Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3.000,-)

„This Mountain Life“ – “Die Magie der Berge”

von Grant Baldwin und Jenny Rustemeyer (Kanada)

Begründung der Jury

Vater-Sohn-Geschichten auf dem Hintergrund der Berge sind nicht so selten.  Ganz neu war für uns aber, dass dieser Film das große Bergabenteuer einer Mutter und ihrer Tochter erzählt. Wir begegnen zwei starken, liebenswerten Frauen, die zusammen auf Skiern 2300 km von Vancouver nach Alaska bestreiten. Der Filmemacher hält diese große Reise nicht nur mit eindrücklichen, sorgfältig komponierten Bildern fest, sondern es gelingt ihm auch, den Fokus zu erweitern und der Frage nachzugehen, was Menschen in der Bergwelt suchen und teilweise sogar finden.

Bekanntgabe Gewinner des ‘Großen Preises der Stadt Tegernsee’ für “This Mountain Life – Die Magie der Berge” von Grant Baldwin, Jenny Rustemeyer, v.li. Dagmar Steigenberger – Jurymitglied, Bürgermeister Johannes Hagn, Jabi Baraiazarra – International Alliance for Mountain Film, Michael Pause – Festival-Direktor (Foto: Thomas Plettenberg)

Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm der Kategorie “Erlebnisraum Berg” (€ 1.000,-)

„The Pathan Project“

Guillaume Broust (Belgien)

Begründung der Jury

Warum fahren wir nach Pakistan an gefährliche und unerforschte Berge, wenn wir uns auch zuhause austoben könnten? Eine Antwort, die dieser ungewöhnliche Expeditionsfilm auf diese Frage gibt: wir wollen Spaß haben. Es gelingt dem Film, trotz Unfällen und Rückschlägen herausragende Leistungen am Fels zu dokumentieren und dabei nie den augenzwinkernden, selbstironischen Blick zu verlieren. Ebenso überzeugend fanden wir die witzige Erzählweise mit fiktionalen Rückblenden und Parodien auf berühmte Filme.

Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm der Kategorie ‘Erlebnisraum Berg’ für “The Pathan Project” von Guillaume Broust; v. li. Burgi Beste – Vizepräsidentin DAV, Michael Pause – Festival-Direktor (Foto: Thomas Plettenberg)

Bester Film in der Kategorie “Lebensraum Berg” (€ 1.000,-)

„Spirit“

Jane Dyson, Ross Harrison (Australien)

Begründung der Jury

Irgendwo in einem Dorf im indischen Gharwal Himalya. Die Geister haben sich immer höher in die Berge zurückgezogen, sagt eine der einheimischen Frauen, denen die Filmemacher sehr nahe kommen.  Der Film zeigt eine zerbrechliche Welt, bedroht von den zentrifugalen Kräften der Moderne. Aber er zeigt auch die Rituale rund um die Anrufung der Geister, die die Menschen wieder zusammen bringen.

Zum Glück wird der Zuschauer nicht selbst direkt von den Geistern erfasst, aber er kann sich zumindest nicht dem Sog der einzigartigen Bilder und der gelungenen Montage entziehen.

v. li. Lisa Röösli – Jurymitglied, Michael Schneider – Tegernseer Erdgasversorgungs GmbH, Michael Pause – Festivaldirektor, bei der symbolischen Urkunden- und Scheckübergabe für “SPIRIT” von Jane Dyson, Ross Harrison – Preis: Lebensraum Berg (Foto: Thomas Plettenberg)

Bergzeit-Preis für den besten Film in der Kategorie “Naturraum Berg” (€ 1.000,-)

„Iceberg Nations“

Fernando Martín Borlán (Spanien)

Begründung der Jury

Der Film entlarvt auf poetische und artistische Weise die Idee von Landbesitz und Nationalstaat. Er hinterfragt vor allem die Macht dieser Konzepte vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung. Witzig und kreativ wird der verschwindende Eisberg zur Metapher für menschliche Konstrukte, die zur Bewältigung der Klimaproblematik nicht taugen. Und das alles in vier Minuten.

