersee“Regie: Beat Bieri; Produktion: SRF; Herkunftsland: Schweiz; Länge 50 Minuten;
Es war ein Sonntag im Juli 2016, der letzte für Sepp Gisler. Der 62-jährige Urner Bergbauer stürzte beim Wildheuen an einer steilen Flanke am Rophaien 300 Meter tief in den Tod. Der sechsfache Vater war ein erfahrener Wildheuer, wusste um die Gefahren bei dieser anstrengenden Arbeit. Doch ein Restrisiko bleibt, besonders bei einer Tätigkeit fast in der Senkrechten. Nach dem Tod des Vaters führt Julia, die jüngste Tochter, den Bergbauernhof auf dem Oberaxen weiter. Und auch sie wird wieder in die ‘Wildi’ steigen müssen, denn es geht nicht anders. Prämiert mit dem Preis für den besten Film der Kategorie „Naturraum Berg“ 2018.

 Royaye yek Asb – Der Traum eines Pferdes“Regie: Marjan Khosravi; Produktion: Seven Springs Pictures; Herkunftsland: Iran; Länge: 25 Minuten; persisch, UT englisch;
Shahnaz, die älteste Tochter einer Nomadenfamilie, liebt das Schreiben und ihre Geschichten sind von ihrem Lebensstil inspiriert. Ihr Vater will sie verheiraten, um die Situation der Familie zu verbessern, aber Shahnaz will größere Träume verfolgen. Der Film wurde 2022 mit dem Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis ausgezeichnet.

„Hütt’n“ Regie: Philipp Marquart; Produktion: Fidelius Franek, Philipp Marquardt; Herkunftsland: Deutschland; Länge: 33 Minuten;
Seit ihrer Kindheit sind sie gute Freunde. Vier von ihnen sind am Tegernsee aufgewachsen, einer kam später dazu. Sie alle verbindet die Leidenschaft für das Snowboarden. Eine abgelegene Berghütte führt sie immer wieder zusammen. Sie lieben das einfache Leben ohne fließendes Wasser, ohne Strom und ohne Handynetz. Gerade in der heutigen schnelllebigen, digitalen Welt ist ihnen das wichtig. Es kostet aber auch einiges an Arbeit, so eine alte Hütte instand zu halten. Prämiert mit dem Bayern-2 Publikumspreis 2021.

Infos und Kartenvorverkauf unter: www.kino-tegernsee.de

Alle Infos zum Bergfilm-Festival Tegernsee unter: https://www.bergfilm-tegernsee.de

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 18.-22. Oktober – Ausschreibung Wettbewerb (Kurzversion)

NL/Pressemeldung Ausschreibung (Kurzversion)

  1. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

Filmische Zeitreise zum runden Geburtstag

Dieses Jahr feiert das Internationale Bergfilm-Festival sein 20-jähriges Bestehen. Was die Zuschauer filmisch beim einzigen offenen Bergfilm-Wettbewerb Deutschlands erwartet, entscheidet sich in den nächsten Monaten: Ab sofort und noch bis 31. Mai können Filmemacher und Filmemacherinnen aus aller Welt ihre neuesten Produktionen einreichen. Neben der Auswahl der besten Filme wird es im Programm des Festivals zum Jubiläum noch einige Besonderheiten geben.

 20 Jahre Bergfilm-Festival sind wahrlich ein Grund, gefeiert zu werden. „Die Vorbereitungen der Jubiläumsausgabe des Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee im Herbst laufen auf Hochtouren“, sagt Festivalleiter Michael Pause voller Vorfreude. Und kündigt an: „Erstmals und als besonderes Geschenk an unsere treuen Gäste“ sollen in den Filmsälen neben dem aktuellen Film-Wettbewerb auch Best-of-Filme aus 19 Jahren Bergfilm-Festival Tegernsee gezeigt werden. „Wir freuen uns darauf, mit einer filmischen Zeitreise den Bergfilm und das Kino groß zu feiern.“ Ein neuer Festival-Trailer werde produziert. Und einen neuen Ort zum Filmeschauen wird es anlässlich des runden Geburtstags ebenfalls geben: ein großes Zelt, aufgestellt auf der Freizeitanlage Point der Stadt Tegernsee.

Neue Produktionen aus aller Welt einreichen
Noch bis Ende Mai können Filmemacher ihre neuesten Produktionen aus der Welt der Berge einreichen: und zwar in drei Kategorien, in denen sich die Filmer dem Gebirge von verschiedenen thematischen Seiten her annähern. In „Erlebnisraum Berg“, der ersten Kategorie, stehen der Alpinismus und die sportliche Begegnung mit den Bergen im Zentrum. Der beste Film dieser Kategorie erhält den Preis des Deutschen Alpenvereins. Um Landschaftsdarstellungen und Umweltthemen geht es in „Naturraum Berg“, der zweiten Kategorie. Die Filme „Lebensraum Berg“, der dritten Kategorie, befassen sich unter ethnologischen und kulturellen Vorzeichen mit der Begegnung Mensch und Berg. Der beste Film sämtlicher Kategorien wird mit dem Hauptpreis, dem „Großen Preis der Stadt Tegernsee“ (und einem Preisgeld von 3000 Euro), ausgezeichnet. Außerdem erhält der beste Nachwuchsfilmer (bei Fertigstellung des Films dürfen Autor oder Regisseur nicht älter als 32 Jahre sein) den nach dem Gründer des Festivals benannten Otto-Guggenbichler-Preis. Schließlich werden noch Sonderpreise für die „bemerkenswerteste Kameraleistung“ und für die Kategorie „besonderer Film“ sowie der Bayern2-Publikumspreis verliehen.

Alle weiteren Preise, die Dotierungen und die Ausschreibung unter: www.bergfilm-tegernsee.de

Info und Ausschreibung: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801-37 od. -53, bergfilm@tegernsee.de,
www.bergfilm-tegernsee.de

2023 – 20. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 18.-22. Oktober – Ausschreibung Wettbewerb

NL/Pressemeldung Ausschreibung  – 09.03.2023

  1. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 18. bis 22. Oktober 2023

Filmische Zeitreise zum runden Geburtstag
Dieses Jahr feiert das Internationale Bergfilm-Festival sein 20-jähriges Bestehen. Was die Zuschauer filmisch beim einzigen offenen Bergfilm-Wettbewerb Deutschlands erwartet, entscheidet sich in den nächsten Monaten: Ab sofort und noch bis 31. Mai können Filmemacher und Filmemacherinnen aus aller Welt ihre neuesten Produktionen einreichen. Eine internationale Jury zeichnet die Besten aus. In drei Wettbewerbskategorien winken den Siegern neun Preise, dotiert mit insgesamt 10.500 Euro. Neben der Auswahl der besten Filme wird es im Programm des Festivals zum Jubiläum noch einige Besonderheiten geben.

20 Jahre Bergfilm-Festival sind wahrlich ein Grund zum Feiern. „Die Vorbereitungen der Jubiläumsausgabe des Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee im Herbst laufen auf Hochtouren“, sagt Festivalleiter Michael Pause voller Vorfreude. Und kündigt an: „Sozusagen als Geschenk an unsere treuen Gäste“ sollen in den Filmsälen neben dem aktuellen Film-Wettbewerb auch Best-of-Filme aus 19 Jahren Bergfilm-Festival Tegernsee zu sehen sein. „Wir freuen uns darauf, mit einer filmischen Zeitreise den Bergfilm und das Kino groß zu feiern.“ Ein neuer Festival-Trailer werde produziert. Und einen neuen Ort zum Filmeschauen wird es anlässlich des runden Geburtstags ebenfalls geben: ein großes Zelt, aufgestellt auf der Freizeitanlage Point der Stadt Tegernsee.

Das Festival ist immer auch eine Bühne für Begegnungen
Gute Geschichten, mitreißende Bilder, authentische Typen und ein spannender Wettbewerb – beim 20. Internationalen Bergfilm-Festival Tegernsee können sich die Gäste wie eh und je von der Faszination der Berge, der Kreativität der Filmemacher und seiner Protagonisten beeindrucken lassen. In den verschiedenen Vorführsälen lässt sich die ganze Bandbreite des Genres „moderner Bergfilm“ auf großer Leinwand bestaunen: der klassische Dokumentarfilm ebenso wie der schräge Kurzfilm und das packende Dokudrama. Seit der Premiere vor genau 20 Jahren bemüht sich das Organisationsteam, die weltweit besten und interessantesten Filme an den Tegernsee zu holen – und die Menschen hinter den Geschichten. Denn: Festivals sind immer mehr als nur die Summe ihrer Filme. Gelungen ist ein Festival dann, wenn es auch die Macher und Protagonisten hervortreten lässt – und ihnen eine Bühne für Begegnungen gibt. Das wissen und schätzen die vielen Tausend Zuschauer längst, die zum Bergfilm-Festival an den herbstlichen Tegernsee kommen.

Neue Produktionen aus aller Welt einreichen
Noch bis Ende Mai können Filmemacher ihre neuesten Produktionen aus der Welt der Berge einreichen: und zwar in drei Kategorien, in denen sich die Filmer dem Gebirge von verschiedenen thematischen Seiten her annähern. In „Erlebnisraum Berg“, der ersten Kategorie, stehen der Alpinismus und die sportliche Begegnung mit den Bergen im Zentrum. Der beste Film dieser Kategorie erhält den Preis des Deutschen Alpenvereins. Um Landschaftsdarstellungen und Umweltthemen geht es in „Naturraum Berg“, der zweiten Kategorie. Die Filme „Lebensraum Berg“, der dritten Kategorie, befassen sich unter ethnologischen und kulturellen Vorzeichen mit der Begegnung Mensch und Berg. Der beste Film sämtlicher Kategorien wird mit dem Hauptpreis, dem „Großen Preis der Stadt Tegernsee“ (und einem Preisgeld von 3000 Euro), ausgezeichnet. Außerdem erhält der beste Nachwuchsfilmer (bei Fertigstellung des Films dürfen Autor oder Regisseur nicht älter als 32 Jahre sein) den nach dem Gründer des Bergfilm-Festivals benannten Otto-Guggenbichler-Preis. Schließlich werden noch Sonderpreise für die „bemerkenswerteste Kameraleistung“ und für die Kategorie „besonderer Film“ verliehen und natürlich auch der Bayern2-Publikumspreis.

Alle weiteren Preise, die Dotierungen und die Ausschreibung unter: www.bergfilm-tegernsee.de

Info und Ausschreibung: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801-37 od. -53, bergfilm@tegernsee.de,
www.bergfilm-tegernsee.de

2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Schlussfeier 22. Oktober – Bilder

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2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – 21. Oktober – DAV-Abend – Bilder

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2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – 20. Oktober – Bayern 2-Abend – Bilder

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2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Eröffnung – Bilder

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2022 – Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Gewinner 2022 – Jury-Begründungen

Gewinner 2022

Jury-Begründungen  –  22. Oktober 2022

Großer Preis der Stadt Tegernsee
„Alpenland“
Robert Schabus, Österreich
Dieser Film von Robert Schabus ist ein Zeitbild der Berge, aber auch ein Bild unserer Zeit. Er zeigt in imposanten Distanzaufnahmen und lakonischen langen Einstellungen wie der Lebensraum von 13 Millionen Menschen in acht Ländern von der Entwicklung unserer Zivilisation gefährdet wird. Die filmische Erzählung verbindet vielfältige Geschichten aus dem gesamten Alpenraum: Eine Kärntner Bergbauernfamilie macht sich Sorgen um das zukünftige Bestehen ihres Hofes. Ein weltberühmtes bayerisches Skigebiet kann ohne Schneekanonen nicht existieren, die jede einzeln den Gegenwert einer Sozialwohnung hat. Ein französischer Arzt sieht die medizinische Versorgung gefährdet, weil immer mehr Hotels in dem Gebirgstal schließen. Ein portugiesischer Bergbahnangestellter in Zermatt hat in 32 Jahren miterlebt, wie der Gletscher 700 Meter zurückgegangen ist. Ein italienischer Bauer wirkt wie ein echter Outsider, weil er lieber bei den Schafen ist und schlecht verdient, als für mehr Geld in der Fabrik zu arbeiten. Muss Nachhaltigkeit gleich Armut sein? Müssen wir auf wirtschaftliches Wachstum verzichten, um die Welt zu retten? Dieser Bergfilm antwortet auf solche Fragen nicht, aber er lässt uns darüber tief nachdenken.

