Aktuelles

2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Schlussfeier 22. Oktober – Bilder

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2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – 21. Oktober – DAV-Abend – Bilder

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2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – 20. Oktober – Bayern 2-Abend – Bilder

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2022 – Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Eröffnung – Bilder

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2022 – Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Gewinner 2022 – Jury-Begründungen

Gewinner 2022

Jury-Begründungen  –  22. Oktober 2022

Großer Preis der Stadt Tegernsee
„Alpenland“
Robert Schabus, Österreich
Dieser Film von Robert Schabus ist ein Zeitbild der Berge, aber auch ein Bild unserer Zeit. Er zeigt in imposanten Distanzaufnahmen und lakonischen langen Einstellungen wie der Lebensraum von 13 Millionen Menschen in acht Ländern von der Entwicklung unserer Zivilisation gefährdet wird. Die filmische Erzählung verbindet vielfältige Geschichten aus dem gesamten Alpenraum: Eine Kärntner Bergbauernfamilie macht sich Sorgen um das zukünftige Bestehen ihres Hofes. Ein weltberühmtes bayerisches Skigebiet kann ohne Schneekanonen nicht existieren, die jede einzeln den Gegenwert einer Sozialwohnung hat. Ein französischer Arzt sieht die medizinische Versorgung gefährdet, weil immer mehr Hotels in dem Gebirgstal schließen. Ein portugiesischer Bergbahnangestellter in Zermatt hat in 32 Jahren miterlebt, wie der Gletscher 700 Meter zurückgegangen ist. Ein italienischer Bauer wirkt wie ein echter Outsider, weil er lieber bei den Schafen ist und schlecht verdient, als für mehr Geld in der Fabrik zu arbeiten. Muss Nachhaltigkeit gleich Armut sein? Müssen wir auf wirtschaftliches Wachstum verzichten, um die Welt zu retten? Dieser Bergfilm antwortet auf solche Fragen nicht, aber er lässt uns darüber tief nachdenken.

Preis des DAV für den besten Alpinfilm
„Höhenrausch – Die Entwicklung der Höhenmedizin
David Pichler, Nicolai Niessen, Deutschland
Eine der meist gefürchteten Gefahren für Extrembergsteiger:innen lauert in ihnen selber: Es ist der sogenannte Höhenrausch. Der gleichnamige Dokumentarfilm stellt auf eindrückliche und dramaturgisch packende Weise deren Geschichte und Erforschung dar. Fasziniert folgen wir dem Studienleiter und Höhenmediziner Marc Berger, seinem Forschungsteam und den Probanden bei einer Studie auf der höchstgelegenen Margherita Hütte (4554 MüM). Ergänzt wird dieser Erzählstrang durch Interviews mit dem Bergsteiger, Expeditionsarzt und Höhenmediziner Peter Bärtsch, der auf sachliche und verständliche Weise die Höhenkrankheit erläutert, mit seinem Berufskollegen Oswald Oelz, der von Experimenten an seinem eigenen Körper erzählt, die wesentlich zum Erkenntnisgewinn beigetragen haben, und mit Gerlinde Kaltenbrunner, die als aktive und professionelle Extrembergsteigerin über diese Krankheit reflektiert.

Die Jury überzeugt diese Herangehensweise an die komplexe Höhenkrankheit. Durch die gelungenen Verflechtungen der bergsteigerischen und der wissenschaftlichen Perspektive entsteht ein eindrücklicher Sog (Rausch), dem man gespannt folgt.

Bester Film der Kategorie Naturraum Berg
„Yukon, un rêve blanc (Yukon, ein Traum in Weiß)“
Mathieu Le Lay, Frankreich  
»Yukon – Un rêve blanc« ist nach einem klassischen Muster gestrickt: Der Held bricht allein auf, um in der weiten Welt sein Glück zu finden. Bei diesem französischen Film begibt sich der Tierfotograf Jérémie Villet in die kanadische Provinz Yukon, um dort seiner Leidenschaft nachzugehen: Er macht Fotos von an das Leben in Kälte und Schnee angepassten Tieren. Diese Leidenschaft wird angetrieben von so etwas wie einer unstillbaren Sehnsucht nach absoluter Schönheit. Mitten im Winter, in großer Einsamkeit und Kälte sucht Jérémie eine Bergziege. Dieses beinahe unwirkliche Wesen lebt in einer Form von Berg-Natur, die geradezu abstrakt, ja unbelebt wirkt: Alles ist weiß und kalt. Kongenial zu den zauberischen Bildern des Fotografen sind die Bilder im Film. Es ist der Crew um Mathieu Le Lay gelungen, das Glück dieses ungewöhnlichen Helden einzufangen, als er das erhoffte Foto nach vielen Entbehrungen doch noch schießt.

Bester Film Kategorie Lebensraum Berg
Lo Combat“
Gaël Truc, Frankreich
Mit »Lo Combat« erwartet die Zuschauer ein richtiges Schmankerl: Mit den Mitteln des Spielfilms und ironisch eingesetzten Zitaten aus dem Krimi-Genre erzählt der junge italienische Regisseur Gaël Truc die Geschichte einer jungen, noch unerfahrenen Tierärztin, die im dichten Schneetreiben den Weg zu einem Bauernhof sucht, wo eine Kuh Schwierigkeiten beim Kalben hat. Als die Stalltür aufgeht, stehen sich Tradition (Bauer) und Moderne (junge Tierärztin) überrascht gegenüber. Ein langer zweifelnder Blick des Bauern auf die junge Frau beinhaltet das meiste, was über das Verhältnis Mann-Frau, Alt-Jung und Stadt-Land gesagt worden ist. In 15 knappen Minuten werden leichtfüßig und keck archaische Fragen bearbeitet, denn im Stall geht es um Leben und Tod, und dabei auch um das Bewusstsein darüber, wo unsere kulturellen Wurzeln sind – das hat die Jury überzeugt.

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 
Royaye yek Asb (The Dream of a Horse)”
Marjan Khosravi, Iran
Die junge Regisseurin Marjan Khosravi führt uns in die archaische iranische Bergwelt, der Heimat der fünfzehnjährigen Bergbauerntochter Shahnaz. Der dokumentarische Kurzfilm handelt von einer jungen Frau, die sich gegen die patriarchalen Strukturen ihrer Familie auflehnt. Sie will studieren und Geschichten schreiben. Ihr Vater hat jedoch andere Vorstellungen: Sie und ihre drei Schwestern sollen möglichst früh verheiratet werden, damit ihre zwei Brüder mehr Grundstücke bekommen.
Der Film, welcher starke Einblicke in das zwar bedrohte, aber noch wilde und freie Leben der Bergbauerntochter und ihren Geschwistern gewährt, endet mit ein paar Zeilen aus einer ihrer selbstgeschriebenen Texte: „Eines Tages schimpfte ein Vater mit seiner Tochter: Sie solle nicht studieren, es sei nutzlos und sie müsse heiraten. So nahm sie ihr Seil und ging den Berg hoch Holz sammeln. Plötzlich sah sie eine Schlange auf dem Weg, das einzige wovor sie sich fürchtet auf dieser Welt. Sie sagte sich: Ich stelle mich der Angst ein für alle Mal.

Bemerkenswert wie der Mikrokosmos in Shahnaz’ Bergen einen Bogen zu der gegenwärtigen Situation im Iran schlägt.

Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung
„Le grand marais – Das große Moor“
Clara Lacombe, Frankreich
Der Film von Clara Lacombe setzt Tiere und Pflanzen mit Sorgfalt und Liebe in Szene. Zugleich scheint der Blick des Objektivs das Interesse mancher Arten auf die Welt der Menschen einzufangen. Kamera, Ton, Musik und Text verschmelzen zu einer organischen Einheit, die eine märchenhafte Atmosphäre schafft –  für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend. Diese utopische Welt ist heute vielleicht nur in einem Naturschutzgebiet möglich. Die virtuose Kameraführung offenbart ein Modell für die Koexistenz von Mensch und Natur.     

Preis für den besonderen Film
„The Disappearance of Janusz Klarner“
Franciszek Berbeka, Polen
Dieser Film bringt uns auf eine Spur. Er führt uns in den Himalaya, um dort zu ergründen, warum Menschen auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Einer davon ist Janusz Klarner, der nach seiner Erstbesteigung der „Nanda Devi East“ viele Jahre später in Warschau seine Wohnung verließ und nie mehr zurückkehrte. Schuld daran kann nur die Rache der Berggöttin sein, deren Frieden die polnischen Bergsteiger damals mit ihrem Gipfelsturm gestört haben. Zu diesem Schluss bringt uns jedenfalls Regisseur Franciszek Berbeka, der frech Filmmaterial und Fakten zusammenfügt – so wie er will. Im Stile einer Stummfilm-Dokumentation ist ein Film herausgekommen, der uns Zuschauer schaudern und spekulieren lässt: über das Ungeheure, das wie eine Berglawine, wie ein Bombenhagel, über einen kommt. Über das Ungeheuer, das uns anschaut und für immer im Gedächtnis bleibt, wenn Menschen verschleppt werden und für immer verschwinden. Der Preis „Besonderer Bergfilm“ geht an „The Disappearance of Janusz Klarner“, weil er uns durch seine experimentelle Art so schön ermuntert, Bergfilm spannend anders zu erzählen.

 Lobende Erwähnung der Jury
„Kjerag Solo“
Alastair Lee, Großbritannien
Alastair Lee gelingt es, die Zuschauer mittels besonderer Kameratechnik an der waghalsigen Solobegehung einer Bigwall in Norwegen geradezu persönlich teilnehmen zu lassen. Der Film zeigt Bilder von höchster Intensität und Kletterszenen aus den außergewöhnlichsten Perspektiven.

Lobende Erwähnung der Jury 
„Inheritance“
Aiymkul Temirbek kyzy, Kirgistan
Inheritance heißt Nachlass. In diesem kurzen Film vermittelt Aiymkul Temirbek in ruhig-beobachtender Erzählform die Wahrung einer (kunst)handwerklichen Tradition in Kirgistan. Wie nebenbei gelingt es dem Film, das Nachdenken über schwindende Traditionen und Veränderungen in den Gesellschaften anzuregen.

