Pressemappe - PK04 Interview Bürgermeister      20/10/2012

10. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee,13. bis 21. Oktober 2012

„Unser erfolgreichstes Festival bislang“

Bereits zum zehnten Mal hat die Stadt Tegernsee das Bergfilm-Festival veranstaltet. Anlass für Bürgermeister Peter Janssen, auf eine Erfolgsgeschichte zurückzublicken, Bilanz zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu wagen.

Wie fällt ihre Bilanz für das 10. Tegernseer Bergfilm-Festival aus?
Das Programm hat offensichtlich wieder den Geschmack des Publikums getroffen, wir hatten etwa 7000 Besucher, 5000 Karten waren bereits vor der Eröffnung verkauft. Dies war damit das erfolgreichste Festival, das wir je hatten.
Es ist schön zu sehen, dass die Begeisterung inzwischen gleichermaßen Einheimische und Gäste erfasst hat.

War das schon immer so oder hat sich dieser große Zuspruch im Ort erst entwickeln müssen?
Am Anfang war schon noch eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, aber das ist einer breiten Zustimmung gewichen. Ich muss auch betonten, dass von Anfang an über 100 ehrenamtliche Helfer, meist aus der Tegernseer Alpenvereinssektion und vom  Videoclub Tegernseer Tal, sehr engagiert mitgearbeitet haben. Viele davon sind seit den ersten Stunden Jahr für Jahr aktiv mit dabei. Manche fragen lange vorher ihre Vorstände, ob sie im kommenden Jahr wieder beim Festival mitarbeiten dürfen.

Was hat Sie in den vergangenen zehn Jahren am meisten überrascht?
Wir dachten eigentlich immer, dass kein Wachstum mehr möglich ist. Und jedes Jahr wurden wir wieder eines besseren belehrt. Meines Erachtens haben wir nun den Anschluss an die großen Bergfilm-Festivals der Welt geschafft. Hier hat sich ein schöner Szenetreffpunkt entwickelt und die Besucher freuen sich jedes Jahr darauf, wieder alte Bekannte zu treffen. Einige haben kein einziges der zehn Festivals verpasst. Sie planen extra ihren Urlaub entsprechend und nehmen lange Anfahrtswege in Kauf. Und was mich dieses Mal besonders freut, ist natürlich das glanzvolle Wetter, das dem Jubiläum diese zauberhaft passende Kulisse beschert.

Wie ist Ihnen diese Erfolgsgeschichte gelungen?
Zunächst durch Professionalität bei der Vorführtechnik. Und natürlich durch die Handschrift des Direktors des Festivals, Michael Pause sowie die fachliche Kompetenz Sigi Menzels, des künstlerisch-technischen Leiters, beide vom Bayerischen Rundfunk, der ja einer unserer ideellen Träger ist. Die für so ein Festival notwendige alpine Kompetenz steuert der Deutsche Alpenverein bei, unser zweiter ideelle Träger. Als Dritte im Bunde betreut die Tegernseer Tal Tourismus GmbH die touristische Seite. Hinzu kommt die große organisatorische Leistung im Festival-Sekretariat von Helga Hobmeier und Birgit Halmbacher. Trotz dieser umfassenden Professionalität ist die Herzlichkeit nicht verloren gegangen, nichts ist zur langweiligen Routine geworden und die Atmosphäre ist noch genauso nett und familiär wie beim ersten Festival. Was mich auch immer wieder fasziniert ist, wie reibungslos die vielen Institutionen und Personen, die an diesem Festival beteiligt sind, zusammenwirken.

Trotz Ehrenamt, das Festival kostet ja auch Geld und Sponsoren findet man heute bekanntlich nicht mehr so leicht …
Ja, das stimmt. Am Anfang wurde das Festival vor allem von Mäzenen gefördert. Doch inzwischen haben wir echte Sponsoren gefunden, die dazu gestoßen sind, weil das Festival heute als Werbeträger interessant – und auch finanziell – etwas wert geworden ist. Dank dieser Sponsoren und der großzügigen Förderungen von Stiftungen und Staatsstellen ist auch die finanzielle Basis für die künftigen Jahre gesichert.

Wissen Sie bereits in welche Richtung sich das Festival entwickeln soll?
Von den Zuschauerzahlen her wird keine nennenswerte Steigerung mehr möglich sein, da sind wir vom Raumangebot begrenzt sind. Aber qualitativ ist immer eine Steigerung möglich, und daran arbeitet das Team auch ständig. Wie sich das Festival diesbezüglich schon entwickelt hat, zeigt das Beispiel Übersetzungen: Konnten bei den ersten Festivals noch die meisten fremdsprachigen Filme nur in ihrer Originalsprache gezeigt werden, so sind wir inzwischen soweit, dass wir für nahezu alle Filme zumindest deutsche Untertitel haben. Diesen für das Publikum sehr wichtigen, für uns aber sehr aufwändigen und arbeitsintensiven Service wollen wir noch vervollständigen.

Wenn Sie auf die vergangenen Festivals zurückblicken, welcher Film ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Mein Lieblingsfilm ist und bleibt Churubamba, die Frauen am Ball. Der Film wurde unter dem Motto „Best of Tegernsee“ auch am Anfang der Woche wieder gezeigt und er hat das Publikum wieder begeistert. Diese Mädels, die sich in einem kleinen, armseligen Andendorf in Peru jeden Abend zum Fußballspielen treffen, sind einfach unschlagbar.