Bergzeit-Preis in der Kategorie Naturraum Berg für “Iceberg Nations” von Fernando Martín Borlán; v. li. Martin Stolzenberg – bergzeit, Fernando Martín Borlán, Michael Paus – Festival-Direktor (Foto: Thomas Plettenberg)

Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (€ 1.000,-)

„Höhenmeter“

Dominik und Julian Weigand (Deutschland)

Begründung der Jury

Die zwei Protagonisten dieser Geschichte sind außergewöhnlich für das Genre Bergfilm, das sich gerne mit körperlichen Höchstleistungen, Grenzerfahrungen und Eroberungen des Sinnlosen beschäftigt. Die sympathischen Rosenheimer Studenten haben etwas entdeckt, das sie den heimischen Bergen zurückgeben können und machen sich mit Freude und Selbstverständlichkeit an die Umsetzung ihrer Pläne. Es ist eine leise, besondere Geschichte, die ohne klassische Berghelden auskommt und in schönen Bildern erzählt, dass man doch etwas verändern kann.

Preisübergabe ‘Dr. Otto Guggenbichler-Nachwuchspreis’ an Filmemacher und Protagonisten von “Höhenmeter” durch Michael Pause – Festivaldirektor, Barbara Guggenbichler, Alexander Donev -Jury (Foto: Thomas Plettenberg)

Preis für “Bemerkenswerte Kameraleistung”  (€ 1.000,0)

„Bayandalai – Lord of the Taiga“

Aner Etxebarria Moral, Pablo Vidal Santos  (Spanien)

Begründung der Jury

Ein alter Rentierhirte erzählt von seinem Leben, eingebettet in die raue Natur der Taiga und ins schicksalhafte Wirken der Götter. Die Kamera ergänzt seine Erzählung mal mit ganz nahen Detailaufnahmen, mal mit der Totalen von weit oben (aus der Sicht der Götter quasi). In einfachen Gegenständen – im spiegelnden Inhalt einer Teetasse, in den knorpeligen Fingern zwischen den Fellhaaren – findet sie poetische Bilder für den großen Kreislauf des Werdens und Vergehens.

Preis ‘Bemerkenswerte Kameraleistung’ für “Bayandalai – Lord of the Taiga”, v. l. Lars Hülsmann – Rotary Club; Aner Etxebarria Moral – Regie, Yeray Martin Perdomo – Kamera (Foto: Thomas Plettenberg)

Preis für den “Besonderen Film” (€ 1.000,-)

„Riafn“

Hannes Lang (Deutschland)

Begründung der Jury

Der Film ist ein außergewöhnliches Portrait einzelner Menschen, die auf entlegenen Almen leben. Es ist eine überraschende Erfahrung, in die Welt der althergebrachten Kommunikation von Mensch, Natur und Tier einzutauchen. Dank akustischem Reichtum und ausdrucksstarken Bildern entsteht eine filmische Meditation vor alpiner Kulisse.

Preis ‘Der besondere Film’ für “Riafn” von Hannes Lang; v.l. Alexander Donev – Jury, Michael Pause – Festival-Direktor (Foto: Thomas Plettenberg)

Lobende Erwähnungen

„Marcher pour Genna“ – “Auf dem Pilgerweg zum Weihnachtsfest”

Frédéric Furnelle, Olivier Bourguet (Belgien)

Begründung der Jury

Die Filmemacher wandern mehrere Wochen auf einem Pilgerweg in Äthiopien und treffen dabei auf Gläubige auf dem Weg zu dem grössten Weihnachtsfest des Landes. Dem Film gelingt es, die Herausforderungen der langen Reise zu dokumentieren, die herzlichen, respektvollen Begegnungen authentisch festzuhalten, und dem Zuschauer ein Land und eine Kultur nahe zu bringen, von der wir hierzulande noch wenig wissen. (Aber dank des Friedenspreises an seinen Präsidenten in Zukunft wohl mehr erfahren werden…)

 

„Ani, le monache di Yaqen gar“ (Die Nonnen von Yaqen gar)

Eloïse Barbieri (Italien)

Begründung der Jury

Die Filmemacherin lebt mehrere Wochen unter einfachsten Bedingungen in einer tibetischen Klosterstadt mit buddhistischen Nonnen. Die besondere Leistung dieses Filmes ist es, dass es der Filmemacherin überhaupt gelingt, an diesen Ort zu gelangen, wo freie Religionsausübung kein Recht ist, sondern höchstens von den chinesischen Behörden gewährt wird. Mit ihrer beobachtenden Kamera und der Reflexion über die eigene Situation entsteht die Momentaufnahme eines Ortes, der stark unter Druck ist, wenn er inzwischen nicht schon ganz verschwunden ist.

 

Bayern 2 – Publikumspreis (€ 1.000,-)

„The Ascent of Everest“

von Antonello Padovano (Großbritannien)

Kleiner Preis des Festivals, Publikumspreis für den besten Kinder- und Jugendfilm (€ 500,-)

“Auf höchsem Niveau – Lebensretter am Berg”

von Birgit Wuthe (Deutschland)