Lobende Erwähnung der Jury 
„The Fading Nomads“
Wie Shengze, China
Wohin der Traum von einem modernen Leben führen kann, zeigt der Film „The Fading Nomads“ vom chinesischen Regisseur Wie Shengze. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine mongolische Nomadenfamilie zweimal mit der Kamera zu besuchen. Einmal in einer Zeit, in der die Familie auseinanderbricht und ein Teil der Familie das traditionelle Nomadenleben aufgibt. 18 Jahre später ein zweites Mal, um zu sehen, was aus dem Traum geworden ist. Angekommen in einer Trabantenstadt, zeigt der Film eindrücklich, wie sich Menschen den Zwängen des modernen Lebens unterordnen, auch wenn sie darunter leiden. Vom freien Leben damals in der Jurte im Hochgebirge, in der wilden Natur mit Pferderennen, ist jetzt nur noch ein Traum geblieben. Wie Shengze stellt mit seinem Werk die für alle zivilisierten Gesellschaften entscheidende Frage: Was aufgeben, um was zu gewinnen? Wer kann schon behaupten, diese Frage beträfe nur China? Dass uns jedoch diese so authentische und kritische Momentaufnahme aus einem verschlossenen Land überhaupt erreicht, macht den Film noch wertvoller. Die Jury bedankt ich herzlich für diesen eindrücklichen Lebensraum-Beitrag mit einer lobenden Erwähnung.

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival 19.-23. Oktober – Die Preisträger

  1. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee

Die Preisträger 2022

Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3000,-)
„Alpenland“ von Robert Schabus  |  NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion  |  Österreich

Preis des DAV für den besten Alpinfilm („Erlebnisraum Berg“)
(€ 1.000,-)
„Höhenrausch – Die Entwicklung der Höhenmedizin“ von David Pichler  |  Nicolai Niessen/berckwerk  |  Deutschland

Bester Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“  – Preis der Tegernseer Erdgasgesellschaft (€ 1.000,-)
„Lo Combat“ von Gaël Truc  |  Aries Film  |  Italien

Bester Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ (€ 1.000,-)
„Yukon, un rêve blanc (Yukon – ein Traum in Weiß)“ von Mathieu Le Lay  |  Mathieu Le Lay Prod.  |  Frankreich

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (€ 1.000,-)
„Royaye yek Asb (Der Traum eines Pferdes)“ von Marjan Khosravi  |  Milad Khosravi for Seven Springs Pictures  |  Iran

Preis für „bemerkenswerte Kameraleistung“ (€ 1.000,-)
„Le Grand Marais (Das große Moor)“ von Clara Lacombe  |  Frankreich

Preis für den „Besonderen Film (€ 1.000,-)
„The disappearance of Janusz Klarner“ von Franciszek Berbeka  |  The Polish Nat. Film, TV & Theatre School  |  Polen

Lobende Erwähnungen
Inheritance (Nachlass)“ von Aiymkul Temirbek kyzy  |  Kyrgyzstan turkey university Manas  |  Kirgistan

„The Fading Nomads“ von Wie Shengze  |  Parallax China  |  China

„Kjerag Solo“ von Alastair Lee  |  Posing Productions  |  Großbritannien

Bayern 2-Publikumspreis  (€ 1.000,-)
„Yukon, un rêve blanc (Yukon – Ein Traum in Weiß)“ von Mathieu Le Lay  |  Mathieu Le Lay Prod.  |  Frankreich

2022 – Internat. Bergfilm-Festival 19.-23. Oktober 2022 – Preisverleihung

Pressetext/Preisverleihung                                              2022-10-22

Bergfilm Tegernsee, 19. Internationales Festival vom 19. – 23. Oktober 2022

 „Alpenland“ erhält den Großen Preis der Stadt Tegernsee

 Der Sieger des 19. Bergfilm-Festivals Tegernsee steht fest: Der mit 3000 Euro dotierte Große Preis der Stadt Tegernsee geht an Robert Schabus‘ Film „Alpenland“. Den DAV-Preis für den besten Alpinfilm der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ erhalten David Pichler und Nicolai Niessen für ihre Doku „Höhenrausch“. In den Kategorien „Naturraum Berg“, „Lebensraum Berg“ und „Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis“ gewinnen je 1000 Euro die Filme „Yukon, un rêve blanc (Frankreich), „Lo Combat“ (Italien) und „Royaye yek Asb“ (Iran).   

Der österreichische Regisseur Robert Schabus ist der große Gewinner des 19. Bergfilm-Festivals Tegernsee. Sein Film „Alpenland“ setzt sich gegen rund 80 internationale Produktionen durch und gewinnt den mit 3000 Euro dotierten Großen Preis der Stadt Tegernsee. „Alpenland“ ist laut Ansicht der Jury ein „Zeitbild der Berge, aber auch ein Bild unserer Zeit“. In imposanten Distanzaufnahmen und lakonisch langen Einstellungen zeigt Schabus‘ Film, wie der Lebensraum von 13 Millionen Menschen in acht Ländern von der Entwicklung unserer Zivilisation gefährdet wird. „Muss Nachhaltigkeit gleich Armut sein? Müssen wir auf wirtschaftliches Wachstum verzichten, um die Welt zu retten? Dieser Bergfilm lässt uns darüber tief nachdenken,“ lautet die Jury-Begründung.

Ein Rausch, dem der Zuschauer gespannt folgt
Eine der größten Gefahren für Extrembergsteiger ist der sogenannte „Höhenrausch“. Der gleichnamige Dokumentarfilm der deutschen Filmemacher David Pichler und Nicolai Niessen stellt auf eindrückliche und dramaturgisch packende Weise dessen Geschichte und Erforschung dar. Fasziniert folgt der Zuschauer dem Studienleiter und Höhenmediziner Marc Berger, seinem Forschungsteam und den Probanden bei einer Studie auf der 4554 Meter hoch gelegenen Margherita Hütte. Die Jury überzeugt diese Herangehensweise und betont: „Durch die Verflechtungen der bergsteigerischen und der wissenschaftlichen Perspektive entsteht ein eindrücklicher Sog (Rausch), dem man gespannt folgt.“ Der Film erhält den diesjährigen DAV-Preis für den besten Alpinfilm in der Kategorie „Erlebnisraum Berg“.

Alles ist weiß und kalt
Im Film „Yukon, un rêve blanc (Yukon, ein Traum in Weiß)“ des Franzosen Mathieu Le Lay begibt sich der Tierfotograf Jérémie Villet in die kanadische Provinz Yukon, um dort Fotos zu machen von an das Leben in Kälte und Schnee angepassten Tieren. Mitten im Winter, in großer Einsamkeit und Kälte sucht Jérémie eine Bergziege. Alles ist weiß und kalt. Kongenial wie die zauberhaften Bilder des Fotografen sind die Bilder im Film. „Es ist der Crew um Mathieu Le Lay gelungen, das Glück dieses ungewöhnlichen Helden einzufangen, als er das erhoffte Foto nach vielen Entbehrungen doch noch schießt,“ urteilt die Jury und zeichnet Le Lay mit dem Preis für den besten Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ aus.

Im Stall trifft Tradition auf Moderne
Mit „Lo Combat“, da war sich die Jury einig, erwartet die Zuschauer ein „richtiges Schmankerl“: Mit den Mitteln des Spielfilms und ironisch eingesetzten Zitaten aus dem Krimi-Genre erzählt der junge italienische Regisseur Gaël Truc die Geschichte einer jungen, noch unerfahrenen Tierärztin, die im dichten Schneetreiben den Weg zu einem Bauernhof sucht, wo eine Kuh Schwierigkeiten beim Kalben hat. Als die Stalltür aufgeht, stehen sich Tradition (Bauer) und Moderne (junge Tierärztin) überrascht gegenüber. Das hat die Jury überzeugt. „Lo Combat“ von Gaël Truc erhält den diesjährigen Preis als bester Film der Kategorie „Lebensraum Berg“.

Nachwuchspreis geht an junge Iranerin
Über den Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 2022 darf sich die junge iranische Regisseurin Marjan Khosravi freuen. Ihr dokumentarischer Kurzfilm „Royaye yek Asb (The Dream of a Horse)” handelt von einer jungen Frau, die sich gegen die patriarchalen Strukturen ihrer Familie auflehnt. „Bemerkenswert“ sei laut Jury, „wie der Mikrokosmos einen Bogen zu der gegenwärtigen Situation im Iran schlägt.“

Der Preis für den besonderen Film geht dieses Jahr an den Polen Franciszek Berbeka für „The Disappearance of Janusz Klarner“. Den Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung bekommt die Französin Clara Lacombe mit „Le grand marais – Das große Moor“. Zudem erhielten drei Filme lobende Erwähnungen der Jury: „Kjerag Solo“ von Alastair Lee (Großbritannien), „Inheritance“ von Aiymkul Temirbek (Kirgistan) sowie „The Fading Nomads“ von Wie Shengze (China).

Endlich wieder im Kino: Das 19. Internat. Bergfilm-Festival geht zu Ende
Viele Stunden hat die Jury, Karsten Scheuren (Deutschland), Stefanie Holzer (Österreich), Alexander Donev (Bulgarien), Stefan König (Deutschland) und Thaïs Odermatt (Schweiz) im dunklen Vorführsaal verbracht, um Stärken und Schwächen der 80 Filme aus rund 30 Nationen genau zu analysieren. Am Ende eines jeden Bergfilm-Festivals in Tegernsee steht die große Preisverleihung an die Gewinner des Wettbewerbs. In kurzen Sequenzen werden die Siegerfilme vorgestellt, und die Jurymitglieder erläutern die Entscheidungen zur Auszeichnung. Viele der Sieger nehmen ihre Trophäen persönlich entgegen. Ein Anlass zum gemeinsamen Feiern aller Beteiligten – Filmer, Jury, Unterstützer und Organisatoren. 

Großes Jubiläum 2023
„Der Bergfilm ist wieder zurück in den Kinosälen“, freut sich Festival-Leiter Michael Pause beim Abschluss im Barocksaal in Tegernsee. „Mich persönlich haben in den vergangenen Tagen besonders der Austausch und die vielen schönen Begegnungen mit zahlreichen prominenten Filmschaffenden gefreut, was nun endlich wieder in voll besetzten Sälen möglich war.“ Die Bergfilm-Szene habe auf diese Gelegenheit längst gewartet und schon deshalb habe sich die monatelange Vorbereitungsarbeit gelohnt. Ähnlich sieht dies Johannes Hagn, Bürgermeister der Stadt Tegernsee: „Wir können zufrieden sein mit dem, was wir heuer auf die Beine gestellt haben. Die Erwartungen wurden sogar übertroffen. Von den Besucherinnen und Besuchern kam viel positive Rückmeldung.“ Fans dürfen sich schon jetzt aufs kommende Jahr freuen: Denn 2023 feiert das Bergfilm-Festival Tegernsee seine 20. Ausgabe. 

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – 19.-23. Oktober – Cineasten im Höhenrausch

Pressetext/Eröffnung                                                       2022-10-20

Bergfilm Tegernsee, 19. Internationales Festival vom 19. – 23. Oktober 2022

  

Cineasten im Höhenrausch 

Die Berge rufen: Zur Eröffnung des 19. Bergfilm-Festivals im Barocksaal des Tegernseer Schlosses begeistern Viktoria Rebensburg mit ihrem Skitouren-Abenteuer „Trans Salzburgerland” sowie der Kurzfilm „24 Stunden Odyssee“ die Zuschauer mit starken Bildern. Und der Valleyer Alpinist, Publizist und Filmemacher Tom Dauer ehrt sein großes Idol, den Bergsteiger und Kletterer Reinhard Karl, mit einem Film und einem Buch.