Preis des DAV für den besten Alpinfilm
„Höhenrausch – Die Entwicklung der Höhenmedizin
David Pichler, Nicolai Niessen, Deutschland
Eine der meist gefürchteten Gefahren für Extrembergsteiger:innen lauert in ihnen selber: Es ist der sogenannte Höhenrausch. Der gleichnamige Dokumentarfilm stellt auf eindrückliche und dramaturgisch packende Weise deren Geschichte und Erforschung dar. Fasziniert folgen wir dem Studienleiter und Höhenmediziner Marc Berger, seinem Forschungsteam und den Probanden bei einer Studie auf der höchstgelegenen Margherita Hütte (4554 MüM). Ergänzt wird dieser Erzählstrang durch Interviews mit dem Bergsteiger, Expeditionsarzt und Höhenmediziner Peter Bärtsch, der auf sachliche und verständliche Weise die Höhenkrankheit erläutert, mit seinem Berufskollegen Oswald Oelz, der von Experimenten an seinem eigenen Körper erzählt, die wesentlich zum Erkenntnisgewinn beigetragen haben, und mit Gerlinde Kaltenbrunner, die als aktive und professionelle Extrembergsteigerin über diese Krankheit reflektiert.

Die Jury überzeugt diese Herangehensweise an die komplexe Höhenkrankheit. Durch die gelungenen Verflechtungen der bergsteigerischen und der wissenschaftlichen Perspektive entsteht ein eindrücklicher Sog (Rausch), dem man gespannt folgt.

Bester Film der Kategorie Naturraum Berg
„Yukon, un rêve blanc (Yukon, ein Traum in Weiß)“
Mathieu Le Lay, Frankreich  
»Yukon – Un rêve blanc« ist nach einem klassischen Muster gestrickt: Der Held bricht allein auf, um in der weiten Welt sein Glück zu finden. Bei diesem französischen Film begibt sich der Tierfotograf Jérémie Villet in die kanadische Provinz Yukon, um dort seiner Leidenschaft nachzugehen: Er macht Fotos von an das Leben in Kälte und Schnee angepassten Tieren. Diese Leidenschaft wird angetrieben von so etwas wie einer unstillbaren Sehnsucht nach absoluter Schönheit. Mitten im Winter, in großer Einsamkeit und Kälte sucht Jérémie eine Bergziege. Dieses beinahe unwirkliche Wesen lebt in einer Form von Berg-Natur, die geradezu abstrakt, ja unbelebt wirkt: Alles ist weiß und kalt. Kongenial zu den zauberischen Bildern des Fotografen sind die Bilder im Film. Es ist der Crew um Mathieu Le Lay gelungen, das Glück dieses ungewöhnlichen Helden einzufangen, als er das erhoffte Foto nach vielen Entbehrungen doch noch schießt.

Bester Film Kategorie Lebensraum Berg
Lo Combat“
Gaël Truc, Frankreich
Mit »Lo Combat« erwartet die Zuschauer ein richtiges Schmankerl: Mit den Mitteln des Spielfilms und ironisch eingesetzten Zitaten aus dem Krimi-Genre erzählt der junge italienische Regisseur Gaël Truc die Geschichte einer jungen, noch unerfahrenen Tierärztin, die im dichten Schneetreiben den Weg zu einem Bauernhof sucht, wo eine Kuh Schwierigkeiten beim Kalben hat. Als die Stalltür aufgeht, stehen sich Tradition (Bauer) und Moderne (junge Tierärztin) überrascht gegenüber. Ein langer zweifelnder Blick des Bauern auf die junge Frau beinhaltet das meiste, was über das Verhältnis Mann-Frau, Alt-Jung und Stadt-Land gesagt worden ist. In 15 knappen Minuten werden leichtfüßig und keck archaische Fragen bearbeitet, denn im Stall geht es um Leben und Tod, und dabei auch um das Bewusstsein darüber, wo unsere kulturellen Wurzeln sind – das hat die Jury überzeugt.

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 
Royaye yek Asb (The Dream of a Horse)”
Marjan Khosravi, Iran
Die junge Regisseurin Marjan Khosravi führt uns in die archaische iranische Bergwelt, der Heimat der fünfzehnjährigen Bergbauerntochter Shahnaz. Der dokumentarische Kurzfilm handelt von einer jungen Frau, die sich gegen die patriarchalen Strukturen ihrer Familie auflehnt. Sie will studieren und Geschichten schreiben. Ihr Vater hat jedoch andere Vorstellungen: Sie und ihre drei Schwestern sollen möglichst früh verheiratet werden, damit ihre zwei Brüder mehr Grundstücke bekommen.
Der Film, welcher starke Einblicke in das zwar bedrohte, aber noch wilde und freie Leben der Bergbauerntochter und ihren Geschwistern gewährt, endet mit ein paar Zeilen aus einer ihrer selbstgeschriebenen Texte: „Eines Tages schimpfte ein Vater mit seiner Tochter: Sie solle nicht studieren, es sei nutzlos und sie müsse heiraten. So nahm sie ihr Seil und ging den Berg hoch Holz sammeln. Plötzlich sah sie eine Schlange auf dem Weg, das einzige wovor sie sich fürchtet auf dieser Welt. Sie sagte sich: Ich stelle mich der Angst ein für alle Mal.

Bemerkenswert wie der Mikrokosmos in Shahnaz’ Bergen einen Bogen zu der gegenwärtigen Situation im Iran schlägt.

Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung
„Le grand marais – Das große Moor“
Clara Lacombe, Frankreich
Der Film von Clara Lacombe setzt Tiere und Pflanzen mit Sorgfalt und Liebe in Szene. Zugleich scheint der Blick des Objektivs das Interesse mancher Arten auf die Welt der Menschen einzufangen. Kamera, Ton, Musik und Text verschmelzen zu einer organischen Einheit, die eine märchenhafte Atmosphäre schafft –  für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend. Diese utopische Welt ist heute vielleicht nur in einem Naturschutzgebiet möglich. Die virtuose Kameraführung offenbart ein Modell für die Koexistenz von Mensch und Natur.     

Preis für den besonderen Film
„The Disappearance of Janusz Klarner“
Franciszek Berbeka, Polen
Dieser Film bringt uns auf eine Spur. Er führt uns in den Himalaya, um dort zu ergründen, warum Menschen auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Einer davon ist Janusz Klarner, der nach seiner Erstbesteigung der „Nanda Devi East“ viele Jahre später in Warschau seine Wohnung verließ und nie mehr zurückkehrte. Schuld daran kann nur die Rache der Berggöttin sein, deren Frieden die polnischen Bergsteiger damals mit ihrem Gipfelsturm gestört haben. Zu diesem Schluss bringt uns jedenfalls Regisseur Franciszek Berbeka, der frech Filmmaterial und Fakten zusammenfügt – so wie er will. Im Stile einer Stummfilm-Dokumentation ist ein Film herausgekommen, der uns Zuschauer schaudern und spekulieren lässt: über das Ungeheure, das wie eine Berglawine, wie ein Bombenhagel, über einen kommt. Über das Ungeheuer, das uns anschaut und für immer im Gedächtnis bleibt, wenn Menschen verschleppt werden und für immer verschwinden. Der Preis „Besonderer Bergfilm“ geht an „The Disappearance of Janusz Klarner“, weil er uns durch seine experimentelle Art so schön ermuntert, Bergfilm spannend anders zu erzählen.

 Lobende Erwähnung der Jury
„Kjerag Solo“
Alastair Lee, Großbritannien
Alastair Lee gelingt es, die Zuschauer mittels besonderer Kameratechnik an der waghalsigen Solobegehung einer Bigwall in Norwegen geradezu persönlich teilnehmen zu lassen. Der Film zeigt Bilder von höchster Intensität und Kletterszenen aus den außergewöhnlichsten Perspektiven.

Lobende Erwähnung der Jury 
„Inheritance“
Aiymkul Temirbek kyzy, Kirgistan
Inheritance heißt Nachlass. In diesem kurzen Film vermittelt Aiymkul Temirbek in ruhig-beobachtender Erzählform die Wahrung einer (kunst)handwerklichen Tradition in Kirgistan. Wie nebenbei gelingt es dem Film, das Nachdenken über schwindende Traditionen und Veränderungen in den Gesellschaften anzuregen.

Lobende Erwähnung der Jury 
„The Fading Nomads“
Wie Shengze, China
Wohin der Traum von einem modernen Leben führen kann, zeigt der Film „The Fading Nomads“ vom chinesischen Regisseur Wie Shengze. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine mongolische Nomadenfamilie zweimal mit der Kamera zu besuchen. Einmal in einer Zeit, in der die Familie auseinanderbricht und ein Teil der Familie das traditionelle Nomadenleben aufgibt. 18 Jahre später ein zweites Mal, um zu sehen, was aus dem Traum geworden ist. Angekommen in einer Trabantenstadt, zeigt der Film eindrücklich, wie sich Menschen den Zwängen des modernen Lebens unterordnen, auch wenn sie darunter leiden. Vom freien Leben damals in der Jurte im Hochgebirge, in der wilden Natur mit Pferderennen, ist jetzt nur noch ein Traum geblieben. Wie Shengze stellt mit seinem Werk die für alle zivilisierten Gesellschaften entscheidende Frage: Was aufgeben, um was zu gewinnen? Wer kann schon behaupten, diese Frage beträfe nur China? Dass uns jedoch diese so authentische und kritische Momentaufnahme aus einem verschlossenen Land überhaupt erreicht, macht den Film noch wertvoller. Die Jury bedankt ich herzlich für diesen eindrücklichen Lebensraum-Beitrag mit einer lobenden Erwähnung.

