Pressemappe  21/10/2017                                               PM03_Jury

Bergfilm Tegernsee, 15. Internationales Festival, 18. – 22. Oktober 2017

 Gänsehaut – auch mit müden Augen

 Für die Auszeichnung der besten Filme musste sich die Jury mit Helmut Scheben (Schweiz), Julia Brunner (Österreich), Mojca Volkar Trobevšek (Slowenien), Benedikt Kuby (Deutschland) und Martin Kaufmann (Italien) gleich drei Tage in die Dunkelheit zurückziehen, um das ganze Programm zu schaffen.

 Es war eine bunt gemischte Gruppe, mit hochkarätigem Hintergrund: „jüngere Frauen und ältere Herren“, extreme Bergsteigerinnen und großartige Regisseure, jeder auf ganz eigene, individuelle Weise tief verbunden mit dem Berg und dem Film.
Sie alle waren begeistert von der Möglichkeit, hier in der Gruppe die Filme unter die Lupe nehmen zu können. „Das habe ich noch bei keinem Festival so erlebt, es ist großartig“, so Martin Kaufmann, der selbst ein Filmfestival in Bozen organisiert.

Statt einfach „gut“ oder „schlecht“ zu sagen, müssen plötzlich Argumente für Eindrücke gefunden werden, um die anderen zu überzeugen. So unterschiedlich die Ansichten der einzelnen Juroren und Jurorinnen klingen, im Urteil sind sie sich schnell einig. „Da hat jeder seine eigene Herangehensweise, das hat die Arbeit auch so spannend und lehrreich gemacht.“ Auffallend oft war die Jury mit dem Ton nicht zufrieden. „Die töten den Film mit ihrer Musik, sie trauen der Kraft ihrer Bilder nicht“, bedauert Helmut Scheben. Der Rat der Jury: Lernen von den Klassikern, wie Alfred Hitchcock und Arnold Fanck.

Konzentriert und gerecht wollen sie alle bleiben, auch nach Stunden im abgedunkelten Raum. Was aber wirklich wach hält, das sind die magischen Momente, wie Julia Brunner sie schildert: „Wenn die Augen schon müde werden, und man plötzlich hell wach ist, eine Gänsehaut bekommt, weil Bilder elektrisieren, tief berühren. Das ist stark, das hätte ich so nicht erwartet.“