Erleichterung ist zu spüren im Saal, als der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn die Zuschauer eingangs mit den Worten begrüßt: „Nach Corona endlich wieder ein volles Haus.“ Und als Festival-Leiter Michael Pause seine Eröffnungsrede hält, schwingt Freude in seinen Worten. Freude darüber, „dass die Community beinand ist“ und dass das ganze Spektrum des Genre Bergfilm wieder gemeinsam erlebt werden kann: mit all den unmittelbaren Reaktionen des Publikums – die Lacher, das Staunen. Und dem Zusammentreffen prominenter Filmeschaffender, die so ein Festival zu einem Erlebnis werden lassen.

Zu sehen sind bis zur Preisverleihung am Samstagabend, 19 Uhr, insgesamt 80 verschiedene Filme in sechs Sälen. Den Anfang macht Viktoria Rebensburgs spannendes Skitouren-Abenteuer „Trans Salzburgerland“. Die Kreuther Ex-Skirennfahrerin Rebensburg und Sandra Lahnsteiner, Freeskierin und Filmproduzentin aus dem Salzburger Land, berichten an diesem Abend im Tegernseer Barocksaal von ihrem Filmprojekt. Für Lahnsteiner ist es die erste Berg-Dokumentation. Für Rebensburg der „Aufbruch in eine neue Welt aus Fels, Eis und Schnee“. Der Film beleuchtet, wie die Olympiasiegerin und zwei Profi-Freeriderinnen eine hochwinterliche Skidurchquerung von Sportgastein nach Hinterglemm wagen. Drei junge Frauen – Viktoria Rebensburg, Sabine Schipflinger und die Freeride-Pionierin Sandra Lahnsteiner – kämpfen sich mutig über Grate und Gletscher. Nach den wildesten Abfahrten in aller Welt entdecken sie innerhalb von fünf Tagen die Berge ihrer Heimat auf der Trans Salzburgerland. Und als Finale wartet der höchste Berg Österreichs, der Großglockner.

Auch der Valleyer Alpinist, Publizist und Filmemacher Tom Dauer ist am Eröffnungsabend vor Ort und schildert auf der Bühne auf sehr persönliche Art und Weise wie es dazu kam, ein Buch und einen Film über den Heidelberger Bergsteiger, Schriftsteller und Fotografen Reinhard Karl zu machen. „Die Kunst, einen Berg zu besteigen“ ist eine Hommage und ein filmisches Denkmal an einen ganz besonderen Menschen. Karl, der 1982, also vor genau 40 Jahren, mit nur 35 Jahren am Cho Oyu (8.153 m) in einer Eislawine ums Leben kam, gab mit seinem Bildband „Erlebnis Berg: Zeit zum Atmen“ dem Lebensgefühl einer ganzen Generation von Bergsteigern und Kletterern Ausdruck – und faszinierte Tom Dauer bereits als Zwölfjährigen.  Dauer: „In der Jugend war er mein Idol und meiner Generation ein Vorbild.“ Karl hatte unter anderem 1969 in nur eineinhalb Tagen die Eiger-Nordwand bestiegen, war in den 1970er-Jahren ein Vorreiter des Freikletterns und stand im Mai 1978 im Rahmen der berühmten Mount-Everest-Expedition von Reinhold Messner und Peter Habeler als erster Deutscher auf dem Mount Everest.

Zu sehen ist an dem Abend zudem der 23-minütige Film „24 Stunden Odyssee“ von Johannes Mair. Die „Odyssee“ gilt mit der „Paciencia“ als schwierigste Kletterroute in der Eiger-Nordwand. Die ersten Versuche in der 33 Seillängen langen Linie begannen 2009, fünf Jahre später gelang nach fast zweimonatiger Irrfahrt die erste freie Begehung. 2018 wiederholten Barbara Zangerl und Jacopo Larcher die Route, sie brauchten vier Tage. Im Stil der Erstbegeher, dem sogenannten „Bigwall-Stil“, musste das Pärchen dafür Essen, Wasser, Ausrüstung und ein Hängezelt durch die Wand befördern. Bis zum Ende fiebert der Zuschauer mit. Festivalleiter Pause: „Überzeugende Protagonisten und eine wirklich starke Geschichte – das ist das, was einen richtig guten Bergfilm ausmacht.“ Und was Alpin-Cineasten in Höhenrausch versetzt.

Ob einer der Beiträge zur Eröffnung im Barocksaal wohl einen Preis erhalten wird? Darüber zerbricht sich derzeit die international besetzte Jury den Kopf, die bereits einen Filmmarathon hinter sich hat. Sie muss entscheiden, wer beim einzigen Bergfilm-Festival Deutschlands mit Wettbewerb ausgezeichnet wird. Bekanntgegeben werden die Gewinner am Samstagabend im Barocksaal bei der Preisverleihung, die auch im BR Livestream übertragen wird (Samstag, 22. Oktober, 19.00 Uhr). Festival-Direktor Michael Pause führt durch den Abend. Was einem persönlich am besten gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Die Auswahl jedenfalls ist groß. Gezeigt werden täglich bis zu 40 internationale Beiträge, zu fast allen Vorstellungen sind noch Karten erhältlich. Festival-Direktor Michael Pause: „In allen Kategorien können sich die Zuschauer in den nächsten Tagen auf viele hervorragende Filme freuen.“ 

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben.

Kartenvorverkauf in der Tourist-Information Tegernsee, Tel. +49(0)8022-92738 – 62; tegernsee@tegernsee.com; im Internet: www.bergfilm-tegernsee.de oder www.muenchenticket.de.

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee 19.-23. Oktober – Von starken Frauen und klugen Botschaften

Pressemeldung – Bergfilm-Festival Tegernsee                                    2022-10-17

 Von starken Frauen und klugen Botschaften

 Wie breit das Spektrum des modernen Bergfilms ist, können Besucher beim 19. Tegernseer Bergfilm-Festivals erleben: Geboten wird an fünf Festivaltagen ein Best-of internationaler Produktionen mit prominenten Gästen. Hier einige Filmtipps – überraschende Sichtweisen und gewagte Perspektiven inklusive.

Gleich am Eröffnungsabend am Mittwoch rücken starke Frauen in den Fokus: Mit „Sophie Lavaud – Lady 8000“ wird ein aktueller Expeditionsfilm gezeigt, der zudem das Genderthema beleuchtet, da es sich um eine reine Frauenexpedition handelt: Mit bereits mehr als zehn Besteigungen hat Sophie Lavaud gute Chancen, die erste Schweizerin zu werden, die auf allen vierzehn Achttausendergipfeln stand. Und sie wäre damit die fünfte Frau der Welt, die sich diesen Traum erfüllt. Am Donnerstag steht mit „Dhaulagiri is my Everest“ ein weiterer Expeditionsfilm auf dem Programm: Der Film geht in die Geschichte des Höhenbergsteigens, und besticht mit starken Protagonisten und klugen Botschaften. 1984 bestieg Zoltán Demján zwei Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff. Zuerst bezwang er die Südwand des Lhotse Shar, dann den Südpfeiler des Mount Everest, wo das Wetter seinen Abstieg in ein Drama verwandelte. Wie junge Franzosen ziemlich frech eine Mini-Expedition auf die Beine stellen und durch eine 2000 Meter hohe Eiswand auf einen 7000er klettern, ist am Samstag in „A l‘ombre du Chamlang“ (Im Schatten des Chamlang) in einem dritten, nicht weniger faszinierenden Expeditionsfilm zu sehen. Die fast 2.000 Meter hohe Nordwand des Chamlang ist eine der letzten großen, unbestiegenen Wände des Himalayas. Dieser Film lässt uns in das Beste eintauchen, was derzeit im Himalaya möglich ist.

Am Samstag kommt der derzeit wohl erfolgreichste deutsche Höhenbergsteiger David Göttler zum Nepalabend im Ludwig-Thoma-Saal und zeigt, wie er im vergangenen Frühjahr ohne Flaschensauerstoff den höchsten Berg der Erde bestieg. So werden in dieser Vorstellung gleich drei Everest-Epochen zu sehen sein: Bisher unveröffentlichtes Material aus den 1920er Jahren in „Everest – by those who were there“, der Film „Sea to Summit“ von 1992 und die live kommentierten Filmsequenzen von Kameramann David Göttler. „Everest: Sea to Summit“ von Michael Dillon ist absolut sehenswert. Dillons Ansatz: Der Everest ist 8848 Meter hoch, aber die meisten Bergsteiger starten zu Fuß in Lukla auf rund 2600 Meter. Sein Protagonist taucht im Film aus den Fluten des Indischen Ozeans auf und geht dann Schritt für Schritt von Meereshöhe bis zum höchsten Punkt der Erde.

Gezeigt werden Filme mit Stars der Szene, wie Stefan Glowacz mit seinem von ihm auch produzierten Film „Wallride“: Hier unternimmt der Kletter-Profi mit höchst nachhaltigem Ansatz zusammen mit Ninja Warrior Philipp Hans eine Megaradtour durch die Alpen, und den beiden gelingen dabei auch noch Erstbegehungen von drei schwierigen Kletterrouten. Mit ihrem bekannt humoristischen Ansatz hat sich der belgische Superkletterer Nicholas Favresse mit seinen Freunden ebenfalls aufs Rad geschwungen, und zudem auch noch zwei Hunde mitgenommen (die das seltsame Tun ihrer Herrchen im Film kommentieren). Die körperliche Marter der Spitzenkletterer ist in dem Film „Massiv Trad Attack“ (Freitag, 17 Uhr im Medius) zu sehen. Diesen Film wird sich auch Ralf Dujmovits anschauen – der erste und bisher einzige Deutsche, der alle 14 Achttausender bestiegen hat. Nach dem Kletterfilm läuft ein großes Filmporträt über ihn. Dujmovits kommt zum ersten Mal zum Festival.

Zwei bayerische Wintersport-Stars und Goldmedaillengewinnerinnen werden ebenfalls beim Bergfilm-Festival auftreten: In der Eröffnungsvorstellung kann man Viktoria Rebensburg bei einer Skitourendurchquerung der Salzburger Berge bewundern und auch bei einer Besteigung des Großglockners, wo sie sich so sicher bewegt, als wäre es der Leonhardstein in ihrem Heimatdorf Kreuth. Am Freitag ist Ex-Biathletin Laura Dahlmeier auf der Leinwand in einer Seilschaft mit den Huberbuam zu sehen. Die drei waren zusammen an einem der großen und schwierigen Pfeiler am Montblanc unterwegs. Dahlmeier wird auf der Bühne noch mehr über ihre Bergleidenschaft erzählen.