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival 19.-23. Oktober – Die Preisträger

  1. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee

Die Preisträger 2022

Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3000,-)
„Alpenland“ von Robert Schabus  |  NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion  |  Österreich

Preis des DAV für den besten Alpinfilm („Erlebnisraum Berg“)
(€ 1.000,-)
„Höhenrausch – Die Entwicklung der Höhenmedizin“ von David Pichler  |  Nicolai Niessen/berckwerk  |  Deutschland

Bester Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“  – Preis der Tegernseer Erdgasgesellschaft (€ 1.000,-)
„Lo Combat“ von Gaël Truc  |  Aries Film  |  Italien

Bester Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ (€ 1.000,-)
„Yukon, un rêve blanc (Yukon – ein Traum in Weiß)“ von Mathieu Le Lay  |  Mathieu Le Lay Prod.  |  Frankreich

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (€ 1.000,-)
„Royaye yek Asb (Der Traum eines Pferdes)“ von Marjan Khosravi  |  Milad Khosravi for Seven Springs Pictures  |  Iran

Preis für „bemerkenswerte Kameraleistung“ (€ 1.000,-)
„Le Grand Marais (Das große Moor)“ von Clara Lacombe  |  Frankreich

Preis für den „Besonderen Film (€ 1.000,-)
„The disappearance of Janusz Klarner“ von Franciszek Berbeka  |  The Polish Nat. Film, TV & Theatre School  |  Polen

Lobende Erwähnungen
Inheritance (Nachlass)“ von Aiymkul Temirbek kyzy  |  Kyrgyzstan turkey university Manas  |  Kirgistan

„The Fading Nomads“ von Wie Shengze  |  Parallax China  |  China

„Kjerag Solo“ von Alastair Lee  |  Posing Productions  |  Großbritannien

Bayern 2-Publikumspreis  (€ 1.000,-)
„Yukon, un rêve blanc (Yukon – Ein Traum in Weiß)“ von Mathieu Le Lay  |  Mathieu Le Lay Prod.  |  Frankreich

2022 – Internat. Bergfilm-Festival 19.-23. Oktober 2022 – Preisverleihung

Pressetext/Preisverleihung                                              2022-10-22

Bergfilm Tegernsee, 19. Internationales Festival vom 19. – 23. Oktober 2022

 „Alpenland“ erhält den Großen Preis der Stadt Tegernsee

 Der Sieger des 19. Bergfilm-Festivals Tegernsee steht fest: Der mit 3000 Euro dotierte Große Preis der Stadt Tegernsee geht an Robert Schabus‘ Film „Alpenland“. Den DAV-Preis für den besten Alpinfilm der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ erhalten David Pichler und Nicolai Niessen für ihre Doku „Höhenrausch“. In den Kategorien „Naturraum Berg“, „Lebensraum Berg“ und „Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis“ gewinnen je 1000 Euro die Filme „Yukon, un rêve blanc (Frankreich), „Lo Combat“ (Italien) und „Royaye yek Asb“ (Iran).   

Der österreichische Regisseur Robert Schabus ist der große Gewinner des 19. Bergfilm-Festivals Tegernsee. Sein Film „Alpenland“ setzt sich gegen rund 80 internationale Produktionen durch und gewinnt den mit 3000 Euro dotierten Großen Preis der Stadt Tegernsee. „Alpenland“ ist laut Ansicht der Jury ein „Zeitbild der Berge, aber auch ein Bild unserer Zeit“. In imposanten Distanzaufnahmen und lakonisch langen Einstellungen zeigt Schabus‘ Film, wie der Lebensraum von 13 Millionen Menschen in acht Ländern von der Entwicklung unserer Zivilisation gefährdet wird. „Muss Nachhaltigkeit gleich Armut sein? Müssen wir auf wirtschaftliches Wachstum verzichten, um die Welt zu retten? Dieser Bergfilm lässt uns darüber tief nachdenken,“ lautet die Jury-Begründung.

Ein Rausch, dem der Zuschauer gespannt folgt
Eine der größten Gefahren für Extrembergsteiger ist der sogenannte „Höhenrausch“. Der gleichnamige Dokumentarfilm der deutschen Filmemacher David Pichler und Nicolai Niessen stellt auf eindrückliche und dramaturgisch packende Weise dessen Geschichte und Erforschung dar. Fasziniert folgt der Zuschauer dem Studienleiter und Höhenmediziner Marc Berger, seinem Forschungsteam und den Probanden bei einer Studie auf der 4554 Meter hoch gelegenen Margherita Hütte. Die Jury überzeugt diese Herangehensweise und betont: „Durch die Verflechtungen der bergsteigerischen und der wissenschaftlichen Perspektive entsteht ein eindrücklicher Sog (Rausch), dem man gespannt folgt.“ Der Film erhält den diesjährigen DAV-Preis für den besten Alpinfilm in der Kategorie „Erlebnisraum Berg“.

Alles ist weiß und kalt
Im Film „Yukon, un rêve blanc (Yukon, ein Traum in Weiß)“ des Franzosen Mathieu Le Lay begibt sich der Tierfotograf Jérémie Villet in die kanadische Provinz Yukon, um dort Fotos zu machen von an das Leben in Kälte und Schnee angepassten Tieren. Mitten im Winter, in großer Einsamkeit und Kälte sucht Jérémie eine Bergziege. Alles ist weiß und kalt. Kongenial wie die zauberhaften Bilder des Fotografen sind die Bilder im Film. „Es ist der Crew um Mathieu Le Lay gelungen, das Glück dieses ungewöhnlichen Helden einzufangen, als er das erhoffte Foto nach vielen Entbehrungen doch noch schießt,“ urteilt die Jury und zeichnet Le Lay mit dem Preis für den besten Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ aus.

Im Stall trifft Tradition auf Moderne
Mit „Lo Combat“, da war sich die Jury einig, erwartet die Zuschauer ein „richtiges Schmankerl“: Mit den Mitteln des Spielfilms und ironisch eingesetzten Zitaten aus dem Krimi-Genre erzählt der junge italienische Regisseur Gaël Truc die Geschichte einer jungen, noch unerfahrenen Tierärztin, die im dichten Schneetreiben den Weg zu einem Bauernhof sucht, wo eine Kuh Schwierigkeiten beim Kalben hat. Als die Stalltür aufgeht, stehen sich Tradition (Bauer) und Moderne (junge Tierärztin) überrascht gegenüber. Das hat die Jury überzeugt. „Lo Combat“ von Gaël Truc erhält den diesjährigen Preis als bester Film der Kategorie „Lebensraum Berg“.

Nachwuchspreis geht an junge Iranerin
Über den Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 2022 darf sich die junge iranische Regisseurin Marjan Khosravi freuen. Ihr dokumentarischer Kurzfilm „Royaye yek Asb (The Dream of a Horse)” handelt von einer jungen Frau, die sich gegen die patriarchalen Strukturen ihrer Familie auflehnt. „Bemerkenswert“ sei laut Jury, „wie der Mikrokosmos einen Bogen zu der gegenwärtigen Situation im Iran schlägt.“

Der Preis für den besonderen Film geht dieses Jahr an den Polen Franciszek Berbeka für „The Disappearance of Janusz Klarner“. Den Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung bekommt die Französin Clara Lacombe mit „Le grand marais – Das große Moor“. Zudem erhielten drei Filme lobende Erwähnungen der Jury: „Kjerag Solo“ von Alastair Lee (Großbritannien), „Inheritance“ von Aiymkul Temirbek (Kirgistan) sowie „The Fading Nomads“ von Wie Shengze (China).

Endlich wieder im Kino: Das 19. Internat. Bergfilm-Festival geht zu Ende
Viele Stunden hat die Jury, Karsten Scheuren (Deutschland), Stefanie Holzer (Österreich), Alexander Donev (Bulgarien), Stefan König (Deutschland) und Thaïs Odermatt (Schweiz) im dunklen Vorführsaal verbracht, um Stärken und Schwächen der 80 Filme aus rund 30 Nationen genau zu analysieren. Am Ende eines jeden Bergfilm-Festivals in Tegernsee steht die große Preisverleihung an die Gewinner des Wettbewerbs. In kurzen Sequenzen werden die Siegerfilme vorgestellt, und die Jurymitglieder erläutern die Entscheidungen zur Auszeichnung. Viele der Sieger nehmen ihre Trophäen persönlich entgegen. Ein Anlass zum gemeinsamen Feiern aller Beteiligten – Filmer, Jury, Unterstützer und Organisatoren. 

Großes Jubiläum 2023
„Der Bergfilm ist wieder zurück in den Kinosälen“, freut sich Festival-Leiter Michael Pause beim Abschluss im Barocksaal in Tegernsee. „Mich persönlich haben in den vergangenen Tagen besonders der Austausch und die vielen schönen Begegnungen mit zahlreichen prominenten Filmschaffenden gefreut, was nun endlich wieder in voll besetzten Sälen möglich war.“ Die Bergfilm-Szene habe auf diese Gelegenheit längst gewartet und schon deshalb habe sich die monatelange Vorbereitungsarbeit gelohnt. Ähnlich sieht dies Johannes Hagn, Bürgermeister der Stadt Tegernsee: „Wir können zufrieden sein mit dem, was wir heuer auf die Beine gestellt haben. Die Erwartungen wurden sogar übertroffen. Von den Besucherinnen und Besuchern kam viel positive Rückmeldung.“ Fans dürfen sich schon jetzt aufs kommende Jahr freuen: Denn 2023 feiert das Bergfilm-Festival Tegernsee seine 20. Ausgabe. 

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 19.-23. Oktober – Cineasten im Höhenrausch

Pressetext/Eröffnung                                                       2022-10-20

Bergfilm Tegernsee, 19. Internationales Festival vom 19. – 23. Oktober 2022

  

Cineasten im Höhenrausch 

Die Berge rufen: Zur Eröffnung des 19. Bergfilm-Festivals im Barocksaal des Tegernseer Schlosses begeistern Viktoria Rebensburg mit ihrem Skitouren-Abenteuer „Trans Salzburgerland” sowie der Kurzfilm „24 Stunden Odyssee“ die Zuschauer mit starken Bildern. Und der Valleyer Alpinist, Publizist und Filmemacher Tom Dauer ehrt sein großes Idol, den Bergsteiger und Kletterer Reinhard Karl, mit einem Film und einem Buch.

Erleichterung ist zu spüren im Saal, als der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn die Zuschauer eingangs mit den Worten begrüßt: „Nach Corona endlich wieder ein volles Haus.“ Und als Festival-Leiter Michael Pause seine Eröffnungsrede hält, schwingt Freude in seinen Worten. Freude darüber, „dass die Community beinand ist“ und dass das ganze Spektrum des Genre Bergfilm wieder gemeinsam erlebt werden kann: mit all den unmittelbaren Reaktionen des Publikums – die Lacher, das Staunen. Und dem Zusammentreffen prominenter Filmeschaffender, die so ein Festival zu einem Erlebnis werden lassen.

Zu sehen sind bis zur Preisverleihung am Samstagabend, 19 Uhr, insgesamt 80 verschiedene Filme in sechs Sälen. Den Anfang macht Viktoria Rebensburgs spannendes Skitouren-Abenteuer „Trans Salzburgerland“. Die Kreuther Ex-Skirennfahrerin Rebensburg und Sandra Lahnsteiner, Freeskierin und Filmproduzentin aus dem Salzburger Land, berichten an diesem Abend im Tegernseer Barocksaal von ihrem Filmprojekt. Für Lahnsteiner ist es die erste Berg-Dokumentation. Für Rebensburg der „Aufbruch in eine neue Welt aus Fels, Eis und Schnee“. Der Film beleuchtet, wie die Olympiasiegerin und zwei Profi-Freeriderinnen eine hochwinterliche Skidurchquerung von Sportgastein nach Hinterglemm wagen. Drei junge Frauen – Viktoria Rebensburg, Sabine Schipflinger und die Freeride-Pionierin Sandra Lahnsteiner – kämpfen sich mutig über Grate und Gletscher. Nach den wildesten Abfahrten in aller Welt entdecken sie innerhalb von fünf Tagen die Berge ihrer Heimat auf der Trans Salzburgerland. Und als Finale wartet der höchste Berg Österreichs, der Großglockner.

