Pressemappe  21/10/2017                                               PM02_Splitter

Bergfilm Tegernsee, 15. Internationales Festival, 18. – 22. Oktober 2017

 Kritische Positionen, kontroverse Gespräche und legendäre Szenen

Auch kritischen Worten eine Plattform geben
Gänsehaut – die ist bei den in diesem Jahr ausgezeichneten Filmen garantiert. Egal ob sie über eine Stunde dauern oder nur sieben Minuten lang sind, ob sie ein großes Budget im Hintergrund haben oder mit einfachsten Mitteln produziert wurden. Egal, ob der Schauplatz im Himalaya, in Afrika oder vor der Haustüre ist. Beim Bergfilm ist alles möglich, das Überraschende ist in diesem Genre Alltag.
„Es ist aber schon eher die Ausnahme, dass ein Produzent bei einem Thema, das im Moment in den Medien sehr heroisch dargestellt wird, in seinem Film eine so kritische Position bezieht wie Puria Ravahi in „Last Exit““, betont Michael Pause. Umso mehr freut es den Festival-Direktor, dass dieser Film mit dem Preis des Deutschen Alpenvereins ausgezeichnet wurde: Keine Heldengeschichte, sondern eine kurze, aber sehr eindringliche Dokumentation über einen Wingsuit-Basejumper, der – nachdem mehrere Freunde tödlich verunglückt waren – merkt, dass ihn seine Passion in die totale Abstumpfung der Gefühle und wohl letztendlich in den Tod führt. Maximilian Werndl hat sich mit seinem „Last Exit“ – einem letzten Sprung und Flug – von seinem Hobby gelöst. „Als Bergfilm-Festival haben wir sicher auch die Aufgabe, solch kritischen Filmen und Stimmen eine Plattform zu bieten und Diskussionen auszulösen“, ist auch der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn überzeugt.

Konstruktive Kontroversen beim Kamingespräch
„Mein Wunsch für die Zukunft wäre, den intellektuellen Ansatz, den wir ja unter anderem seit drei Jahren mit den Kamingesprächen haben, weiter auszubauen“, so der Bürgermeister. Durchaus kontrovers und mit vielen Emotionen wurde in diesem Jahr beim Kamingespräch im Stieler-Haus unter der Leitung von Dr. Georg Bayerle (Bayerischer Rundfunk) der Alpenplan diskutiert, ein Raumplanungskonzept zum Schutz der Bayerischen Alpen. Zu den Gästen gehörten mit Dr. Guido Plassmann (Direktor ALPARC, einem Netzwerk alpiner Schutzgebiete) und Stefan Witty (CIPRA) zwei äußerst kompetente Gesprächspartner. „Hier sind Menschen zusammengekommen aus den unterschiedlichsten Richtungen, aus Politik, Wissenschaft, Naturschutz, das war fantastisch. Es ist das wichtigste, dass alle hier im Dialog bleiben. Und das wollen wir weiter fördern“, so Hagn.

 

Legendäre Szenen zum 70. Geburtstag
So viel gelacht wurde bei einer Retrospektive wohl selten: Welch ein Glück, dass Fuzzy Garhammer „das Skifahren nie so wirklich ernst genommen“ hat, wie er selbst am Donnerstagabend im Barocksaal sagte. Michael Pause zeigte viele Szenen aus Filmen, die längst legendär sind und einfach bei jedem Wiedersehen Spaß machen. Besonderes Markenzeichen: geniale Skiszenen und ein satter Schuss Humor. Dass diese coole Mischung auch bei den Jungen ankommt, beweist die neue Dokumentation „Generations of Freeskiing“ – Produzenten sind schließlich Max und Moritz, die beiden Söhne von Fuzzy Garhammer. Mit gefeiert haben im Barocksaal nicht nur über zweihundert Zuschauer und Zuschauerinnen, sondern auch Weggefährten wie Markus Wasmeier und Willy Bogner. Ein toller Abend anlässlich des 70. Geburtstags der Trickski-Legende!

 

Mit Bergzeit und vielen weiteren Unterstützern in die Zukunft
Dass der Weg stimmt, hat das 15. Bergfilm-Festival bewiesen. Doch dass auch weiter in Zukunft investiert werden muss, ist allen Beteiligten klar. „Wir werden das Festival weiter professionalisieren. Das kostet nicht nur Geld, sondern ist auch ungeheuer viel Arbeit, und zwar das ganze Jahr über“, ruft Bürgermeister Johannes Hagn in Erinnerung. Umso glücklicher ist man in Tegernsee, mit dem Bergsport- und Outdoor-Spezialisten „Bergzeit“ einen langfristigen Partner gefunden zu haben: „Bergzeit ist ein perfekter Sponsorpartner für uns, weil sie nicht nur die für uns optimal passenden Produkte haben, sondern auch noch hier, aus der ‚richtigen‘ Region kommen. Ein ideales Team, das uns vieles ermöglichen wird.“
„Bergzeit“ hat zwar als Hauptsponsor eine gewisse Führungsrolle übernommen, genauso unverzichtbar sind jedoch die weiteren Unterstützer, die ideellen Träger mit Deutschem Alpenverein und Bayerischem Rundfunk, die Stiftungen und nicht zuletzt die über hundert freiwilligen Helfer und Helferinnen, ohne die beim Bergfilm-Festival wirklich gar nichts gehen würde.