Auch Alpinist und Kletterer Tom Dauer und Stefan Glowacz mit seinem Team präsentieren ihre jeweiligen Filme persönlich dem Publikum und tragen so zu der besonderen Festival-Atmosphäre bei. Beim Bayern 2-Abend am Donnerstag im Barocksaal ist die Sportkletterin und Klimaaktivistin Lena Müller zu Gast und fragt sich: Gipfelglück und Klimakrise – Wie passt das zusammen? In dem Film „More than a route“ kann man die Ausnahmekletterin mit ihrer Freundin bei dieser sportlichen Kombination beobachten. Auch Filmschaffende aus der Region sind vor Ort vertreten: Der Rosenheimer Filmemacher Puriah Ravahi, 2017 mit seinem kritischen Basejump-Film „Last exit“ Preisträger in der Kategorie „Erlebnisraum Berg“, berichtet im Film „Back to Iran“ über eine Skitourenreise in sein Geburtsland.

Hat Festivalleiter Michael Pause einen Favoriten? Wenn, würde er ihn nicht vorab verraten. Nur so viel: „Als besonders preisverdächtig gelten zwei Filme, in denen großartige Kameraarbeit zu bewundern ist: Der Franzose Mathieu LeLay erhielt 2015 sowohl den Siegerpreis in der Kategorie Naturraum als auch den Nachwuchspreis, und diesmal beeindruckt er in „Yukon, ein Traum in Weiß“ mit fantastischen Bildern aus dem kanadischen Norden. In die Berge und ebenfalls in den Hohen Norden geht es in dem Film „Big North“ des italienischen Filmemachers Dario Acocella.

Am Ende steht jeder einzelne Bergfilm-Fan vor der üblichen Qual der Wahl: Was auswählen unter den rund 80 Filmtiteln? Je nach Geschmack und Vorlieben, muss schlussendlich jeder seine eigenen Favoriten suchen und finden. Extremleistungen zeigen sich filmisch meist im Medius, Natur und Kultur im Quirinal und Ludwig-Thoma-Saal; Eröffnung, Retrospektive und die festliche Preisverleihung finden im Barocksaal statt. Experimentelles bietet das Schalthaus. Die Kinderkino-Vorstellung gibt’s vormittags im Thomasaal. Und, Kenner wissen es: Die Highlights werden gleich mehrfach an unterschiedlichen Tagen gezeigt. Wer sich auf garantiert ausgezeichnete Filme konzentrieren möchte, geht zur Matinee am Sonntag: Dort werden alle prämierten Filme in voller Länge noch einmal vorgeführt.

Einen persönlichen Filmtipp, ganz unabhängig von der Preisfrage hat Festival-Direktor Michael Pause dann doch: „The disappearance of Janusz Klarner“. Es ist ein Film, der nicht dem Mainstream folgt, dennoch eine interessante Geschichte erzählt samt exzellenter Kameraführung und kreativem Schnitt. Pause: „Sollten alle Filmfans gesehen haben, wenn das Festival vorbei ist.“

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de, Internet: www.bergfilm-tegernsee.de
Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben
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2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – In fünf Tagen um die Welt

Pressemeldung – Bergfilm-Festival Tegernsee                                               2022-09-02 

In fünf Tagen um die Welt 

Eine besondere Reise können Besucher des Tegernseer Bergfilm-Festivals antreten, das vom 19. bis 23. Oktober zum 19. Mal stattfindet. Was den Zuschauer genau an bildgewaltigen Geschichten, Dokumentationen, Kurz- oder Spielfilmen erwartet, verrät das soeben erschienene Programmheft. Wieder flimmern rund 80 hochwertige Filme aus 28 Ländern mit unverkennbarem Bezug zum Berg über die Leinwände – und entführen in alle Teile der Erde. Interessierte können ab Mitte September ihre persönliche Auswahl treffen – und sich gleich Tickets für ihre Lieblingsfilme sichern. 

Zum 19. Mal lockt das Bergfilm-Festival vom 19. bis 23. Oktober die Besucher nach Tegernsee. Festivaldirektor Michael Pause verspricht ein erneut hochklassiges Programm: „Wir haben dieses Jahr viele hervorragende Filme im Wettbewerb.“ Dazu kommen prominente Gäste wie Viktoria Rebensburg, Laura Dahlmeier und Stefan Glowacz, die ihre jeweiligen Filme persönlich präsentieren werden und so zu der besonderen Festival-Atmosphäre beitragen werden. Zudem gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm abseits der Leinwand mit Wanderungen in der Tegernseer Bergwelt.

Wer im Programmheft blättert oder sich im Internet einliest und die kurzen Inhaltsangaben der rund 80 Filme studiert, wird unaufhaltsam hineingezogen in die vielfältige und fantastische Welt der Berge – und der Filme, die angesichts der Intensität der Bilder die Zuschauer wieder fünf Tage lang begeistern werden. Dicht an dicht und mit höchst spannenden Themen und Protagonisten wird dem Publikum die Entscheidung schwer gemacht, welchen der Filme es nun in den Tegernseer Kinosälen anschauen soll. Damit niemand etwas verpasst, werden zahlreiche Filme gleich mehrfach gezeigt.

Unter den diesjährigen Favoriten ist etwa der Film „Wallride“, bei dem die Kletterer Stefan Glowacz und Philipp Hans das Publikum auf eine auf Nachhaltigkeit ausgelegte Ultra-Transalp mit dem Mountainbike mitnehmen. Die beiden Abenteurer ahnen nicht, welche Dramen diese Reise auf 2.274 Kilometer und 46.184 Höhenmeter für sie bereithält. Beim Bayern 2-Abend am Donnerstag im Barocksaal geht es dieses Jahr um das hochaktuelle Thema „Gipfelglück und Klimakrise – Wie passt das zusammen?“ Elisabeth Tyroller und Georg Bayerle begrüßen u.a. Sportkletterin und Klimaaktivistin Lena Müller. Gleichzeitig laufen im Ludwig-Thoma-Saal im Rahmen der Retrospektive Filme des Abenteurers und künstlerischen Multitalents Martin Schließler. Immer ein besonderes Programm gibt es beim DAV-Abend am Freitag, bei dem Ex- Biathletin Laura Dahlmeier zu Gast sein wird. Und am Samstag beginnt die Schlussstrecke beim Bergfilm-Marathon bereits um 10 Uhr vormittags im Schalthaus in Tegernsee.

Bei jedem Film stellt sich einem am Ende die Frage: Wird er es schaffen und dieses Jahr mit dem Großen Preis der Stadt Tegernsee ausgezeichnet werden? Die Entscheidung ist der hochkarätigen internationalen Jury vorbehalten und bleibt bis zuletzt spannend. Wer den Überblick behalten will, sollte am Samstag zur Preisverleihung kommen: Dort treffen die Festival-Besucher auf einige der besten Filmemacher persönlich und können Ausschnitte aller ausgezeichneten Filme sehen. Und am Sonntag gibt es die einmalige Gelegenheit, alle prämierten Filme noch einmal in voller Länge zu schauen.

Info: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801 – 37; bergfilm@tegernsee.de

Kartenvorverkauf (Vorverkauf startet am 16. September) und Programm in der Tourist-Information Tegernsee, Tel. +49(0)8022-92738 – 62; tegernsee@tegernsee.com; im Internet: www.bergfilm-tegernsee.de oder www.muenchenticket.de. Im Programmheft und im Internet sind alle Filme sowie das Rahmenprogramm detailliert beschrieben.

2022 – 19. Internat. Bergfilm-Festival Tegernsee – Das Festival kehrt zurück

Pressemeldung – Das Bergfilm-Festival kehr zurück   –                                    2022-04-30

 19. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 19. bis 23. Oktober 2022

Das Bergfilm-Festival kehrt zurück

Nach dem coronabedingten Ausfall im Jahr 2020 und dem mutigen „Restart“ unter Pandemiebedingungen im Herbst 2021 wird das Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee in diesem Jahr mit dem Krieg in der Ukraine konfrontiert. Dennoch: Wie auch die anderen Bergfilm-Festivals in aller Welt weiter machen, so wird auch das erfolgreiche Tegernsee-Event 2022 fortgeführt. Es wird wieder ein „richtiges“ Festival geben. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Noch bis zum 31. Mai können Produzenten und Filmemacher ihre neuesten Bergfilme einreichen.  

Kaum macht sich unter den Menschen eine Hoffnung auf ein Ende der Pandemie breit, verursacht der Überfall Russlands auf die Ukraine lähmendes Entsetzen. „Da fällt es vielen Leuten schwer, aus dem Stimmungstief herauszukommen“, sagt Festival-Direktor Michael Pause. „Man sollte etwas tun, was einem gut tut! Sich in die Natur begeben, sich mit Freunden treffen, Konzerte, Theater, Kinos und andere Kulturveranstaltungen besuchen. Alle haben wir das vermisst.“

Das ist in diesem Jahr eine neue Herausforderung: Die Menschen von der Couch und aus dem Homeoffice herauszulocken, die Community am Tegernsee zu versammeln und sie diese besondere Atmosphäre spüren zu lassen, die jedes echte Festival ausmacht. Die Stadt Tegernsee und das Organisationsteam haben in den zurückliegenden 20 Jahren bewiesen, dass sie Bergfilm-Festival können. Sie haben buchstäblich ein Stück „Hoch-Kultur“ ins Tal geholt, betont Pause: „Wir können uns freuen, was in den zwei Jahrzehnten daraus geworden ist. Jetzt müssen wir die Leute eben aus der Lethargie befreien und wieder das Feuer entfachen, das alle BergfeundInnen spüren.“

Die Kooperationspartner – Bayrischer Rundfunk (BR), Deutscher Alpenverein (DAV), Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), Bergfilmfreunde Tegernsee e.V. – halten in diesen schwierigen Zeiten zusammen. Und verspüren trotz allem große Vorfreude: Darauf, endlich wieder Filme auf der großen Leinwand zu sehen, und zwar in der Gemeinschaft! Vor allem die Filmschaffenden selbst brennen darauf. Festivalgänger dürfen sich auf ein „richtiges“ Festival mit hervorragenden Filmen freuen und auf die gewohnte Festivalatmosphäre: miteinander Freude haben. Sich Austauschen mit Gleichgesinnten, mit DarstellerInnen, BergfilmemacherInnen.

Auf diesen Gedankenaustausch freut sich Festival-Direktor Michael Pause nun auch beim 70. Trento Film Festival. Das älteste Bergfilmfestival der Welt läuft vom 29. April bis 6. Mai in Norditalien. Es ist stets mit vielen neuen Kontakten in der Szene verbunden und mit der Möglichkeit, sich einen Überblick über die Neuigkeiten und Trends im Bergfilm-Genre zu verschaffen. Dort trifft sich alljährlich auch der Kreis der Bergfilm-Festival-MacherInnen.