Auch der Valleyer Alpinist, Publizist und Filmemacher Tom Dauer ist am Eröffnungsabend vor Ort und schildert auf der Bühne auf sehr persönliche Art und Weise wie es dazu kam, ein Buch und einen Film über den Heidelberger Bergsteiger, Schriftsteller und Fotografen Reinhard Karl zu machen. „Die Kunst, einen Berg zu besteigen“ ist eine Hommage und ein filmisches Denkmal an einen ganz besonderen Menschen. Karl, der 1982, also vor genau 40 Jahren, mit nur 35 Jahren am Cho Oyu (8.153 m) in einer Eislawine ums Leben kam, gab mit seinem Bildband „Erlebnis Berg: Zeit zum Atmen“ dem Lebensgefühl einer ganzen Generation von Bergsteigern und Kletterern Ausdruck – und faszinierte Tom Dauer bereits als Zwölfjährigen.  Dauer: „In der Jugend war er mein Idol und meiner Generation ein Vorbild.“ Karl hatte unter anderem 1969 in nur eineinhalb Tagen die Eiger-Nordwand bestiegen, war in den 1970er-Jahren ein Vorreiter des Freikletterns und stand im Mai 1978 im Rahmen der berühmten Mount-Everest-Expedition von Reinhold Messner und Peter Habeler als erster Deutscher auf dem Mount Everest.

Zu sehen ist an dem Abend zudem der 23-minütige Film „24 Stunden Odyssee“ von Johannes Mair. Die „Odyssee“ gilt mit der „Paciencia“ als schwierigste Kletterroute in der Eiger-Nordwand. Die ersten Versuche in der 33 Seillängen langen Linie begannen 2009, fünf Jahre später gelang nach fast zweimonatiger Irrfahrt die erste freie Begehung. 2018 wiederholten Barbara Zangerl und Jacopo Larcher die Route, sie brauchten vier Tage. Im Stil der Erstbegeher, dem sogenannten „Bigwall-Stil“, musste das Pärchen dafür Essen, Wasser, Ausrüstung und ein Hängezelt durch die Wand befördern. Bis zum Ende fiebert der Zuschauer mit. Festivalleiter Pause: „Überzeugende Protagonisten und eine wirklich starke Geschichte – das ist das, was einen richtig guten Bergfilm ausmacht.“ Und was Alpin-Cineasten in Höhenrausch versetzt.

Ob einer der Beiträge zur Eröffnung im Barocksaal wohl einen Preis erhalten wird? Darüber zerbricht sich derzeit die international besetzte Jury den Kopf, die bereits einen Filmmarathon hinter sich hat. Sie muss entscheiden, wer beim einzigen Bergfilm-Festival Deutschlands mit Wettbewerb ausgezeichnet wird. Bekanntgegeben werden die Gewinner am Samstagabend im Barocksaal bei der Preisverleihung, die auch im BR Livestream übertragen wird (Samstag, 22. Oktober, 19.00 Uhr). Festival-Direktor Michael Pause führt durch den Abend. Was einem persönlich am besten gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Die Auswahl jedenfalls ist groß. Gezeigt werden täglich bis zu 40 internationale Beiträge, zu fast allen Vorstellungen sind noch Karten erhältlich. Festival-Direktor Michael Pause: „In allen Kategorien können sich die Zuschauer in den nächsten Tagen auf viele hervorragende Filme freuen.“ 

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben.

Kartenvorverkauf in der Tourist-Information Tegernsee, Tel. +49(0)8022-92738 – 62; tegernsee@tegernsee.com; im Internet: www.bergfilm-tegernsee.de oder www.muenchenticket.de.

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Von starken Frauen und klugen Botschaften

Pressemeldung – Bergfilm-Festival Tegernsee                                    2022-10-17

 Von starken Frauen und klugen Botschaften

 Wie breit das Spektrum des modernen Bergfilms ist, können Besucher beim 19. Tegernseer Bergfilm-Festivals erleben: Geboten wird an fünf Festivaltagen ein Best-of internationaler Produktionen mit prominenten Gästen. Hier einige Filmtipps – überraschende Sichtweisen und gewagte Perspektiven inklusive.

Gleich am Eröffnungsabend am Mittwoch rücken starke Frauen in den Fokus: Mit „Sophie Lavaud – Lady 8000“ wird ein aktueller Expeditionsfilm gezeigt, der zudem das Genderthema beleuchtet, da es sich um eine reine Frauenexpedition handelt: Mit bereits mehr als zehn Besteigungen hat Sophie Lavaud gute Chancen, die erste Schweizerin zu werden, die auf allen vierzehn Achttausendergipfeln stand. Und sie wäre damit die fünfte Frau der Welt, die sich diesen Traum erfüllt. Am Donnerstag steht mit „Dhaulagiri is my Everest“ ein weiterer Expeditionsfilm auf dem Programm: Der Film geht in die Geschichte des Höhenbergsteigens, und besticht mit starken Protagonisten und klugen Botschaften. 1984 bestieg Zoltán Demján zwei Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff. Zuerst bezwang er die Südwand des Lhotse Shar, dann den Südpfeiler des Mount Everest, wo das Wetter seinen Abstieg in ein Drama verwandelte. Wie junge Franzosen ziemlich frech eine Mini-Expedition auf die Beine stellen und durch eine 2000 Meter hohe Eiswand auf einen 7000er klettern, ist am Samstag in „A l‘ombre du Chamlang“ (Im Schatten des Chamlang) in einem dritten, nicht weniger faszinierenden Expeditionsfilm zu sehen. Die fast 2.000 Meter hohe Nordwand des Chamlang ist eine der letzten großen, unbestiegenen Wände des Himalayas. Dieser Film lässt uns in das Beste eintauchen, was derzeit im Himalaya möglich ist.

Am Samstag kommt der derzeit wohl erfolgreichste deutsche Höhenbergsteiger David Göttler zum Nepalabend im Ludwig-Thoma-Saal und zeigt, wie er im vergangenen Frühjahr ohne Flaschensauerstoff den höchsten Berg der Erde bestieg. So werden in dieser Vorstellung gleich drei Everest-Epochen zu sehen sein: Bisher unveröffentlichtes Material aus den 1920er Jahren in „Everest – by those who were there“, der Film „Sea to Summit“ von 1992 und die live kommentierten Filmsequenzen von Kameramann David Göttler. „Everest: Sea to Summit“ von Michael Dillon ist absolut sehenswert. Dillons Ansatz: Der Everest ist 8848 Meter hoch, aber die meisten Bergsteiger starten zu Fuß in Lukla auf rund 2600 Meter. Sein Protagonist taucht im Film aus den Fluten des Indischen Ozeans auf und geht dann Schritt für Schritt von Meereshöhe bis zum höchsten Punkt der Erde.

Gezeigt werden Filme mit Stars der Szene, wie Stefan Glowacz mit seinem von ihm auch produzierten Film „Wallride“: Hier unternimmt der Kletter-Profi mit höchst nachhaltigem Ansatz zusammen mit Ninja Warrior Philipp Hans eine Megaradtour durch die Alpen, und den beiden gelingen dabei auch noch Erstbegehungen von drei schwierigen Kletterrouten. Mit ihrem bekannt humoristischen Ansatz hat sich der belgische Superkletterer Nicholas Favresse mit seinen Freunden ebenfalls aufs Rad geschwungen, und zudem auch noch zwei Hunde mitgenommen (die das seltsame Tun ihrer Herrchen im Film kommentieren). Die körperliche Marter der Spitzenkletterer ist in dem Film „Massiv Trad Attack“ (Freitag, 17 Uhr im Medius) zu sehen. Diesen Film wird sich auch Ralf Dujmovits anschauen – der erste und bisher einzige Deutsche, der alle 14 Achttausender bestiegen hat. Nach dem Kletterfilm läuft ein großes Filmporträt über ihn. Dujmovits kommt zum ersten Mal zum Festival.

Zwei bayerische Wintersport-Stars und Goldmedaillengewinnerinnen werden ebenfalls beim Bergfilm-Festival auftreten: In der Eröffnungsvorstellung kann man Viktoria Rebensburg bei einer Skitourendurchquerung der Salzburger Berge bewundern und auch bei einer Besteigung des Großglockners, wo sie sich so sicher bewegt, als wäre es der Leonhardstein in ihrem Heimatdorf Kreuth. Am Freitag ist Ex-Biathletin Laura Dahlmeier auf der Leinwand in einer Seilschaft mit den Huberbuam zu sehen. Die drei waren zusammen an einem der großen und schwierigen Pfeiler am Montblanc unterwegs. Dahlmeier wird auf der Bühne noch mehr über ihre Bergleidenschaft erzählen.

Auch Alpinist und Kletterer Tom Dauer und Stefan Glowacz mit seinem Team präsentieren ihre jeweiligen Filme persönlich dem Publikum und tragen so zu der besonderen Festival-Atmosphäre bei. Beim Bayern 2-Abend am Donnerstag im Barocksaal ist die Sportkletterin und Klimaaktivistin Lena Müller zu Gast und fragt sich: Gipfelglück und Klimakrise – Wie passt das zusammen? In dem Film „More than a route“ kann man die Ausnahmekletterin mit ihrer Freundin bei dieser sportlichen Kombination beobachten. Auch Filmschaffende aus der Region sind vor Ort vertreten: Der Rosenheimer Filmemacher Puriah Ravahi, 2017 mit seinem kritischen Basejump-Film „Last exit“ Preisträger in der Kategorie „Erlebnisraum Berg“, berichtet im Film „Back to Iran“ über eine Skitourenreise in sein Geburtsland.

Hat Festivalleiter Michael Pause einen Favoriten? Wenn, würde er ihn nicht vorab verraten. Nur so viel: „Als besonders preisverdächtig gelten zwei Filme, in denen großartige Kameraarbeit zu bewundern ist: Der Franzose Mathieu LeLay erhielt 2015 sowohl den Siegerpreis in der Kategorie Naturraum als auch den Nachwuchspreis, und diesmal beeindruckt er in „Yukon, ein Traum in Weiß“ mit fantastischen Bildern aus dem kanadischen Norden. In die Berge und ebenfalls in den Hohen Norden geht es in dem Film „Big North“ des italienischen Filmemachers Dario Acocella.

Am Ende steht jeder einzelne Bergfilm-Fan vor der üblichen Qual der Wahl: Was auswählen unter den rund 80 Filmtiteln? Je nach Geschmack und Vorlieben, muss schlussendlich jeder seine eigenen Favoriten suchen und finden. Extremleistungen zeigen sich filmisch meist im Medius, Natur und Kultur im Quirinal und Ludwig-Thoma-Saal; Eröffnung, Retrospektive und die festliche Preisverleihung finden im Barocksaal statt. Experimentelles bietet das Schalthaus. Die Kinderkino-Vorstellung gibt’s vormittags im Thomasaal. Und, Kenner wissen es: Die Highlights werden gleich mehrfach an unterschiedlichen Tagen gezeigt. Wer sich auf garantiert ausgezeichnete Filme konzentrieren möchte, geht zur Matinee am Sonntag: Dort werden alle prämierten Filme in voller Länge noch einmal vorgeführt.

