Pressetext / PT01_20151013_Allgemein

13. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 21. - 25. Oktober 2015

Zeit für einen großen Mythos

Es lohnt sich, dieses Mal etwas mehr Zeit mit an den Tegernsee zu bringen, um die neuesten Bergfilme in Ruhe zu betrachten, um interessanten Menschen zu begegnen und um die vielen unvergleichlichen Eindrücke während des 13. Bergfilm-Festivals in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

„Es erfordert Zeit und Ruhe, damit sich der Zauber entfalten kann, der einhergeht bei der Begegnung zwischen Berg und Mensch“, betont der Direktor des Tegernseer Bergfilm-Festivals, Michael Pause. Ein Mythos, dem man nicht nur unterwegs in den Gebirgen dieser Welt begegnen kann, sondern auch im Oktober am Tegernsee. Wer sich ohne Eile auf das Abenteuer Bergfilm-Festival einlässt wird erleben, wie vielfältig diese immer aufs Neue spannende Beziehung ist, wie sie sich im Lauf eines Lebens immer wieder verändert, wie sie stets um neue Facetten reicher wird und wie stark Berge für Menschen oft sind.

Dabei geht es in einigen Filmen alles andere als gelassen zu: nahezu irrwitzige Action, Bilder voller Hektik und coole Typen spielen im Medius, wo sich der Schwerpunkt „Action“ etabliert hat, meistens die Hauptrolle. „Diese Sparte des Bergfilms ist stark beeinflusst von der Bildsprache der Werbung und von der Wucht der Kommerzialisierung des Alpinismus“, sieht Pause diese Entwicklung durchaus kritisch. „Aber es sind hervorragend gemachte, spektakuläre Produktionen, die wir unserem Publikum keinesfalls vorenthalten wollen und die ihren besonderen Reiz haben.“

Wer sich behutsamer mit dem Thema Berg auseinandersetzen möchte, wird im Schalthaus fündig, wo Michael Pause und sein Team auch ausgefallenen, manchmal „sperrigen“ Filmen eine Bühne geben, während im Ludwig-Thoma-Saal eher die „Bergkultur“ zu Hause ist. „Denn auch dies gehört essentiell zum Bergfilm: Diese Dokumentationen, Porträts und Reportagen, authentisch und behutsam erzählt, voller Respekt vor dem Berg und den Protagonisten.“

Täglich auf einen neuen Programmschwerpunkt können sich die Gäste im festlichen Barocksaal freuen: Sei es im Rahmen der offiziellen Eröffnung am Mittwoch oder am Donnerstagabend, der ganz im Zeichen der Hilfe für die Opfer der Erdbeben in Nepal steht. Am Freitag ist der DAV-Abend einer der Publikumsmagneten. Ob atemberaubende Action, coole Typen oder stille Betrachtungen die international besetzte Jury in diesem Jahr besonders berühren, bleibt spannend bis zum Schluss, wenn am Samstagabend bei der feierlichen Schlussfeier im Barocksaal die Preise verliehen werden. Übrigens: in Empfang nehmen die Ehrungen meistens die Filmemacher persönlich, egal ob sie dazu nun aus München oder San Francisco anreisen.

Wer sich auf das Abenteuer Bergfilm einlässt, sollte sich aber auch Zeit für die Höhepunkte abseits der Leinwand gönnen: Für interessante Begegnungen mit den zahlreichen Gästen aus der Film- und Bergsteigerszene, für ein Glas Wein im Festival-Forum und – nicht zuletzt - für kritische Auseinandersetzungen, zum Beispiel im Rahmen des „Kamingesprächs“ mit Professor Werner Bätzing über die Zukunft der Alpen. Schön, wenn dann noch einige Stunden bleiben, um zwischendurch selbst aufzubrechen in die wunderschöne Bergwelt rund um den Tegernsee – oder um einfach in der milden Herbstsonne am See zu sitzen, Blick und Gedanken schweifen zu lassen und in Ruhe das Erlebte wirken zu lassen.