Am Tegernsee laufen indes die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine international besetzte Jury kürt im Herbst die besten Bergfilme des Wettbewerbs mit dotierten Preisen. Geboten werden hochwertige Filme, die den besonderen Reiz dieses Genres zeigen. Überraschend und kreativ präsentieren sich die Beiträge der Filmemacher und Filmemacherinnen. Mitunter sind sie überraschend einfühlsam und nicht so actionreich, wie gemeinhin angenommen. Mit Themen, die der Mainstream nie aufgreifen würde. Noch bis zum 31. Mai können Produzenten und Filmemacher ihre neuesten Bergfilme einreichen. In den drei Kategorien „Erlebnisraum“, „Naturraum“ und „Lebensraum“.

Alle weiteren Preise, die Dotierungen und die Ausschreibung unter: www.bergfilm-tegernsee.de  

Info und Ausschreibung: Sonderbüro Bergfilm-Festival Tegernsee, Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee, Tel. +49(0)8022-1801-37 od. -53, bergfilm@tegernsee.de,
www.bergfilm-tegernsee.de

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe 16. Okt. 2021 – Inhalt

18. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee
13. – 17. Oktober 2021

Inhalt der Pressemappe

PT02      Jury

PT03      Begeisternde Bergfilme

PT04      Besondere Geschichte

Pt05       Begründung der Jury

PT06      Liste der Preisträger

 

Kontaktadresse: Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee
Tel. 0049/(0)8022/1801-37
E-Mail: bergfilm@tegernsee.de

www.bergfilm-tegernsee.de

Alle Texte sowie Bildmaterial finden Sie im Internet, www.bergfilm-tegernsee.de/presse/

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss 16. Okt. 2021 – PT02 – Jury

Pressetext/Jury                                                                                  02/2021

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021

 Zusammensetzung der Jury 2021:
Stefan König (Deutschland, u.a. Autor, Experte Bergfilmgeschichte)
Sebastian Marseiler (Südtirol, u.a. Kultur- und Naturfilmer)
Julia Brunner (Österreich, u.a. Kamerafrau, Cutterin, Filmemacherin)
Thijs Horbach (Niederlande, u.a. Direktor des Dutch Mountain Film Festivals)
Titus Arnu (Schweiz/Österreich, u.a. Journalist, Autor) 


Die neue Verantwortung des Bergfilms

In diesem Jahr tagte die Jury nicht wie sonst gemeinsam in Tegernsee, sondern vorab, jeder für sich im Home Office.  Statt angeregten Diskussionen war so konzentriertes Schauen im „stillen Kämmerlein“ angesagt. Wie ist die Jury mit dieser besonderen Situation umgegangen?

„Zusammenhocken, Kaffee trinken, diskutieren – das ist mir allemal lieber“, gesteht Stefan König und spricht damit wohl der gesamten Jury aus dem Herzen. Auch Sebastian Marseiler findet diese „Einsiedlerarbeit“  nicht optimal: „Mir fehlt die Diskussion, der andere Blick“. Aber: „Unter den gegebenen Umständen war es eine gute und praktikable Lösung“, fasst Stefan König zusammen.   

Und so tauchten die fünf in den vergangenen Tagen an ganz verschiedenen Orten gemeinsam ein in die Welt des Bergfilms. Sie ließen sich begeistern von „Kühen, die auf dem Dach tanzen“, weil es den Filmemachern gelingt, einen nüchternen und auch ernüchternden Blick auf eine Realität zu werfen, die im Heimatfernsehen oft verklärt wird. „Das hat mich gefesselt und ist mir einfach im Kopf geblieben“, schildert Julia Brunner. Immerhin, der Film erhielt schließlich eine lobende Erwähnung.

Leer ausging am Ende eine Produktion, die Sebastian Marseiler tief berührte – denn er kann die Situation der Schulkinder in Ladakh selbst so gut nachvollziehen: „Die Dokumentation „Chaddr – Unter uns der Fluss“ ist mir sehr nahe gegangen, weil er mich an meine eigene Biografie erinnert hat: herausgerissen werden aus dem heimatlichen Umfeld, um eine Schule besuchen zu müssen, balancieren zwischen zwei Welten, heimkommen im Wissen, dass man weggehen muss.“ In der Kategorie „Lebensraum Berg“ waren jedoch auffallend viele starke Beiträge, „von denen fast jeder eine Auszeichnung verdient hätte.“ Und ein ähnlicher Film habe ja schließlich auch den Hauptpreis bekommen.

Ein Film, der Stefan König besonders in Erinnerung bleibt ist „Was sie wohl tun wird mit uns?“ von Caroline Fink. Ein sehr kurzer Kunstfilm, der die Einsamkeit in der Corona-Zeit zum Thema hat. „Ich habe das Gefühl, dass viele Filmemacher nachdenklicher geworden sind“, überlegt Stefan König. „Es hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass erst gar nicht jeder Outdoor-Industrie-gesponserte Clip oder jede verbrämte Power-Limo-Werbung ins Programm kam.“ Dass sich schon vor Corona eine Veränderung abgezeichnet hat, glaubt Julia Brunner: „Wo früher extremes Abenteuer war, kann heute viel mehr sein: Menschen, Kulturen, Tiere – Filme die das Thema „Berg“ nur leicht streifen.“ Es brauche nicht immer harte Action, Drama, Tod, schnelle Musik, Adrenalin. Es gehe auch langsam. „Ich denke, dass Menschen ihre Bergabenteuer und Berggeschichten nun mit mehr Respekt vor der Natur und der Zerbrechlichkeit des Lebens auswählen“.

Dass der aktuelle „Run“ auf die Berge schon auch die Bergfilmszene fordere, betont Stefan König: „In manchen Bereichen werden die Berge förmlich überrannt. Wieviel von diesem Massenansturm kann die Natur verkraften, wieviel die Bevölkerung in den Talorten? So kommt schon auch dem Bergfilm eine neue Verantwortung zu.“ Das scheint in der Szene bereits angekommen zu sein, meint Thijs Horbach: „Sie zeigen, dass man Abenteuer, Natur und Berge auch nahe bei seinem Zuhause erleben kann. Und dass es möglich ist, gute Filme zu drehen, ohne um die ganze Welt reisen zu müssen.“

Doch wie hat sich die Jury letztendlich auf die Vergabe der Preise geeinigt? In einer dreistündigen Videokonferenz zeichnete sich bald ab, dass alle fünf Jury-Mitglieder ganz unabhängig voneinander sehr ähnliche Vorentscheidungen getroffen haben. „Es war dann eine lebendige und von gegenseitigem Respekt getragene Bewertungsdiskussion“, resümiert Sebastian Marseiler. Wäre man gemeinsam vor Ort gewesen, „wir hätten wahrscheinlich nur mehr diskutiert“, meint  Julia Brunner. „Das beeinflusst schon, weil man ja zum selben Zeitpunkt denselben Film begutachtet und gleich danach in die Debatte eintritt“, gibt hingegen Stefan König zu bedenken. „Doch in diesem Fall glaube ich, dass letztlich die Preisvergaben so oder so kaum anders ausgefallen wären.“  

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss 16. Okt. 2021 – PT03 – Begeisternde Bergfilme

Pressetext Begrfilm-Festival 2021                                                       03/2021

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021

 Begeisternde Bergfilme und viel Platz in den Kinos 

Die Filme „Children of the Snow Land“ (Großer Preis der Stadt Tegernsee) und „Balandrau – Tragödie in der Eishölle“ (DAV-Preis für den besten Alpinfilm) beeindruckten in Tegernsee nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum, das in diesem Jahr viel Beinfreiheit genießen durfte. Sie sind die großartigen Gewinner eines ungewöhnlichen Festivals. 

„Gewöhnungsbedürftig“, meinten einige. Obwohl, wer will sich schon daran gewöhnen, in zwar ausverkaufte, aber halbleere Säle zu blicken? Da ist es schon besser, auf diesen Stoßseufzer zu horchen, der in den letzten Tagen über Tegernsee zu schweben schien: „Endlich wieder Bergfilm-Festival!“

94 Filme begeisterten in Tegernsee das Publikum
„Schön war’s und ich hab die Beinfreiheit genossen“, freute sich eine Zuschauerin aus der Nähe von Stuttgart lachend. Es habe eben alles auch seine guten Seiten. Bei 252 Einreichungen konnten die Programmgestalter um Festival-Direktor Michael Pause in diesem Jahr aus dem Vollen schöpfen, was sie mit Genuss taten. Nach einem Jahr Festival-Abstinenz schafften es 94 Filme ins Programm, so viele wie noch nie zuvor. In den meisten der 44 Vorstellungen konnten die Moderatoren und Moderatorinnen interessante Gäste aus aller Welt begrüßen: Zum Beispiel beim Bayern 2-Abend die Paraclimbing Weltcup-Bronzemedaillengewinnerin Jacqueline Fritz, bei der Retrospektive drei Mitgliedern der Nanga-Parbat-Expedition von 1970, beim Nepal-Abend Ganesh Panday aus Nepal. Als die Tegernseer im Medius dann quasi ihr „Heimspiel“ feierten und eine Gruppe einheimischer Snowboarder ihre „Hüttn“ auf der Leinwand präsentierten, donnerte der Applaus. Ein schöner Erfolg, auch wenn die Jungs es nicht auf die Liste der Preisträger schafften – oder könnte es doch noch vielleicht sogar für den Publikumspreis reichen?

Ein Film der leisen Töne
Ganz oben steht dort ein Film der leisen Töne, der grandiosen Landschaften, der ungeschminkten Menschlichkeit und der Hoffnung, wie es die Jury formulierte. Sie zeichnete die berührende Dokumentation „Children of the Snow Land“ von Zara Balfour und Marcus Stephenson (Großbritannien/Nepal) in diesem Jahr mit dem Großen Preis der Stadt Tegernsee aus. Tagelang wandern die Kinder auf einsamen Pfaden zum ersten Mal nach zwölf Schuljahren in Kathmandu wieder zurück in ihre abgelegenen Heimatdörfer. Sie sprechen von Trennungsschmerz, Heimweh, Neugier, Angst und Staunen. Behutsam kehren sie zurück in ihre Vergangenheit, um schon bald wieder in eine hoffentlich bessere Zukunft aufzubrechen.