Einen persönlichen Filmtipp, ganz unabhängig von der Preisfrage hat Festival-Direktor Michael Pause dann doch: „The disappearance of Janusz Klarner“. Es ist ein Film, der nicht dem Mainstream folgt, dennoch eine interessante Geschichte erzählt samt exzellenter Kameraführung und kreativem Schnitt. Pause: „Sollten alle Filmfans gesehen haben, wenn das Festival vorbei ist.“

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de
Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben
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2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – In fünf Tagen um die Welt

Pressemeldung – Bergfilm-Festival Tegernsee                                               2022-09-02 

In fünf Tagen um die Welt 

Eine besondere Reise können Besucher des Tegernseer Bergfilm-Festivals antreten, das vom 19. bis 23. Oktober zum 19. Mal stattfindet. Was den Zuschauer genau an bildgewaltigen Geschichten, Dokumentationen, Kurz- oder Spielfilmen erwartet, verrät das soeben erschienene Programmheft. Wieder flimmern rund 80 hochwertige Filme aus 28 Ländern mit unverkennbarem Bezug zum Berg über die Leinwände – und entführen in alle Teile der Erde. Interessierte können ab Mitte September ihre persönliche Auswahl treffen – und sich gleich Tickets für ihre Lieblingsfilme sichern. 

Zum 19. Mal lockt das Bergfilm-Festival vom 19. bis 23. Oktober die Besucher nach Tegernsee. Festivaldirektor Michael Pause verspricht ein erneut hochklassiges Programm: „Wir haben dieses Jahr viele hervorragende Filme im Wettbewerb.“ Dazu kommen prominente Gäste wie Viktoria Rebensburg, Laura Dahlmeier und Stefan Glowacz, die ihre jeweiligen Filme persönlich präsentieren werden und so zu der besonderen Festival-Atmosphäre beitragen werden. Zudem gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm abseits der Leinwand mit Wanderungen in der Tegernseer Bergwelt.

Wer im Programmheft blättert oder sich im Internet einliest und die kurzen Inhaltsangaben der rund 80 Filme studiert, wird unaufhaltsam hineingezogen in die vielfältige und fantastische Welt der Berge – und der Filme, die angesichts der Intensität der Bilder die Zuschauer wieder fünf Tage lang begeistern werden. Dicht an dicht und mit höchst spannenden Themen und Protagonisten wird dem Publikum die Entscheidung schwer gemacht, welchen der Filme es nun in den Tegernseer Kinosälen anschauen soll. Damit niemand etwas verpasst, werden zahlreiche Filme gleich mehrfach gezeigt.

Unter den diesjährigen Favoriten ist etwa der Film „Wallride“, bei dem die Kletterer Stefan Glowacz und Philipp Hans das Publikum auf eine auf Nachhaltigkeit ausgelegte Ultra-Transalp mit dem Mountainbike mitnehmen. Die beiden Abenteurer ahnen nicht, welche Dramen diese Reise auf 2.274 Kilometer und 46.184 Höhenmeter für sie bereithält. Beim Bayern 2-Abend am Donnerstag im Barocksaal geht es dieses Jahr um das hochaktuelle Thema „Gipfelglück und Klimakrise – Wie passt das zusammen?“ Elisabeth Tyroller und Georg Bayerle begrüßen u.a. Sportkletterin und Klimaaktivistin Lena Müller. Gleichzeitig laufen im Ludwig-Thoma-Saal im Rahmen der Retrospektive Filme des Abenteurers und künstlerischen Multitalents Martin Schließler. Immer ein besonderes Programm gibt es beim DAV-Abend am Freitag, bei dem Ex- Biathletin Laura Dahlmeier zu Gast sein wird. Und am Samstag beginnt die Schlussstrecke beim Bergfilm-Marathon bereits um 10 Uhr vormittags im Schalthaus in Tegernsee.

Bei jedem Film stellt sich einem am Ende die Frage: Wird er es schaffen und dieses Jahr mit dem Großen Preis der Stadt Tegernsee ausgezeichnet werden? Die Entscheidung ist der hochkarätigen internationalen Jury vorbehalten und bleibt bis zuletzt spannend. Wer den Überblick behalten will, sollte am Samstag zur Preisverleihung kommen: Dort treffen die Festival-Besucher auf einige der besten Filmemacher persönlich und können Ausschnitte aller ausgezeichneten Filme sehen. Und am Sonntag gibt es die einmalige Gelegenheit, alle prämierten Filme noch einmal in voller Länge zu schauen.

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de

Kartenvorverkauf (Vorverkauf startet am 16. September) und Programm in der Tourist-Information Tegernsee, Tel. +49(0)8022-92738 – 62; tegernsee@tegernsee.com; im Internet: www.bergfilm-tegernsee.de oder www.muenchenticket.de. Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben.

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – Das Festival kehrt zurück

Pressemeldung – Das Bergfilm-Festival kehr zurück   –                                    2022-04-30

 19. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 19. bis 23. Oktober 2022

Das Bergfilm-Festival kehrt zurück

Nach dem coronabedingten Ausfall im Jahr 2020 und dem mutigen „Restart“ unter Pandemiebedingungen im Herbst 2021 wird das Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee in diesem Jahr mit dem Krieg in der Ukraine konfrontiert. Dennoch: Wie auch die anderen Bergfilm-Festivals in aller Welt weiter machen, so wird auch das erfolgreiche Tegernsee-Event 2022 fortgeführt. Es wird wieder ein „richtiges“ Festival geben. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Noch bis zum 31. Mai können Produzenten und Filmemacher ihre neuesten Bergfilme einreichen.  

Kaum macht sich unter den Menschen eine Hoffnung auf ein Ende der Pandemie breit, verursacht der Überfall Russlands auf die Ukraine lähmendes Entsetzen. „Da fällt es vielen Leuten schwer, aus dem Stimmungstief herauszukommen“, sagt Festival-Direktor Michael Pause. „Man sollte etwas tun, was einem gut tut! Sich in die Natur begeben, sich mit Freunden treffen, Konzerte, Theater, Kinos und andere Kulturveranstaltungen besuchen. Alle haben wir das vermisst.“

Das ist in diesem Jahr eine neue Herausforderung: Die Menschen von der Couch und aus dem Homeoffice herauszulocken, die Community am Tegernsee zu versammeln und sie diese besondere Atmosphäre spüren zu lassen, die jedes echte Festival ausmacht. Die Stadt Tegernsee und das Organisationsteam haben in den zurückliegenden 20 Jahren bewiesen, dass sie Bergfilm-Festival können. Sie haben buchstäblich ein Stück „Hoch-Kultur“ ins Tal geholt, betont Pause: „Wir können uns freuen, was in den zwei Jahrzehnten daraus geworden ist. Jetzt müssen wir die Leute eben aus der Lethargie befreien und wieder das Feuer entfachen, das alle BergfeundInnen spüren.“

Die Kooperationspartner – Bayrischer Rundfunk (BR), Deutscher Alpenverein (DAV), Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), Bergfilmfreunde Tegernsee e.V. – halten in diesen schwierigen Zeiten zusammen. Und verspüren trotz allem große Vorfreude: Darauf, endlich wieder Filme auf der großen Leinwand zu sehen, und zwar in der Gemeinschaft! Vor allem die Filmschaffenden selbst brennen darauf. Festivalgänger dürfen sich auf ein „richtiges“ Festival mit hervorragenden Filmen freuen und auf die gewohnte Festivalatmosphäre: miteinander Freude haben. Sich Austauschen mit Gleichgesinnten, mit DarstellerInnen, BergfilmemacherInnen.

Auf diesen Gedankenaustausch freut sich Festival-Direktor Michael Pause nun auch beim 70. Trento Film Festival. Das älteste Bergfilmfestival der Welt läuft vom 29. April bis 6. Mai in Norditalien. Es ist stets mit vielen neuen Kontakten in der Szene verbunden und mit der Möglichkeit, sich einen Überblick über die Neuigkeiten und Trends im Bergfilm-Genre zu verschaffen. Dort trifft sich alljährlich auch der Kreis der Bergfilm-Festival-MacherInnen.

Am Tegernsee laufen indes die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine international besetzte Jury kürt im Herbst die besten Bergfilme des Wettbewerbs mit dotierten Preisen. Geboten werden hochwertige Filme, die den besonderen Reiz dieses Genres zeigen. Überraschend und kreativ präsentieren sich die Beiträge der Filmemacher und Filmemacherinnen. Mitunter sind sie überraschend einfühlsam und nicht so actionreich, wie gemeinhin angenommen. Mit Themen, die der Mainstream nie aufgreifen würde. Noch bis zum 31. Mai können Produzenten und Filmemacher ihre neuesten Bergfilme einreichen. In den drei Kategorien „Erlebnisraum“, „Naturraum“ und „Lebensraum“.

Alle weiteren Preise, die Dotierungen und die Ausschreibung unter: www.bergfilm-tegernsee.de  

Info und Ausschreibung: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801-37 od. -53, bergfilm@tegernsee.de,
www.bergfilm-tegernsee.de

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe 16. Okt. 2021 – Inhalt

18. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee
13. – 17. Oktober 2021

Inhalt der Pressemappe

PT02      Jury

PT03      Begeisternde Bergfilme

PT04      Besondere Geschichte

Pt05       Begründung der Jury

PT06      Liste der Preisträger

 

Kontaktadresse: Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee
Tel. 0049/(0)8022/1801-37
E-Mail: bergfilm@tegernsee.de

www.bergfilm-tegernsee.de

Alle Texte sowie Bildmaterial finden Sie im Internet, www.bergfilm-tegernsee.de/presse/

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss 16. Okt. 2021 – PT02 – Jury

Pressetext/Jury                                                                                  02/2021

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021

 Zusammensetzung der Jury 2021:
Stefan König (Deutschland, u.a. Autor, Experte Bergfilmgeschichte)
Sebastian Marseiler (Südtirol, u.a. Kultur- und Naturfilmer)
Julia Brunner (Österreich, u.a. Kamerafrau, Cutterin, Filmemacherin)
Thijs Horbach (Niederlande, u.a. Direktor des Dutch Mountain Film Festivals)
Titus Arnu (Schweiz/Österreich, u.a. Journalist, Autor) 


Die neue Verantwortung des Bergfilms

In diesem Jahr tagte die Jury nicht wie sonst gemeinsam in Tegernsee, sondern vorab, jeder für sich im Home Office.  Statt angeregten Diskussionen war so konzentriertes Schauen im „stillen Kämmerlein“ angesagt. Wie ist die Jury mit dieser besonderen Situation umgegangen?

„Zusammenhocken, Kaffee trinken, diskutieren – das ist mir allemal lieber“, gesteht Stefan König und spricht damit wohl der gesamten Jury aus dem Herzen. Auch Sebastian Marseiler findet diese „Einsiedlerarbeit“  nicht optimal: „Mir fehlt die Diskussion, der andere Blick“. Aber: „Unter den gegebenen Umständen war es eine gute und praktikable Lösung“, fasst Stefan König zusammen.   

Und so tauchten die fünf in den vergangenen Tagen an ganz verschiedenen Orten gemeinsam ein in die Welt des Bergfilms. Sie ließen sich begeistern von „Kühen, die auf dem Dach tanzen“, weil es den Filmemachern gelingt, einen nüchternen und auch ernüchternden Blick auf eine Realität zu werfen, die im Heimatfernsehen oft verklärt wird. „Das hat mich gefesselt und ist mir einfach im Kopf geblieben“, schildert Julia Brunner. Immerhin, der Film erhielt schließlich eine lobende Erwähnung.

