PT_03_Gäste                                                                           20/10/2018

Bergfilm Tegernsee, 16. Internationales Festival vom 17. – 21. Oktober 2018

Überraschende Einblicke und eine große alte Dame

Neben den Filmen sind es immer auch die Gäste aus der Alpin-Film-Szene, die das Bergfilm-Festival Tegernsee zu etwas so Besonderem machen.

Für Bürgermeister Johannes Hagn war es einer der Höhepunkte des Festivals: Authentisch und ehrlich hat Thomas Huber bei der Weltpremiere seines neuen Films am Eröffnungsabend das Publikum für sich gewonnen.  „Er ist nicht nur der coole und starke nach außen, sondern er bekennt sich zu seinen Schwächen und Problemen. Das hat mich beeindruckt“, betont der Bürgermeister. „Er geht sie öffentlich an und ist somit ein Vorbild für viele.“

Nicht weniger eindrucksvoll war die Begegnung mit Weltklassekletterer Hansjörg Auer beim DAV-Abend. Im Gespräch mit Michael Pause schilderte er offen und ehrlich seine persönliche Entwicklung: Sehr geborgen in seiner Familie, aber eher ein Außenseiter in Schule und Dorfgemeinschaft im Ötztal. Aus jugendlichen Streifzügen zu den Ötztaler Gipfeln – meistens im Alleingang – werden extreme Touren, bis hin zu jenen spektakulären Solo-Klettertouren, die ihn bekannt machten. Aufgebrochen ist er nie um Schlagzeilen zu machen, sondern immer aus Freude am Unterwegssein. Längst ist er Profi, doch in Tegernsee ist zu spüren, dass „Marketing“ nicht sein Anliegen ist. „Mich hat vor allem seine Glaubwürdigkeit beeindruckt“, schildert Michael Pause. „Er geht seinen Weg, ohne dabei auch nur einen Gedanken an die mediale Wirkung zu verschwenden. Ein großartiger Gast beim Bergfilm-Festival!“

Wie einen alten Kumpel begrüßten die Zuschauer und Zuschauerinnen Heinz Zak in der Sporthalle. Mit einem gewohnten Schuss Ironie, viel Humor und genialen Bildern – bewegt oder unbewegt – traf er genau den richtigen Ton für Tegernsee. Auch wenn Spitzenkletterer Adam Ondra im Film gerade selbst schilderte, wie er bei der Durchsteigung der Dawn Wall gelitten hat, ist Heinz Zak „voll dabei“ mit seinen Anmerkungen. Und es sind ja genau diese „Live-Kommentare“, die den Abend so einzigartig machten.

Sie ist 99 Jahre und topfit:  eine große alte Dame, wie aus dem Bilderbuch. Mit Charme und Esprit schilderte Maria Sernetz-Dyhrenfurth bei der Retrospektive, wie es ist, an der Seite eines großen Bergsteigers und eines berühmten Bergfilmmachers zu leben und Hollywood nicht nur vom Kino her zu kennen.