Erschütternd, denn es kann jeden treffen
Das lässt keinen kalt, der selbst schon einmal in den Bergen unterwegs war: Die spanische Dokumentation „Balandrau – Tragödie in der Eishölle“ von Guille Cascante ist dramatisch, bestürzend, bewegend. Sie rekonstruiert eine Bergtragödie in den Pyrenäen, die zehn Menschen das Leben gekostet hat. „Das Besondere daran ist nicht nur die außergewöhnliche Kamera-Arbeit, sondern vor allem das erschütternd Triviale an dieser Begebenheit: Die Berge erscheinen leicht, niemand hätte sich diese Katastrophe vorstellen können“, so die Jury, die „Balandrau“ mit dem Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm auszeichnete.

Auf leisen Pfoten…
… schleicht nicht nur der Schneeleopard durch die eisigen Höhen des Himalaya. Auch wer ihm nahekommen will, sollte sich behutsam bewegen. So wie der französische Fotograf und Filmemacher Stéphane Jacques und sein Bruder es in dem Film „Auf den Spuren der Schneeleoparden“ meisterhaft zeigen. Sie trotzen Eis und Einsamkeit, um vielleicht das Glück auskosten zu können, diesen ungewöhnlichen Tieren ganz nahe sein zu dürfen. In Tegernsee wurden sie dafür mit dem Preis für den besten Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ ausgezeichnet.

 Spektakulärer Balanceakt in den Dolomiten
Über den Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis darf sich Valentin Rapp freuen. Mit der Kamera verfolgt er Profi-Slackliner Lukas Irmler auf der Suche nach der perfekten Highline zwischen Schlern und Langkofel-Massiv. „Der Film ist genauso wie Highlining im Hochgebirge: spektakulär, vergleichsweise wenig aufwendig und dabei atemberaubend schön“, urteilte die Jury.

„Ein großer Schritt Richtung Normalität“
Trotz Einschränkungen, erheblichem Mehraufwand und ersatzloser Streichung des gesamten Rahmenprogramms ist das Fazit der Festival-Macher überzeugend. „Wir hatten in diesem Jahr wirklich ein sehr starkes Filmprogramm“, betont Michael Pause. „Und mich persönlich haben die vielen schönen Begegnungen besonders gefreut, die nun endlich wieder möglich waren.“ Die Bergfilm-Szene habe auf diese Gelegenheit scheinbar nur gewartet und schon deshalb habe sich der Aufwand gelohnt. Ähnlich sieht dies Johannes Hagn, Bürgermeister der Stadt Tegernsee: „Im vergangenen Jahr war es noch ein Lebenszeichen, doch in diesem Jahr ist uns ein großer Schritt Richtung Normalität gelungen. Und 2022, da soll alles wieder so werden, wie wir und unsere Besucher und Besucherinnen es gewohnt waren. Darauf freuen wir uns!“

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss – 16. Okt. 2021 – PT04 – Besondere Geschichten

Pressetext Besondere Geschichte                                               04/2021

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021

 Das Geschenk 

Neben den dotierten Hauptpreisen hat die Jury in Tegernsee die Möglichkeit, Filme mit einer „Lobenden Erwähnung“ auszuzeichnen. Oft stehen hinter diesen besonderen Produktionen, die den Sprung nach ganz oben (noch) nicht geschafft haben, berührende Geschichten.  So wie bei „Schwerelos – Das Leben ist Pfeifen“ von Daniel Anker und Thomas Senf.

Vor 20 Jahren stieg der Schweizer Daniel Anker, eine der eher stillen Größen des Schweizer Alpinismus, zusammen mit dem Extremkletterer Stefan Siegrist in die Eiger-Nordwand ein – und schlug mit der Route „La Vida es silbar“ („Das Leben ist Pfeifen“) ein neues Kapitel in der Geschichte des alpinen Kletterns auf.  Es ist ein Geschenk, dass Daniel Anker jetzt, zu seinem 60. Geburtstag, wieder in die Tour einsteigen darf. Sein Traum: Sie frei zu klettern und dabei einen Film zu drehen, in dem sich Gefühle aus der Gegenwart und der Vergangenheit vermischen. Und in dem auch der kubanische Film „La Vida es silbar“, nachdem die Route benannt ist, eine Rolle spielt.

Der erste Teil des Traums geht nicht ganz in Erfüllung, möglich ist „nur“ eine „normale“ Durchsteigung der schwierigen Tour, keine freie Begehung ganz ohne Griff in die Schlinge. Aber ist das so wichtig? Pfeif drauf, denken wohl die meisten. Viel schöner ist, dass aus dem „Drehbuch im Kopf“, das Daniel Anker schon solange beschäftigte, ein berührender Film wird. Unterstützung bekommt er dabei von dem Schweizer Filmemacher Thomas Senf.

„Ich war ja schon auch blauäugig“, erinnert sich Daniel Anker. Er rief einfach mal an bei der Produktionsfirma Trigon-Film von „La vida es silbar“, hatte prompt Glück und erwischte dort einen bergbegeisterten Manager, der ihm sofort erlaubte, Ausschnitte des Films zu nutzen. So können Thomas Senf und Daniel Anker einsteigen und zwei völlig konträre Welten ineinander fließen lassen: Die Eiger-Nordwand und Kuba. Der Tanz und das Klettern. „Sie verweben Kletteraufnahmen mit Ausschnitten aus dem Arthousefilm, kombinieren Reflektionen über die Schwerkraft und den Sinn des Extremkletterns mit der Musik aus dem Kinofilm. Ein angenehm ruhiger Film mit schwindelerregenden Tiefblicken und ernsthaftem Tiefgang“, urteilt die Jury.

Zu sehen ist der Film aber nicht nur in Tegernsee, sondern inzwischen auch als Bonus-Track von „La vida es silbar“ (www.filmingo.ch).  Eine eigene Vermarktung gibt es noch nicht, bis dato machte sich wohl noch niemand, an den Daniel Anker herantrat, die „Mühe“ sich den Streifen genauer anzuschauen. Das könnte sich vielleicht schnell ändern durch die kleine Auszeichnung in Tegernsee, wie schon für einige zuvor, die hier ihre ersten Lorbeeren sammelten. Doch das schönste Geschenk ist es wohl für alle zu sehen, wie die Bilder ankommen. Wie den Zuschauern der Atem stockt beim Tiefblick in die Eiger-Nordwand – und wie der Applaus beim DAV-Abend in Tegernsee eigentlich gar nicht mehr aufhören will.

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss – 16. Okt. 2021 – Begründung der Jury

Gewinner 2021 – Jury-Begründungen  –  16. Oktober 2021

Großer Preis der Stadt Tegernsee
„Children of the Snowland“
Zara Balfour, Marcus Stephenson

Der Film ist eine berührende Dokumentation über Trennung und eine sensible Erzählung über schwieriges Wiederfinden, gestaltet in einer suggestiven Mischung aus professioneller Kamera und persönlichem Empfinden dreier Jugendlicher. Zwei Burschen und ein Mädchen aus den entlegensten Bergtälern des Himalayas wandern über Tage auf beschwerlichen Steigen zurück in die Heimatorte. Im Alter von fünf und sechs Jahren hatten sie ihr Elternhaus für einen Schulbesuch in der Hauptstadt verlassen müssen. Zwölf Jahre hatten sie ihre Angehörigen nicht gesehen.  In ihre Handycam sprechen sie von Trennungsschmerz, Heimweh, Neugier, Angst und Staunen. Aufgeweckt registrieren sie die schwierigen Lebensbedingungen, tasten sich behutsam heran an ihre Angehörigen und deren archaische Lebensweise. Deren Bilder werden sie zurücktragen in die Schule in der großen Stadt, die sie auf ein besseres Leben vorbereit. Diese Erfahrung wird ihnen Verpflichtung sein. „Ich möchte einmal viel Geld verdienen, damit meine Mutter wie eine Königin leben kann!“, sagt in jugendlichem Überschwang die sechzehnjährige Tsering. Es ist ein Film der letztlich leisen Töne und der grandiosen Landschaften, der ungeschminkten Menschlichkeit und der Hoffnung.


Bester Film der Kategorie Erlebnisraum Berg
„Balandrau – Tragödie in der Eishölle“
Guille Cascante, Spanien

Dramatisch, bestürzend, bewegend rekonstruiert der Film eine Bergtragödie, die zehn Menschenleben gekostet hat. Das Besondere daran ist nicht nur die außergewöhnliche Kamera-Arbeit, sondern vor allem das erschütternd Triviale an dieser Begebenheit: Die Berge erscheinen unschwierig, die Touren der verschiedenen Gruppen als leicht und nicht allzu lang, niemand hätte sich diese Katastrophe vorstellen können. Besonders berührend ist der Umstand, dass es sich um alpinistische „Normalverbraucher“ handelt – jeden hätte es treffen können, niemand wäre dagegen gefeit. Ein Film, der unter die Haut geht, und der einen das eigene Tun neu hinterfragen lässt.


Bester Film der Kategorie Naturraum Berg
„Auf den Spuren der Schneeleoparden“
Stéphane Jacques, Frankreich  

Um die Schätze der Natur zu entdecken, braucht man oft einen weiten Weg. In diesem Film wird man in die unmögliche Entdeckungsreise zum Schneeleoparden hineingezogen. Durch die Kombination atemberaubender Himalaya-Landschaften mit den täglichen Sorgen der beiden Brüder schafft es Stéphane Jacques, Ihn Haut nah auf dieser besonderen Suche mit zu nehmen. Man erlebt die Einfachheit des Berglebens in den Hochtälern des Himalayas und das Glück einer ungewöhnlichen Begegnung mit der Natur als wäre es sein eigenes Abenteuer. 

Bester Film Kategorie Lebensraum Berg
„Wanderschäfer im Iran – Die Schule der Hirtenkinder“
Louis Meunier, Frankreich

In ruhigen Bildern erzählt der Film vom Wandel einer bäuerlichen Kultur in Vorderasien. Zum letzten Mal machen sich die Familien auf den langen Weg ihrer traditionellen Wanderweidewirtschaft (Transhumanz). Sie werden vom Dorfschullehrer begleitet, der die mitgehenden und mitarbeitenden Kinder bei jeder sich bietenden Gelegenheit unterrichtet. Die nächste Generation braucht Bildung, um das neue Leben zu meistern. Erzählt im Gleichmaß des langen Weges, wirkt der Film lange nach – und macht nachdenklich

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis 
„Alpine Highlines“
Valentin Rapp, Deutschland

Muss man nach Patagonien oder in den Himalaya, um spektakuläre Bergabenteuer zu erleben? Nein, muss man nicht, und wegen der Pandemie ist es manchmal auch nicht möglich. Profi-Slackliner Lukas Irmler braucht nur eine Highline, zackige Gipfel wie in den Dolomiten und ein paar Gleichgesinnte für eine außergewöhnliche alpinistische Unternehmung. In „Alpine Highlines“ macht er sich mit seinen Freunden auf die Suche nach der perfekten Highline zwischen Schlern und Langkofel-Massiv. Der Film ist genauso wie Highlining im Hochgebirge: spektakulär, vergleichsweise unaufwendig und dabei atemberauben schön.


Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung
„K2 – The Impossible Descent“
Kamera: Bartek Bargiel 

Ein polnischer Skibergsteiger schreibt Alpingeschichte, als ihm die Abfahrt vom K2 – vom Gipfel bis zur Basis durchweg mit Skiern – gelingt. Die Drohne, mit der die Skiabfahrt gefilmt wird, sorgt dafür, dass der Film dieser sportlichen Ausnahmeleistung erst gerecht wird. Die Drohne ist samt Kamera selbst Teil der Geschichte – sie ortet, liefert lebensrettende Medizin und fängt einzigartige Bilder ein. Manchmal stellt sich die Frage, wer in dem Film nun der Held ist – der Skifahrer oder die Drohne mit ihrem Piloten. Auch wenn man Aversionen gegen die wie mutierte Riesenhummeln klingenden Fluggeräte hegen könnte, muss man einräumen, dass sie das Potential haben, Großartiges zu leisten. Drohnen werden in Zukunft eine wichtige Rolle im Alpinismus spielen. In dieser Abenteuerdokumentation haben eine Drohne und ihr Pilot/Kameramann Einzigartiges geleistet.


Preis für den besonderen Film
„El gran hito“
Ignasi López Fàbregas, Spanien

Ignasi López Fàbregas erzählt eine hochalpine Geschichte mit ungewöhnlichen Mitteln – als Animationsfilm, der mit allen Klischees des Berg-Abenteuers spielt. Da ist der Gipfelsammler, der vermeintlich unmögliche Gipfel besteigen will, seine Frau, die ihn vom Tal aus bewundert und der genervte, grummelnde Bergführer. Doch es kommt alles anders wie geplant – und die Frau wird zur Überraschungsheldin dieses liebevoll gemachten Kurz-Kunstwerks. „El gran hito“ ist ein Riesenspaß und eröffnet den Zuschauern einen ganz besonderen, originellen Blick auf den Alpinismus.
 

Lobende Erwähnung der Jury 
„Auch heute Abend werden die Kühe auf dem Dach tanzen“
Aldo Gugolz, Schweiz

Die idyllische Kulisse trügt. Als eine Leiche unweit einer Tessiner Alpe gefunden wird, beginnt die Fassade des friedvollen, zugleich chaotischen Aussteigerdaseins der jungen Älplerfamilie zu bröckeln, zumal auch die soziale Realität sie zunehmend einholt. Nur langsam gibt der Film preis, was die eine Geschichte mit der anderen zu tun hat. Den Filmemachern gelingt ein poetischer Dokumentarfilm zwischen der Utopie einesrsprünglichen Lebens und der Melancholie vom Ende dieser Lebensweise. Ein nüchterner und auch ernüchternder Blick auf eine Realität, die im Heimatfernsehen oft verklärt wird.
 

Lobende Erwähnung der Jury 
„Schwerelos“
Thomas Senf, Daniel Anker, Schweiz

Der Film „Schwerelos“ von Thomas Senf und Daniel Anker bringt zwei völlig konträre Welten zusammen: Die Eiger-Nordwand und Kuba. Mit der Route „La Vida es silbar“ („Das Leben ist Pfeifen“) setzte Anker zusammen mit Stefan Siegrist 1999 einen Meilenstein im alpinen Klettern – die Route ist benannt nach einem kubanischen Spielfilm. Senf und Anker verweben Kletteraufnahmen mit Ausschnitten aus dem Arthousefilm, kombinieren Reflektionen über die Schwerkraft und den Sinn des Extremkletterns mit der Musik aus dem Kinofilm. Ein angenehm ruhiger Film mit schwindelerregenden Tiefblicken und ernsthaftem Tiefgang.


Lobende Erwähnung der Jury 
„Was sie wohl tun wird mit uns?“
Caroline Fink, Schweiz

Der Kurzfilm besticht durch eine ausgesuchte Ästhetik und erscheint als kleines Gesamtkunstwerk, wo sich Bild und gesprochenes Wort auf gelungene Weise ergänzen. Die kurzen Äußerungen der Protagonistin sind existenzialistisch angehaucht und bilden zusammen mit den Bildfolgen einen lyrischen Abgesang zur Pandemie.

2021 – Bergfilm-Festival – Pressemappe Abschluss 16. Okt. 2021 – Liste Preisträger

PT06 – Liste der Preisträger

18. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee – Die Preisträger 2021

Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3.000,.)
„Children of the Snow Land“ von Zara Balfour, Marcus Stephenson (Großbritannien/Nepal)

Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ (€ 1.000,-)
„Balandrau – Infern Glaçat (Balandrau – Tragödie in der Eishölle)“ von Guille Cascante (Spanien)

Preis für den besten Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ (€ 1.000,-)
„Auf den Spuren der Schneeleoparden“ von Stéphan Jacques (Frankreich)

Preis für den besten Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“ – Preis Tegernseer Erdgas-Versorgungsges. (€ 1.000,-)
„Wanderschäfer im Iran – Die Schule der Hirtenkinder“ von Louis Meunier (Frankreich)

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (zur Verfügung gestellt von der Familie Guggenbichler, Dr. Stefan und Barbara) (€ 1.000,-)
„Alpine Highlines – Dolomiten“ von Valentin Rapp (Deutschland)

Preis für die bemerkenswerteste Kameraleistung (gesponsert durch Rotary Club Tegernsee)
„K2 – The Impossible Descent“  von Slawomir Batyra – Kamera: Bartek Bagiel (USA/Polen)

Preis für den besonderen Film (gesponsert durch Rotary Club Tegernsee)
„El gran hito“ von Ignasi López Fàbregas (Spanien)

Lobende Erwähnung der Jury (undotiert)
„Schwerelos – Das Lebe ist Pfeifen“ von Thomas Senf, Daniel Anker (Schweiz)
„Anche stanotte le mucche danzeranno sul tetto (Auch heute Abend werden die Kühe auf dem Dach tanzen)“ von Aldo Gugolz (Schweiz)
„Was sie wohl tun wird mit uns?“ von Caroline Fink (Schweiz)

Bayern 2 – Publikumspreis (€ 1.000,-)
„Das Riesending . 20000 Meter unter der Erde“ von Freddie Röckenhaus (Germany)
„Hütt’n“ von Philipp Marquardt (Germany)

Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Eröffnung

Pressetext/Eröffnung                                                  2021-10-14

Bergfilm Tegernsee, 18. Internationales Festival vom 13. – 17. Oktober 2021 

Packendes aus der Welt der Berge 

Wenn sich die Bergfilmszene im Herbst am Tegernsee trifft, ist Spannung angesagt – von der ersten Sekunde an. Es wird mitgefiebert: im Publikum, wenn die Protagonisten in schwindelnder Höhe über eisige Grate turnen, und bei den Filmemachern, wenn die Jury die Köpfe zusammensteckt.  

Wie immer: Es geht um den Berg – und nur um den Berg. Eigentlich also um Beständigkeit – und doch ist nichts Wiederholung. Neue Perspektiven und ungewohnte Gedanken, mutige Autoren und überraschende Geschichten begeisterten schon am Eröffnungsabend das Publikum.

Nach einem Jahr Pause ist die Lust auf Neues groß, das zeigte sich schon zu Beginn des Festivals. Der Barocksaal ist ausverkauft, doch Plätze müssen frei bleiben. „Aufgrund der derzeit hohen Inzidenz können wird das Festival nur so, in kleinerem Rahmen durchführen“, erklärte Bürgermeister Johannes Hagn bei der Eröffnung. „Doch das Bergfilm-Festival ist ein wichtiges Element unseres Kulturlebens, deshalb haben wir alles drangesetzt, dass es in diesem Jahr stattfinden kann.“ Auch wenn der Aufwand größer und die Besucherzahlen geringer sind.

Das Programm ist mit 94 Filmen, die noch bis Sonntag in sechs Kinosälen zu sehen sind, dicht gefüllt. Dieses Mal ist es das Beste aus zwei Jahren, was auf der Leinwand zu sehen ist, und entsprechend viel darf man sich erwarten. Oft sind Filmemacher, Produzenten oder Protagonisten vor Ort, auf der Bühne schildern sie authentisch, was den Zuschauern vielleicht verborgen bleibt. Begegnungen, die zum Festival gehören wie die Filme selbst und die auch bei der Eröffnung ihren besonderen Reiz hatten: Zum Beispiel, wenn Ex-Skirennläufer Michael Veith schildert, wie es ist, in Kitzbühel am Start der Streif zu stehen. Und wie er glaubt zu ahnen, wie sich der polnische Bergsteiger Andrzej Bargiel fühlte, als er am K2 die Skier anschnallte und die „unmögliche Abfahrt“ in Angriff nimmt? Unglaubliche Drohnenbilder reißen dann die Zuschauer im Barocksal fast hautnah mit in die eisigen Rinnen des Achttausenders.

Für besondere Spannung sorgt aber auch die internationale Jury: Sie muss entscheiden, wer beim einzigen Bergfilm-Festival Deutschlands mit Wettbewerb ausgezeichnet wird. Angeschaut werden die Filme in diesem Jahr zwar nicht von allen gemeinsam vor Ort, sondern zu Hause „im stillen Kämmerlein“ (vulgo: Home Office). Der Gedankenaustausch erfolgt per Videokonferenz, was im Moment sicher die beste Lösung ist. „Aber schöner und interessanter ist es auf alle Fälle gemeinsam vor Ort“, so das Urteil der Jury in dieser Sache. Bekanntgegeben werden die Gewinner am Samstagabend im Barocksaal bei der Preisverleihung, die auch im BR Livestream übertragen wird (auf Bergauf-Bergab, in der Mediathek und auf der BR Kulturbühne).

Kontakt: Intern. Bergfilm-Festival Tegernsee,  Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,  E-Mail: bergfilm@tegernsee.de – Tel: +49 (0) 8022-1801-37 oder  -53

Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Großes Kino im Herbst in Tegernsee

Pressemeldung                                                                              2021-07-08

18. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 13. – 17. Oktober 2021
Großes Kino im Herbst in Tegernsee

Nach der weitgehenden Stilllegung durch die Beschränkungen während der COVID-19-Pandemiewellen kommt das Kulturleben wieder langsam in Fahrt. Das Bergfilm-Genre scheint gut durch die Zwangspause gekommen zu sein – diesen Eindruck haben die Organisatoren des Tegernseer Bergfilm-Festivals: 240 Produktionen aus sagenhaften 38 Ländern wurden in diesem Frühjahr angemeldet. Vorauswahljury und Organisationsteam stellen sich derzeit der Herausforderung, die sehenswertesten Film-Gipfel zu einem attraktiven Festival-Programm zusammenzufügen.