Leer ausging am Ende eine Produktion, die Sebastian Marseiler tief berührte – denn er kann die Situation der Schulkinder in Ladakh selbst so gut nachvollziehen: „Die Dokumentation „Chaddr – Unter uns der Fluss“ ist mir sehr nahe gegangen, weil er mich an meine eigene Biografie erinnert hat: herausgerissen werden aus dem heimatlichen Umfeld, um eine Schule besuchen zu müssen, balancieren zwischen zwei Welten, heimkommen im Wissen, dass man weggehen muss.“ In der Kategorie „Lebensraum Berg“ waren jedoch auffallend viele starke Beiträge, „von denen fast jeder eine Auszeichnung verdient hätte.“ Und ein ähnlicher Film habe ja schließlich auch den Hauptpreis bekommen.

Ein Film, der Stefan König besonders in Erinnerung bleibt ist „Was sie wohl tun wird mit uns?“ von Caroline Fink. Ein sehr kurzer Kunstfilm, der die Einsamkeit in der Corona-Zeit zum Thema hat. „Ich habe das Gefühl, dass viele Filmemacher nachdenklicher geworden sind“, überlegt Stefan König. „Es hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass erst gar nicht jeder Outdoor-Industrie-gesponserte Clip oder jede verbrämte Power-Limo-Werbung ins Programm kam.“ Dass sich schon vor Corona eine Veränderung abgezeichnet hat, glaubt Julia Brunner: „Wo früher extremes Abenteuer war, kann heute viel mehr sein: Menschen, Kulturen, Tiere – Filme die das Thema „Berg“ nur leicht streifen.“ Es brauche nicht immer harte Action, Drama, Tod, schnelle Musik, Adrenalin. Es gehe auch langsam. „Ich denke, dass Menschen ihre Bergabenteuer und Berggeschichten nun mit mehr Respekt vor der Natur und der Zerbrechlichkeit des Lebens auswählen“.

Dass der aktuelle „Run“ auf die Berge schon auch die Bergfilmszene fordere, betont Stefan König: „In manchen Bereichen werden die Berge förmlich überrannt. Wieviel von diesem Massenansturm kann die Natur verkraften, wieviel die Bevölkerung in den Talorten? So kommt schon auch dem Bergfilm eine neue Verantwortung zu.“ Das scheint in der Szene bereits angekommen zu sein, meint Thijs Horbach: „Sie zeigen, dass man Abenteuer, Natur und Berge auch nahe bei seinem Zuhause erleben kann. Und dass es möglich ist, gute Filme zu drehen, ohne um die ganze Welt reisen zu müssen.“

Doch wie hat sich die Jury letztendlich auf die Vergabe der Preise geeinigt? In einer dreistündigen Videokonferenz zeichnete sich bald ab, dass alle fünf Jury-Mitglieder ganz unabhängig voneinander sehr ähnliche Vorentscheidungen getroffen haben. „Es war dann eine lebendige und von gegenseitigem Respekt getragene Bewertungsdiskussion“, resümiert Sebastian Marseiler. Wäre man gemeinsam vor Ort gewesen, „wir hätten wahrscheinlich nur mehr diskutiert“, meint  Julia Brunner. „Das beeinflusst schon, weil man ja zum selben Zeitpunkt denselben Film begutachtet und gleich danach in die Debatte eintritt“, gibt hingegen Stefan König zu bedenken. „Doch in diesem Fall glaube ich, dass letztlich die Preisvergaben so oder so kaum anders ausgefallen wären.“  

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss 16. Okt. 2021 – PT03 – Begeisternde Bergfilme

Pressetext Begrfilm-Festival 2021                                                       03/2021

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021

 Begeisternde Bergfilme und viel Platz in den Kinos 

Die Filme „Children of the Snow Land“ (Großer Preis der Stadt Tegernsee) und „Balandrau – Tragödie in der Eishölle“ (DAV-Preis für den besten Alpinfilm) beeindruckten in Tegernsee nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum, das in diesem Jahr viel Beinfreiheit genießen durfte. Sie sind die großartigen Gewinner eines ungewöhnlichen Festivals. 

„Gewöhnungsbedürftig“, meinten einige. Obwohl, wer will sich schon daran gewöhnen, in zwar ausverkaufte, aber halbleere Säle zu blicken? Da ist es schon besser, auf diesen Stoßseufzer zu horchen, der in den letzten Tagen über Tegernsee zu schweben schien: „Endlich wieder Bergfilm-Festival!“

94 Filme begeisterten in Tegernsee das Publikum
„Schön war’s und ich hab die Beinfreiheit genossen“, freute sich eine Zuschauerin aus der Nähe von Stuttgart lachend. Es habe eben alles auch seine guten Seiten. Bei 252 Einreichungen konnten die Programmgestalter um Festival-Direktor Michael Pause in diesem Jahr aus dem Vollen schöpfen, was sie mit Genuss taten. Nach einem Jahr Festival-Abstinenz schafften es 94 Filme ins Programm, so viele wie noch nie zuvor. In den meisten der 44 Vorstellungen konnten die Moderatoren und Moderatorinnen interessante Gäste aus aller Welt begrüßen: Zum Beispiel beim Bayern 2-Abend die Paraclimbing Weltcup-Bronzemedaillengewinnerin Jacqueline Fritz, bei der Retrospektive drei Mitgliedern der Nanga-Parbat-Expedition von 1970, beim Nepal-Abend Ganesh Panday aus Nepal. Als die Tegernseer im Medius dann quasi ihr „Heimspiel“ feierten und eine Gruppe einheimischer Snowboarder ihre „Hüttn“ auf der Leinwand präsentierten, donnerte der Applaus. Ein schöner Erfolg, auch wenn die Jungs es nicht auf die Liste der Preisträger schafften – oder könnte es doch noch vielleicht sogar für den Publikumspreis reichen?

Ein Film der leisen Töne
Ganz oben steht dort ein Film der leisen Töne, der grandiosen Landschaften, der ungeschminkten Menschlichkeit und der Hoffnung, wie es die Jury formulierte. Sie zeichnete die berührende Dokumentation „Children of the Snow Land“ von Zara Balfour und Marcus Stephenson (Großbritannien/Nepal) in diesem Jahr mit dem Großen Preis der Stadt Tegernsee aus. Tagelang wandern die Kinder auf einsamen Pfaden zum ersten Mal nach zwölf Schuljahren in Kathmandu wieder zurück in ihre abgelegenen Heimatdörfer. Sie sprechen von Trennungsschmerz, Heimweh, Neugier, Angst und Staunen. Behutsam kehren sie zurück in ihre Vergangenheit, um schon bald wieder in eine hoffentlich bessere Zukunft aufzubrechen.

Erschütternd, denn es kann jeden treffen
Das lässt keinen kalt, der selbst schon einmal in den Bergen unterwegs war: Die spanische Dokumentation „Balandrau – Tragödie in der Eishölle“ von Guille Cascante ist dramatisch, bestürzend, bewegend. Sie rekonstruiert eine Bergtragödie in den Pyrenäen, die zehn Menschen das Leben gekostet hat. „Das Besondere daran ist nicht nur die außergewöhnliche Kamera-Arbeit, sondern vor allem das erschütternd Triviale an dieser Begebenheit: Die Berge erscheinen leicht, niemand hätte sich diese Katastrophe vorstellen können“, so die Jury, die „Balandrau“ mit dem Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm auszeichnete.

Auf leisen Pfoten…
… schleicht nicht nur der Schneeleopard durch die eisigen Höhen des Himalaya. Auch wer ihm nahekommen will, sollte sich behutsam bewegen. So wie der französische Fotograf und Filmemacher Stéphane Jacques und sein Bruder es in dem Film „Auf den Spuren der Schneeleoparden“ meisterhaft zeigen. Sie trotzen Eis und Einsamkeit, um vielleicht das Glück auskosten zu können, diesen ungewöhnlichen Tieren ganz nahe sein zu dürfen. In Tegernsee wurden sie dafür mit dem Preis für den besten Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ ausgezeichnet.

 Spektakulärer Balanceakt in den Dolomiten
Über den Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis darf sich Valentin Rapp freuen. Mit der Kamera verfolgt er Profi-Slackliner Lukas Irmler auf der Suche nach der perfekten Highline zwischen Schlern und Langkofel-Massiv. „Der Film ist genauso wie Highlining im Hochgebirge: spektakulär, vergleichsweise wenig aufwendig und dabei atemberaubend schön“, urteilte die Jury.

„Ein großer Schritt Richtung Normalität“
Trotz Einschränkungen, erheblichem Mehraufwand und ersatzloser Streichung des gesamten Rahmenprogramms ist das Fazit der Festival-Macher überzeugend. „Wir hatten in diesem Jahr wirklich ein sehr starkes Filmprogramm“, betont Michael Pause. „Und mich persönlich haben die vielen schönen Begegnungen besonders gefreut, die nun endlich wieder möglich waren.“ Die Bergfilm-Szene habe auf diese Gelegenheit scheinbar nur gewartet und schon deshalb habe sich der Aufwand gelohnt. Ähnlich sieht dies Johannes Hagn, Bürgermeister der Stadt Tegernsee: „Im vergangenen Jahr war es noch ein Lebenszeichen, doch in diesem Jahr ist uns ein großer Schritt Richtung Normalität gelungen. Und 2022, da soll alles wieder so werden, wie wir und unsere Besucher und Besucherinnen es gewohnt waren. Darauf freuen wir uns!“

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss – 16. Okt. 2021 – PT04 – Besondere Geschichten

Pressetext Besondere Geschichte                                               04/2021

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021

 Das Geschenk 

Neben den dotierten Hauptpreisen hat die Jury in Tegernsee die Möglichkeit, Filme mit einer „Lobenden Erwähnung“ auszuzeichnen. Oft stehen hinter diesen besonderen Produktionen, die den Sprung nach ganz oben (noch) nicht geschafft haben, berührende Geschichten.  So wie bei „Schwerelos – Das Leben ist Pfeifen“ von Daniel Anker und Thomas Senf.

Vor 20 Jahren stieg der Schweizer Daniel Anker, eine der eher stillen Größen des Schweizer Alpinismus, zusammen mit dem Extremkletterer Stefan Siegrist in die Eiger-Nordwand ein – und schlug mit der Route „La Vida es silbar“ („Das Leben ist Pfeifen“) ein neues Kapitel in der Geschichte des alpinen Kletterns auf.  Es ist ein Geschenk, dass Daniel Anker jetzt, zu seinem 60. Geburtstag, wieder in die Tour einsteigen darf. Sein Traum: Sie frei zu klettern und dabei einen Film zu drehen, in dem sich Gefühle aus der Gegenwart und der Vergangenheit vermischen. Und in dem auch der kubanische Film „La Vida es silbar“, nachdem die Route benannt ist, eine Rolle spielt.

Der erste Teil des Traums geht nicht ganz in Erfüllung, möglich ist „nur“ eine „normale“ Durchsteigung der schwierigen Tour, keine freie Begehung ganz ohne Griff in die Schlinge. Aber ist das so wichtig? Pfeif drauf, denken wohl die meisten. Viel schöner ist, dass aus dem „Drehbuch im Kopf“, das Daniel Anker schon solange beschäftigte, ein berührender Film wird. Unterstützung bekommt er dabei von dem Schweizer Filmemacher Thomas Senf.

