Pressetext Nepal    /      24/10/2015

13. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 21. - 25. Oktober 2015

Ein eindrucksvoller Abend für Nepal

Berührende Bilder und Berichte aus den vom Erdbeben betroffenen Gebieten Nepals erinnerten am Donnerstagabend beim Bergfilm-Festival Tegernsee daran, dass die Menschen dort nach wie vor Unterstützung brauchen.

„Die Erdbeben in Nepal sind zwar längst aus den Schlagzeilen gekommen und so auch in der Öffentlichkeit schon fast in Vergessenheit geraten. Doch wir erinnern daran, was geschehen ist, denn die Menschen dort brauchen nach wie vor unsere Hilfe“, betonte Festival-Direktor Michael Pause im ausverkauften Barocksaal am Donnerstag beim Nepal-Abend. Aus Nepal waren der Regisseur und Journalist Bhojraj Bhat sowie Ang Rita Sherpa aus der Vorstandschaft der Sir-Edmund-Hillary-Stiftung angereist. Es waren aufrüttelnde Bilder, die Filmemacher Dr. Peter-Hugo Scholz kurz nach dem Erdbeben in seiner Dokumentation festhielt. Er begleitete ein Ärzteteam von Nepalmed e.V. in die am stärksten betroffenen Gebiete und überzeugte das Publikum mit seinen Schilderungen, dass in diesem Fall jeder gespendete Euro angekommen ist. „Beeindruckend für mich war, dass sich alle gegenseitig geholfen haben, über alle Grenzen und Kasten hinweg“, betonte auch Entwicklungshelfer Dr. Hermann Warth im Barocksaal. Dass die Lage in Nepal derzeit dramatischer ist als kurz nach dem Erdbeben, schilderte die Journalistin Billi Bierling, die einen Großteil des Jahres in Kathmandu verbringt und in Tegernsee in der Festival-Jury ist. „Vor allem Treibstoff, aber auch andere Güter sind derzeit einfach nicht mehr zu bekommen“. Sie riet allen, die helfen wollen, sich an die etablierten und gut organisierten Hilfsorganisationen zu wenden – und vor Ort den Respekt zu wahren: Gegenüber den betroffenen Menschen, aber auch gegenüber den Strukturen des Landes. Eine der Organisationen die genau weiß, wo und wie am effektivsten geholfen werden kann, ist die Sir-Edmund-Hillary Stiftung: Ingrid Versen, die Deutschland-Vorsitzende der Stiftung, brachte in den letzten Monaten über 500 000 Euro an Spendengeldern zusammen – auch dank einer Benefizveranstaltung der Bergfilmfreunde Tegernsee, dem Förderverein des Bergfilm-Festivals. „Zwei Dinge freuen mich besonders“, betonte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn: „Dass wir unsere beiden Gäste aus Nepal hier begrüßen durften und zum anderen natürlich, dass dieser Abend so gut angekommen ist. Man kann etwas bewegen und auch Mittel zum Zweck sein.“ So der Bürgermeister. „Ich bin froh, dass wir dazu die Möglichkeit hatten und es vom Festival-Publikum so gut angenommen wurde.“ Wie es den Bergsteigern im Everest-Basislager erging, schilderten die Extrembergsteigerin Alix von Melle und ihr Partner Luis Stitzinger eindrucksvoll. Mit einem Filmteam des Bayerischen Rundfunks waren sie auf der chinesischen Seite des Everest unterwegs, als die Erde bebte. In dieser Region gab es zwar kaum Schäden, trotzdem machten sie sich umgehend auf den Weg nach Hause, als das ganze Ausmaß der Katastrophe auf der anderen Seite des Berges klar wurde.