Haben Sie schon mal einen Bergfilm aus Kasachstan gesehen? Oder aus Taiwan? Wie mag sich ein Filmteam aus Ägypten wohl dem Thema „Berg“ annähern? 240 Filme, das bedeutet 240 verschiedene Blickwinkel, Geschichten, Herangehensweisen. Eindeutig fasziniert das Thema Berge Filmemacher auf der ganzen Welt.

„Die große Zahl darf nicht täuschen: Wir mussten ziemlich stark aussortieren, weil bei erstaunlich vielen Filmen das Thema Berg keine tragende Rolle spielte“, bedauert der Tegernseer Festival-Direktor Michael Pause. „Dennoch können wir ein tolles und abwechslungsreiches Programm zusammenstellen. Wir haben in allen Kategorien gute und auch einige absolut herausragende Filme!“

Die Auswahl wird das ganze Spektrum des modernen Bergfilms umfassen: Fesselnde Dokumentationen über alpinistische Spitzenleistungen und spannende Reportagen werden das Publikum ebenso begeistern wie berührende Porträts von – und über – Bergmenschen.
Selbstverständlich wird auch das Thema Pandemie in Tegernsee auf der Leinwand eine Rolle spielen. „Ich bin der Ansicht, dass ein Film-Festival immer eine Bühne für die außergewöhnlichen Filme bereithalten muss, die den Zuschauern neue Perspektiven zeigen und Türen öffnen“, betont Michael Pause.

Und so wird es gerade heuer besonders interessant sein, zu sehen, welche oft ausgefallenen Wege die Filmemacher aus aller Welt während des Lockdowns eingeschlagen haben. Viel will Michael Pause davon noch nicht preisgeben: „Nur so viel kann ich im Moment verraten: Es wird überraschend, es wird spannend und es wird auf jeden Fall ganz großes Kino!“

Info: Das Programm liegt ab September online und gedruckt vor. Im Moment sieht es so aus, dass das Festival in „analoger“ Form stattfinden kann, als Treff der leidenschaftlichen Berg(film)freunde mit Protagonisten und FilmemacherInnen. Was letztendlich im Oktober wirklich möglich sein wird, erfahren Sie immer aktuell unter www.bergfilm-tegernsee.de

 Kontakt:         Intern. Bergfilm-Festival Tegernsee,  Rathausplatz 1, 83684 Tegernsee,  E-Mail: bergfilm@tegernsee.de – Tel: +49 (0) 8022-1801-37 od. 53

Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Neustart nach der Pandemie

PM – Bergfilm-Festival Tegernsee 2021 – Neustart nach der Pandemie – 2021-05-10

Bergfilm-Festival nach der Pandemie
Neustart mit offenen Fragen und großer Zuversicht

Während in München pandemiebedingt zum zweiten Mal – und nicht unerwartet – die Wiesn abgesagt wird, findet in Trient das traditionsreiche Bergfilm-Festival statt – allerdings in einem etwas anderen Format als bei den bisherigen 68 Veranstaltungen. Und zur gleichen Zeit stellt sich das Team des Tegernseer Bergfilm-Festivals die Frage, wie das Event hier im Oktober wohl über die Bühne gehen wird. Nur „dass es wird“, das haben sich die MacherInnen fest vorgenommen.

Für Bergfilm-Produzenten ist das Festival im Trentino-Frühling seit jeher ein fixer Termin. Die Veranstaltung in der bezaubernden Stadt an der Etsch hat sich über die Jahrzehnte natürlich genauso verändert wie der Alpinismus und wie das Filmgeschäft. Aber dort trifft sich noch immer die Community. Früher kamen die internationalen Kletter- und Expeditionsheroen zusammen, zum Kennenlernen und Gedankenaustausch, heute werden die Stars aus aller Welt zu kurzen Stippvisiten eingeflogen. Filme über atemberaubende Glanzleistungen und Rekorde sind eben Teil des Bergprofigeschäfts, gefordert von den Sponsoren und heiß ersehnt vom Publikum.

Als das Tegernseer Bergfilm-Festival 2003 seine Premiere erlebte, gehörte der Initiator Otto Guggenbichler schon viele Jahre zu den Stammgästen in Trient, und auch Festival-Direktor Michael Pause kann sich an seinen ersten Besuch des Trentiner Festivals 1980 erinnern: „Das Film-Festival von Trient hatte schon damals eine solide Struktur und einen großen Apparat. Und bei unserem Start in Tegernsee haben uns die italienischen Freunde mit Rat und Tat unterstützt, wofür wir sehr dankbar waren.“ Die Reise nach Trient ist somit jedes Jahr mit vielen neuen Kontakten in der Szene verbunden und mit der Möglichkeit, sich einen Überblick über die Neuigkeiten und Trends im Bergfilm-Genre zu verschaffen. Die eine oder andere Filmentdeckung in Trient lässt sich noch rechtzeitig vor dem Tegernseer Anmeldeschluss Ende Mai herbeiholen.

Im Mai 2021 lässt sich für die Kulturschaffenden vor dem Hintergrund der Fahrt aufnehmenden COVID-19-Impfkampagne zwar für Veranstaltungen im Herbst ein Silberstreif am Horizont erkennen, von einer Planungssicherheit kann allerdings keine Rede sein. Das Team um Bürgermeister Johannes Hagn und Michael Pause ist sich bewusst, dass der Neustart (13.-17.10.2021) nicht auf dem hohen Niveau stattfinden kann, das das Tegernseer Event vor Corona ausgezeichnet hat. „Ich bin zuversichtlich, dass sich jeder Einzelne, der im Herbst in Tegernsee dabei sein kann, wie ein Sieger fühlen wird – allen voran wir vom Organisationsteam“, meint Hagn.
„Mit dem Eintreffen der Anmeldungen baut sich die Vorfreude und Anspannung auf, die man vor einer Bergtour genauso spürt und braucht wie wir als Macher eines Bergfilm-Festivals“, fügt Pause hinzu.

Bergfilm Tegernsee – LEBENSZEICHEN – ein etwas anderes Festival

PM – Bergfilm Tegernsee – LEBENSZEICHEN – Mit Abstand das Beste – 2020-09-25

Mit Abstand das Beste –
„Lebenszeichen“ vom Bergfilm-Festival

Im Tegernseer Tal hatte es sich binnen weniger Jahre zu einem „Oktoberfest“ der besonderen Art entwickelt – das internationale Bergfilm-Festival lockte seit 2013 jedes Jahr einige Tausend Besucher an den See und hat längst einen festen Platz im Kulturleben der Region. Bereits 17 Mal freuten sich die Tegernseer, wenn sich Filmemacher, bekannte BergsteigerInnen und die große Bergsteiger-Community im Ort begegneten und fünf Tage lang für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten.

In diesem Jahr wurde das große Fest des Bergfilms zwar wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt, dennoch werden zum vorgesehenen Termin in Tegernsee Bergfilme zu sehen sein. Unter dem Stichwort „Lebenszeichen“ gibt es vom 16.-18. Oktober im Ludwig-Thoma-Saal eine Art „Review“: in sieben Vorstellungen stehen nämlich 16 Filme auf dem Programm, die bei den bisherigen Festivals für Furore sorgten. Elf Filme dieser Auswahl wurden von den JurorenInnen mit Preisen ausgezeichnet, wie etwa die Doku „Mount St. Elias – die längste Skiabfahrt der Welt“ oder „Still alive“, die erste Regiearbeit von Reinhold Messner, der dafür 2017 den Großen Preis der Stadt Tegernsee erhielt. Die Auswahl verdeutlicht, dass der Bergfilm heutzutage viel mehr ist als dramatische Bergsteiger-„action“ in senkrechten Felswänden oder an den höchsten Gipfeln der Welt: da ist alles anzutreffen, was die Begegnung Mensch-Berg ausmacht – das stille, berührende Naturerlebnis, die spannenden Begegnungen mit Bergbewohnern in aller Welt, die ökologische Problematik darf genauso wenig fehlen wie kritische Fragen zum Thema „Risiko im Extremsport“.

„Bei Veranstaltungen in der aktuellen Lage haben für mich die Sicherheit sowie die Gesundheit unserer Bürger und Gäste absolute Priorität. Ich bin aber überzeugt, dass wir bei strikter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln dieses Lebenszeichen des Bergfilms setzen können“, meint Bürgermeister Johannes Hagn. „Wir wollen uns bei der Gelegenheit auch mit Einladungen bei unseren langjährigen freiwilligen Helfern der DAV-Sektion Tegernsee, bei den Sponsoren und Unterstützern bedanken. Ohne sie hätten wir dieses Event nie so erfolgreich entwickeln können.“

„Wir haben in all den Jahren mehr als 1200 Filme aus aller Welt gezeigt, und im Wettbewerb wurden 160 Produktionen ausgezeichnet – von den Großen Preisen bis zu den lobenden Erwähnungen –, so dass die Auswahl eine reizvolle Aufgabe war“, berichtet Festivalleiter und Moderator Michael Pause. „Meiner Meinung nach müsste es für viele Leute reizvoll sein, solche Filme nach ein paar Jahren wieder zu sehen. Denn beim Wiedersehen werden den BetrachterInnen auch kleine Veränderungen bewusst. Man denke zum Beispiel nur daran, dass der Einsatz von Kameradrohnen vor zehn Jahren bei Bergfilmen noch eher selten war. Heute ist ein Bergfilm ohne diese spektakuläre (Vogel- und Bergsteiger-)Perspektive gar nicht mehr denkbar.“

Soeben ist ein Flyer mit dem kompletten Programm erschienen, das natürlich auch auf der Homepage des Festivals zu finden ist (www.bergfilm-tegernsee.de. Tickets werden ab dem 5. Oktober ausschließlich online verkauft, ebenfalls unter www.bergfilm-tegernsee.de; bei den Vorführungen gibt es keine „Abendkassen“. Bei allen Veranstaltungen, bei denen es übrigens auch keine Pausen gibt, wird auf die strikte Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen geachtet. Soviel Rücksichtnahme und Verständnis dürfte für Berg(film)freundInnen eine Selbstverständlichkeit sein.

Bergfilm-Festival 2018 – Ergänzung der Preise für die Publikumsabstimmung der Schüler

Die Anzahl der zu vergebenden Preise im Rahmen der Abstimmung für den besten Jugend- und Schülerfilm aus den Schülervorstellungen konnte dank einer zusätzlichen Zuwendung der Gemeinde Gmund erhöht werden. Die Gemeinde Gmund stellte 10 Gutscheine für den Kletterwald Tegernsee zur Verfügung.
Alle Gewinner wurden inzwischen benachrichtigt.

Verschiedene DVDs im Angebot

Verschiedene DVDs aus den Jahren 2015, 2014, 2013 können über das Festivalbüro im Rathaus erworben werden.

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