„Ich war ja schon auch blauäugig“, erinnert sich Daniel Anker. Er rief einfach mal an bei der Produktionsfirma Trigon-Film von „La vida es silbar“, hatte prompt Glück und erwischte dort einen bergbegeisterten Manager, der ihm sofort erlaubte, Ausschnitte des Films zu nutzen. So können Thomas Senf und Daniel Anker einsteigen und zwei völlig konträre Welten ineinander fließen lassen: Die Eiger-Nordwand und Kuba. Der Tanz und das Klettern. „Sie verweben Kletteraufnahmen mit Ausschnitten aus dem Arthousefilm, kombinieren Reflektionen über die Schwerkraft und den Sinn des Extremkletterns mit der Musik aus dem Kinofilm. Ein angenehm ruhiger Film mit schwindelerregenden Tiefblicken und ernsthaftem Tiefgang“, urteilt die Jury.

Zu sehen ist der Film aber nicht nur in Tegernsee, sondern inzwischen auch als Bonus-Track von „La vida es silbar“ (www.filmingo.ch).  Eine eigene Vermarktung gibt es noch nicht, bis dato machte sich wohl noch niemand, an den Daniel Anker herantrat, die „Mühe“ sich den Streifen genauer anzuschauen. Das könnte sich vielleicht schnell ändern durch die kleine Auszeichnung in Tegernsee, wie schon für einige zuvor, die hier ihre ersten Lorbeeren sammelten. Doch das schönste Geschenk ist es wohl für alle zu sehen, wie die Bilder ankommen. Wie den Zuschauern der Atem stockt beim Tiefblick in die Eiger-Nordwand – und wie der Applaus beim DAV-Abend in Tegernsee eigentlich gar nicht mehr aufhören will.

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss – 16. Okt. 2021 – Begründung der Jury

Gewinner 2021 – Jury-Begründungen  –  16. Oktober 2021

Großer Preis der Stadt Tegernsee
„Children of the Snowland“
Zara Balfour, Marcus Stephenson

Der Film ist eine berührende Dokumentation über Trennung und eine sensible Erzählung über schwieriges Wiederfinden, gestaltet in einer suggestiven Mischung aus professioneller Kamera und persönlichem Empfinden dreier Jugendlicher. Zwei Burschen und ein Mädchen aus den entlegensten Bergtälern des Himalayas wandern über Tage auf beschwerlichen Steigen zurück in die Heimatorte. Im Alter von fünf und sechs Jahren hatten sie ihr Elternhaus für einen Schulbesuch in der Hauptstadt verlassen müssen. Zwölf Jahre hatten sie ihre Angehörigen nicht gesehen.  In ihre Handycam sprechen sie von Trennungsschmerz, Heimweh, Neugier, Angst und Staunen. Aufgeweckt registrieren sie die schwierigen Lebensbedingungen, tasten sich behutsam heran an ihre Angehörigen und deren archaische Lebensweise. Deren Bilder werden sie zurücktragen in die Schule in der großen Stadt, die sie auf ein besseres Leben vorbereit. Diese Erfahrung wird ihnen Verpflichtung sein. „Ich möchte einmal viel Geld verdienen, damit meine Mutter wie eine Königin leben kann!“, sagt in jugendlichem Überschwang die sechzehnjährige Tsering. Es ist ein Film der letztlich leisen Töne und der grandiosen Landschaften, der ungeschminkten Menschlichkeit und der Hoffnung.


Bester Film der Kategorie Erlebnisraum Berg
„Balandrau – Tragödie in der Eishölle“
Guille Cascante, Spanien

Dramatisch, bestürzend, bewegend rekonstruiert der Film eine Bergtragödie, die zehn Menschenleben gekostet hat. Das Besondere daran ist nicht nur die außergewöhnliche Kamera-Arbeit, sondern vor allem das erschütternd Triviale an dieser Begebenheit: Die Berge erscheinen unschwierig, die Touren der verschiedenen Gruppen als leicht und nicht allzu lang, niemand hätte sich diese Katastrophe vorstellen können. Besonders berührend ist der Umstand, dass es sich um alpinistische „Normalverbraucher“ handelt – jeden hätte es treffen können, niemand wäre dagegen gefeit. Ein Film, der unter die Haut geht, und der einen das eigene Tun neu hinterfragen lässt.


Bester Film der Kategorie Naturraum Berg
„Auf den Spuren der Schneeleoparden“
Stéphane Jacques, Frankreich  

Um die Schätze der Natur zu entdecken, braucht man oft einen weiten Weg. In diesem Film wird man in die unmögliche Entdeckungsreise zum Schneeleoparden hineingezogen. Durch die Kombination atemberaubender Himalaya-Landschaften mit den täglichen Sorgen der beiden Brüder schafft es Stéphane Jacques, Ihn Haut nah auf dieser besonderen Suche mit zu nehmen. Man erlebt die Einfachheit des Berglebens in den Hochtälern des Himalayas und das Glück einer ungewöhnlichen Begegnung mit der Natur als wäre es sein eigenes Abenteuer. 

Bester Film Kategorie Lebensraum Berg
„Wanderschäfer im Iran – Die Schule der Hirtenkinder“
Louis Meunier, Frankreich

In ruhigen Bildern erzählt der Film vom Wandel einer bäuerlichen Kultur in Vorderasien. Zum letzten Mal machen sich die Familien auf den langen Weg ihrer traditionellen Wanderweidewirtschaft (Transhumanz). Sie werden vom Dorfschullehrer begleitet, der die mitgehenden und mitarbeitenden Kinder bei jeder sich bietenden Gelegenheit unterrichtet. Die nächste Generation braucht Bildung, um das neue Leben zu meistern. Erzählt im Gleichmaß des langen Weges, wirkt der Film lange nach – und macht nachdenklich

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 
„Alpine Highlines“
Valentin Rapp, Deutschland

Muss man nach Patagonien oder in den Himalaya, um spektakuläre Bergabenteuer zu erleben? Nein, muss man nicht, und wegen der Pandemie ist es manchmal auch nicht möglich. Profi-Slackliner Lukas Irmler braucht nur eine Highline, zackige Gipfel wie in den Dolomiten und ein paar Gleichgesinnte für eine außergewöhnliche alpinistische Unternehmung. In „Alpine Highlines“ macht er sich mit seinen Freunden auf die Suche nach der perfekten Highline zwischen Schlern und Langkofel-Massiv. Der Film ist genauso wie Highlining im Hochgebirge: spektakulär, vergleichsweise unaufwendig und dabei atemberauben schön.


Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung
„K2 – The Impossible Descent“
Kamera: Bartek Bargiel 

Ein polnischer Skibergsteiger schreibt Alpingeschichte, als ihm die Abfahrt vom K2 – vom Gipfel bis zur Basis durchweg mit Skiern – gelingt. Die Drohne, mit der die Skiabfahrt gefilmt wird, sorgt dafür, dass der Film dieser sportlichen Ausnahmeleistung erst gerecht wird. Die Drohne ist samt Kamera selbst Teil der Geschichte – sie ortet, liefert lebensrettende Medizin und fängt einzigartige Bilder ein. Manchmal stellt sich die Frage, wer in dem Film nun der Held ist – der Skifahrer oder die Drohne mit ihrem Piloten. Auch wenn man Aversionen gegen die wie mutierte Riesenhummeln klingenden Fluggeräte hegen könnte, muss man einräumen, dass sie das Potential haben, Großartiges zu leisten. Drohnen werden in Zukunft eine wichtige Rolle im Alpinismus spielen. In dieser Abenteuerdokumentation haben eine Drohne und ihr Pilot/Kameramann Einzigartiges geleistet.


Preis für den besonderen Film
„El gran hito“
Ignasi López Fàbregas, Spanien

Ignasi López Fàbregas erzählt eine hochalpine Geschichte mit ungewöhnlichen Mitteln – als Animationsfilm, der mit allen Klischees des Berg-Abenteuers spielt. Da ist der Gipfelsammler, der vermeintlich unmögliche Gipfel besteigen will, seine Frau, die ihn vom Tal aus bewundert und der genervte, grummelnde Bergführer. Doch es kommt alles anders wie geplant – und die Frau wird zur Überraschungsheldin dieses liebevoll gemachten Kurz-Kunstwerks. „El gran hito“ ist ein Riesenspaß und eröffnet den Zuschauern einen ganz besonderen, originellen Blick auf den Alpinismus.
 

Lobende Erwähnung der Jury 
„Auch heute Abend werden die Kühe auf dem Dach tanzen“
Aldo Gugolz, Schweiz

Die idyllische Kulisse trügt. Als eine Leiche unweit einer Tessiner Alpe gefunden wird, beginnt die Fassade des friedvollen, zugleich chaotischen Aussteigerdaseins der jungen Älplerfamilie zu bröckeln, zumal auch die soziale Realität sie zunehmend einholt. Nur langsam gibt der Film preis, was die eine Geschichte mit der anderen zu tun hat. Den Filmemachern gelingt ein poetischer Dokumentarfilm zwischen der Utopie einesrsprünglichen Lebens und der Melancholie vom Ende dieser Lebensweise. Ein nüchterner und auch ernüchternder Blick auf eine Realität, die im Heimatfernsehen oft verklärt wird.
 

Lobende Erwähnung der Jury 
„Schwerelos“
Thomas Senf, Daniel Anker, Schweiz

Der Film „Schwerelos“ von Thomas Senf und Daniel Anker bringt zwei völlig konträre Welten zusammen: Die Eiger-Nordwand und Kuba. Mit der Route „La Vida es silbar“ („Das Leben ist Pfeifen“) setzte Anker zusammen mit Stefan Siegrist 1999 einen Meilenstein im alpinen Klettern – die Route ist benannt nach einem kubanischen Spielfilm. Senf und Anker verweben Kletteraufnahmen mit Ausschnitten aus dem Arthousefilm, kombinieren Reflektionen über die Schwerkraft und den Sinn des Extremkletterns mit der Musik aus dem Kinofilm. Ein angenehm ruhiger Film mit schwindelerregenden Tiefblicken und ernsthaftem Tiefgang.


Lobende Erwähnung der Jury 
„Was sie wohl tun wird mit uns?“
Caroline Fink, Schweiz

Der Kurzfilm besticht durch eine ausgesuchte Ästhetik und erscheint als kleines Gesamtkunstwerk, wo sich Bild und gesprochenes Wort auf gelungene Weise ergänzen. Die kurzen Äußerungen der Protagonistin sind existenzialistisch angehaucht und bilden zusammen mit den Bildfolgen einen lyrischen Abgesang zur Pandemie.

