Pressetext    -                                             23/10/2014

12. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee, 22. - 26. Oktober 2014

Spannende Fahrt mit großartigen Gästen und einem tollen Programm

Mit einem wagemutigen Sprung von einem zwanzig Meter hohen Felsen direkt in die Skibindung legte nicht nur Freeridestar Teddy Berr einen perfekten und amüsanten Start hin, sondern auch das 12. bergfilm-Festival in Tegernsee. Noch bis Sonntag kommen in sechs Kinosälen imposante Bilder auf die Leinwand und interessante Menschen rund um das Thema Bergfilm auf die Bühne.

Euphorisch jubelnd feiern Teddy Berr und sein Kameramann in dem kurzen Videoclip am Anfang die gelungene Aktion. Eine Szene, die fast ein Sinnbild ist für das Tegernseer Bergfilm-Festival. Denn hier lernen die Zuschauer immer wieder auch jene Kennen, die normalerweise nicht zu sehen sind: Eben alle, die "hinter" einer Produktion stehen. Regisseure und Kameraleute, Cutter und Produzenten. "Unser Bergfilm-Festival lebt ja nicht nur von den großartigen Bildern, sondern gerade auch von unseren Gästen", betont Festival-Direktor Michael Pause, der mit dem Start hoch zufrieden ist. Dabei komme es gar nicht auf die ganz "großen'" Namen an, sondern darauf, das Publikum nicht nur hautnah am eigentlichen Geschehen teilnehmen zu lassen, sondern sie auch direkt an der Produktion "zu beteiligen".
Und wahrlich, es hat schon seinen Reiz, wenn plötzlich der Neuseeländische Höhlenforscher Kieran McKay auf die Bühne steigt. Jener Typ, den man gerade noch durch Dreck und Nässe tief ins Innere der Neuseeländischen Berge begleitet hat. Oder Niko Jäger, der Filmemacher, der sich mit den Höhlenforschern durch die Spalten quetschte, die eigentlich viel zu eng sind für einen Menschen mit normalem Körperbau. Oder wenn nach der Everest-Dokumentation "Everest-Veteran" Bernd Kullmann oben steht und schildert, wie es damals, 1978 bei seiner Besteigung des höchsten Berges im Basislager war, während Kameramann Tom Mandl von den tragischen Ereignissen im Frühjahr dieses Jahres berichtet: Gemeinsam mit Andy Holzer und einem Filmteam des Norddeutschen Rundfunks musste er miterleben, wie eine Lawine etlichen Sherpas das Leben nahm.
Auch im Thoma-Saal haben die Zuschauer etliche Fragen, als Benedikt Kuby von der Moderatorin ans Mikrofon geholt wird. Mit "Der Bauer bleibst Du" hat er im Alleingang eine tief berührende Dokumentation geschaffen, in der Alt und Jung mit Achtung und Zuneigung aufeinander zugehen. Konfliktfrei - das ist in der heutigen Zeit scheinbar kaum vorstellbar, schon gar nicht im Film. "War das wirklich so harmonisch, diese Frage wird mir immer gestellt", sagt Kuby. Bei einem anderen Festival war dies sogar der Grund, warum die Dokumentation keinen Preis erhielt: Ein guter Film brauche einen Konflikt, habe ihm die Jury gesagt. Das Publikum in Tegernsee ist da anderer Ansicht. Sie sind begeistert vom Mut des Filmmachers und tief berührt von seiner Arbeit.
Nach diesem gelungenen "Sprung" ins Programm kann man sich noch bis Sonntag auf ungewöhnliche Filme und interessante Gäste freuen: Mit Sicherheit wird es eine spannende, abwechslungsreiche "Fahrt" durchs weitere Programm: Manchmal auch mit schwierigeren Passagen, die volle Konzentration erfordern, bevor man sich dann wieder zurücklehnen kann zum Innehalten, zum Verschnaufen und einfach zum Genießen, zum Beispiel im Forum im Rathaus mit den unterschiedlichsten Angeboten.

Informationen und Karten über die Tourist-Information Tegernsee, Tel. 08022-9273862, online unter www.bergfilm-festival-tegernsee.de, Karten online unter www.tegernsee.com/webshop ober über München-Ticket.