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss 16. Okt. 2021 – Liste Preisträger

PT06 – Liste der Preisträger

18. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee – Die Preisträger 2021

Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3.000,.)
„Children of the Snow Land“ von Zara Balfour, Marcus Stephenson (Großbritannien/Nepal)

Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ (€ 1.000,-)
„Balandrau – Infern Glaçat (Balandrau – Tragödie in der Eishölle)“ von Guille Cascante (Spanien)

Preis für den besten Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ (€ 1.000,-)
„Auf den Spuren der Schneeleoparden“ von Stéphan Jacques (Frankreich)

Preis für den besten Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“ – Preis Tegernseer Erdgas-Versorgungsges. (€ 1.000,-)
„Wanderschäfer im Iran – Die Schule der Hirtenkinder“ von Louis Meunier (Frankreich)

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (zur Verfügung gestellt von der Familie Guggenbichler, Dr. Stefan und Barbara) (€ 1.000,-)
„Alpine Highlines – Dolomiten“ von Valentin Rapp (Deutschland)

Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung (gesponsert durch Rotary Club Tegernsee)
„K2 – The Impossible Descent“  von Slawomir Batyra – Kamera: Bartek Bagiel (USA/Polen)

Preis für den besonderen Film (gesponsert durch Rotary Club Tegernsee)
„El gran hito“ von Ignasi López Fàbregas (Spanien)

Lobende Erwähnung der Jury (undotiert)
„Schwerelos – Das Lebe ist Pfeifen“ von Thomas Senf, Daniel Anker (Schweiz)
„Anche stanotte le mucche danzeranno sul tetto (Auch heute Abend werden die Kühe auf dem Dach tanzen)“ von Aldo Gugolz (Schweiz)
„Was sie wohl tun wird mit uns?“ von Caroline Fink (Schweiz)

Bayern 2 – Publikumspreis (€ 1.000,-)
„Das Riesending . 20000 Meter unter der Erde“ von Freddie Röckenhaus (Germany)
„Hütt’n“ von Philipp Marquardt (Germany)

Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Eröffnung

Pressetext/Eröffnung                                                  2021-10-14

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021 

Packendes aus der Welt der Berge 

Wenn sich die Bergfilmszene im Herbst am Tegernsee trifft, ist Spannung angesagt – von der ersten Sekunde an. Es wird mitgefiebert: im Publikum, wenn die Protagonisten in schwindelnder Höhe über eisige Grate turnen, und bei den Filmemachern, wenn die Jury die Köpfe zusammensteckt.  

Wie immer: Es geht um den Berg – und nur um den Berg. Eigentlich also um Beständigkeit – und doch ist nichts Wiederholung. Neue Perspektiven und ungewohnte Gedanken, mutige Autoren und überraschende Geschichten begeisterten schon am Eröffnungsabend das Publikum.

Nach einem Jahr Pause ist die Lust auf Neues groß, das zeigte sich schon zu Beginn des Festivals. Der Barocksaal ist ausverkauft, doch Plätze müssen frei bleiben. „Aufgrund der derzeit hohen Inzidenz können wird das Festival nur so, in kleinerem Rahmen durchführen“, erklärte Bürgermeister Johannes Hagn bei der Eröffnung. „Doch das Bergfilm-Festival ist ein wichtiges Element unseres Kulturlebens, deshalb haben wir alles drangesetzt, dass es in diesem Jahr stattfinden kann.“ Auch wenn der Aufwand größer und die Besucherzahlen geringer sind.

Das Programm ist mit 94 Filmen, die noch bis Sonntag in sechs Kinosälen zu sehen sind, dicht gefüllt. Dieses Mal ist es das Beste aus zwei Jahren, was auf der Leinwand zu sehen ist, und entsprechend viel darf man sich erwarten. Oft sind Filmemacher, Produzenten oder Protagonisten vor Ort, auf der Bühne schildern sie authentisch, was den Zuschauern vielleicht verborgen bleibt. Begegnungen, die zum Festival gehören wie die Filme selbst und die auch bei der Eröffnung ihren besonderen Reiz hatten: Zum Beispiel, wenn Ex-Skirennläufer Michael Veith schildert, wie es ist, in Kitzbühel am Start der Streif zu stehen. Und wie er glaubt zu ahnen, wie sich der polnische Bergsteiger Andrzej Bargiel fühlte, als er am K2 die Skier anschnallte und die „unmögliche Abfahrt“ in Angriff nimmt? Unglaubliche Drohnenbilder reißen dann die Zuschauer im Barocksal fast hautnah mit in die eisigen Rinnen des Achttausenders.

Für besondere Spannung sorgt aber auch die internationale Jury: Sie muss entscheiden, wer beim einzigen Bergfilm-Festival Deutschlands mit Wettbewerb ausgezeichnet wird. Angeschaut werden die Filme in diesem Jahr zwar nicht von allen gemeinsam vor Ort, sondern zu Hause „im stillen Kämmerlein“ (vulgo: Home Office). Der Gedankenaustausch erfolgt per Videokonferenz, was im Moment sicher die beste Lösung ist. „Aber schöner und interessanter ist es auf alle Fälle gemeinsam vor Ort“, so das Urteil der Jury in dieser Sache. Bekanntgegeben werden die Gewinner am Samstagabend im Barocksaal bei der Preisverleihung, die auch im BR Livestream übertragen wird (auf Bergauf-Bergab, in der Mediathek und auf der BR Kulturbühne).

Kontakt: Intern. Bergfilm-Festival Tegernsee,  Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,  E-Mail: bergfilm@tegernsee.de – Tel: +49 (0) 8022-1801-37 oder  -53

Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Großes Kino im Herbst in Tegernsee

Pressemeldung                                                                              2021-07-08

18. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 13. – 17. Oktober 2021
Großes Kino im Herbst in Tegernsee

Nach der weitgehenden Stilllegung durch die Beschränkungen während der COVID-19-Pandemiewellen kommt das Kulturleben wieder langsam in Fahrt. Das Bergfilm-Genre scheint gut durch die Zwangspause gekommen zu sein – diesen Eindruck haben die Organisatoren des Tegernseer Bergfilm-Festivals: 240 Produktionen aus sagenhaften 38 Ländern wurden in diesem Frühjahr angemeldet. Vorauswahljury und Organisationsteam stellen sich derzeit der Herausforderung, die sehenswertesten Film-Gipfel zu einem attraktiven Festival-Programm zusammenzufügen.

Haben Sie schon mal einen Bergfilm aus Kasachstan gesehen? Oder aus Taiwan? Wie mag sich ein Filmteam aus Ägypten wohl dem Thema „Berg“ annähern? 240 Filme, das bedeutet 240 verschiedene Blickwinkel, Geschichten, Herangehensweisen. Eindeutig fasziniert das Thema Berge Filmemacher auf der ganzen Welt.

„Die große Zahl darf nicht täuschen: Wir mussten ziemlich stark aussortieren, weil bei erstaunlich vielen Filmen das Thema Berg keine tragende Rolle spielte“, bedauert der Tegernseer Festival-Direktor Michael Pause. „Dennoch können wir ein tolles und abwechslungsreiches Programm zusammenstellen. Wir haben in allen Kategorien gute und auch einige absolut herausragende Filme!“

Die Auswahl wird das ganze Spektrum des modernen Bergfilms umfassen: Fesselnde Dokumentationen über alpinistische Spitzenleistungen und spannende Reportagen werden das Publikum ebenso begeistern wie berührende Porträts von – und über – Bergmenschen.
Selbstverständlich wird auch das Thema Pandemie in Tegernsee auf der Leinwand eine Rolle spielen. „Ich bin der Ansicht, dass ein Film-Festival immer eine Bühne für die außergewöhnlichen Filme bereithalten muss, die den Zuschauern neue Perspektiven zeigen und Türen öffnen“, betont Michael Pause.

Und so wird es gerade heuer besonders interessant sein, zu sehen, welche oft ausgefallenen Wege die Filmemacher aus aller Welt während des Lockdowns eingeschlagen haben. Viel will Michael Pause davon noch nicht preisgeben: „Nur so viel kann ich im Moment verraten: Es wird überraschend, es wird spannend und es wird auf jeden Fall ganz großes Kino!“

Info: Das Programm liegt ab September online und gedruckt vor. Im Moment sieht es so aus, dass das Festival in „analoger“ Form stattfinden kann, als Treff der leidenschaftlichen Berg(film)freunde mit Protagonisten und FilmemacherInnen. Was letztendlich im Oktober wirklich möglich sein wird, erfahren Sie immer aktuell unter www.bergfilm-tegernsee.de

 Kontakt:         Intern. Bergfilm-Festival Tegernsee,  Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,  E-Mail: bergfilm@tegernsee.de – Tel: +49 (0) 8022-1801-37 od. 53

Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Neustart nach der Pandemie

PM – Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Neustart nach der Pandemie – 2021-05-10

Bergfilm-Festival nach der Pandemie
Neustart mit offenen Fragen und großer Zuversicht

Während in München pandemiebedingt zum zweiten Mal – und nicht unerwartet – die Wiesn abgesagt wird, findet in Trient das traditionsreiche Bergfilm-Festival statt – allerdings in einem etwas anderen Format als bei den bisherigen 68 Veranstaltungen. Und zur gleichen Zeit stellt sich das Team des Tegernseer Bergfilm-Festivals die Frage, wie das Event hier im Oktober wohl über die Bühne gehen wird. Nur „dass es wird“, das haben sich die MacherInnen fest vorgenommen.

Für Bergfilm-Produzenten ist das Festival im Trentino-Frühling seit jeher ein fixer Termin. Die Veranstaltung in der bezaubernden Stadt an der Etsch hat sich über die Jahrzehnte natürlich genauso verändert wie der Alpinismus und wie das Filmgeschäft. Aber dort trifft sich noch immer die Community. Früher kamen die internationalen Kletter- und Expeditionsheroen zusammen, zum Kennenlernen und Gedankenaustausch, heute werden die Stars aus aller Welt zu kurzen Stippvisiten eingeflogen. Filme über atemberaubende Glanzleistungen und Rekorde sind eben Teil des Bergprofigeschäfts, gefordert von den Sponsoren und heiß ersehnt vom Publikum.

Als das Tegernseer Bergfilm-Festival 2003 seine Premiere erlebte, gehörte der Initiator Otto Guggenbichler schon viele Jahre zu den Stammgästen in Trient, und auch Festival-Direktor Michael Pause kann sich an seinen ersten Besuch des Trentiner Festivals 1980 erinnern: „Das Film-Festival von Trient hatte schon damals eine solide Struktur und einen großen Apparat. Und bei unserem Start in Tegernsee haben uns die italienischen Freunde mit Rat und Tat unterstützt, wofür wir sehr dankbar waren.“ Die Reise nach Trient ist somit jedes Jahr mit vielen neuen Kontakten in der Szene verbunden und mit der Möglichkeit, sich einen Überblick über die Neuigkeiten und Trends im Bergfilm-Genre zu verschaffen. Die eine oder andere Filmentdeckung in Trient lässt sich noch rechtzeitig vor dem Tegernseer Anmeldeschluss Ende Mai herbeiholen.

Im Mai 2021 lässt sich für die Kulturschaffenden vor dem Hintergrund der Fahrt aufnehmenden COVID-19-Impfkampagne zwar für Veranstaltungen im Herbst ein Silberstreif am Horizont erkennen, von einer Planungssicherheit kann allerdings keine Rede sein. Das Team um Bürgermeister Johannes Hagn und Michael Pause ist sich bewusst, dass der Neustart (13.-17.10.2021) nicht auf dem hohen Niveau stattfinden kann, das das Tegernseer Event vor Corona ausgezeichnet hat. „Ich bin zuversichtlich, dass sich jeder Einzelne, der im Herbst in Tegernsee dabei sein kann, wie ein Sieger fühlen wird – allen voran wir vom Organisationsteam“, meint Hagn.
„Mit dem Eintreffen der Anmeldungen baut sich die Vorfreude und Anspannung auf, die man vor einer Bergtour genauso spürt und braucht wie wir als Macher eines Bergfilm-Festivals“, fügt Pause hinzu.